Nach dem Abbruch der Tarifverhandlungen für die Telekom-Beschäftigten sind am Mittwoch nach Gewerkschaftsangaben in Bayern rund 2000 Mitarbeiter in einen spontanen Warnstreik getreten. Betroffen von dem Ausstand seien vor allem die größeren Telekom-Standorte im Freistaat, berichtete der zuständige Verdi-Landesfachbereichsleiter Ernst Edhofer. Die Beschäftigten hätten die Arbeit für den ganzen Tag niedergelegt.

Die Gewerkschaft habe mit ihrem Aufruf zu dem unangekündigten Warnstreik auf das enttäuschende Angebot der Arbeitgeber bei der vierten Verhandlungsrunde am Vortag reagiert, erläuterte Verdi-Pressesprecher Hans Sterr. "Dieses Angebot ist für uns eine Provokation", sagte der Gewerkschaftssprecher.

Die Telekom hatte dem Tarifpartner eine Gehaltsanhebung in zwei Schritten um insgesamt 3,5 Prozent bei einer Laufzeit von 18 Monaten sowie eine Einmalzahlung von 365 Euro geboten. Verdi fordert Einkommensverbesserungen von 6,5 Prozent.

Neben den Telekom-Callcentern war nach Verdi-Angaben am Mittwoch auch der Kundenservice betroffen. Wegen des Streiks hätten viele Termine mit Telekom-Kunden nicht eingehalten werden können, berichtet Edhofer. Anrufer in Callcentern hätten länger als sonst in Warteschleifen warten müssen. "Mit dem unangekündigten Warnstreik wollen wir Sand ins Getriebe streuen", sagte Sterr. Bisher war die Telekom-Führung immer rechtzeitig vorher über geplante Warnstreiks informiert worden. dpa