Schon seit Wochen ist klar, dass die CSU wohl das schlechteste Landtagswahlergebnis der letzten Jahrzehnte einfahren wird. Daher werden schon Schuldige gesucht. In München blickt man hierfür vor allem nach Berlin, wo die Große Koalition mit einer Reihe von Zänkereien, Fast-Rücktritten und Skandalen für schlechte Stimmung gesorgt hat.

Aus Berlin, wo vor allem Horst Seehofer - Bundesinnenminister und ehemaliger Ministerpräsident Bayerns - getroffen wird von der Kritik, kommt eine Retourkutsche nach der anderen. Hier sieht man die Schuld in Bayern, bei Markus Söder. Mehr oder weniger direkt machen sich Horst Seehofer und Markus Söder immer wieder gegenseitig verantwortlich für die schlechten Umfragewerte der CSU in Bayern.

Stürzt Seehofer nach der Wahl?

Der Streit um Verfassungsschutzchef Maaßen, das Gerangel um die Flüchtlingspolitik - das alles hat Horst Seehofer nicht unbeschädigt gelassen. Sein Ansehen bei vielen sinkt - das zeigt sich auch in aktuellen Umfragen.

Eine desaströse Wahl in Bayern könnte der Anlass dafür sein, dass in der CSU die Messer gegen den Parteichef gewetzt werden. Die Schuld nach Berlin zu schieben, wo Seehofer mit der CDU und der SPD gemeinsam regiert, erscheint als verlockende Alternative, lassen sich doch so die Reihen in Bayern fester schließen: Sozusagen gegen einen äußeren Gegner. Da könnte sich Horst Seehofer schnell in diesem "Außen" wiederfinden und ohne Rückhalt aus der Partei ist ein Ausscheiden aus Ministeramt und Parteivorsitz eine Alternative.

Hat die Partei genug vom Streit Seehofer-Söder?

Ob es Horst Seehofer so geht wie vor 10 Jahren Erwin Huber, als die CSU das letzte Mal die absolute Mehrheit verlor, ist noch unklar. Vielleicht können er und Markus Söderden Sturm überstehen, vielleicht verlangt die Partei aber auch nach einem Neuanfang - ohne Seehofer und Söder. Und ohne deren andauernden Streit.

Wie die Wahl ausgeht und was das für Bayern bedeutet, lesen Sie hier im aktuellen Ticker zur Wahl!