Angesichts der weiter steigenden Infektionszahlen, haben sich Bund und Länder am Donnerstag (27. August 2020) darauf geeinigt, die Corona-Regeln wieder zu verschärfen. Ein zweiter Lockdown solle unbedingt vermieden werden. Doch nicht in allen Punkten, die bei der gemeinsamen Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Merkel heiß diskutiert wurden, konnten sich die Teilnehmer auf eine gemeinsame Linie einigen.

Doch welche Regeln gelten jetzt auf Bundesebene und welche Änderungen gibt es für Bayern? inFranken.de fasst die wichtigsten Corona-Neuregelungen zusammen.

Diese Verschärfungen wurden beschlossen:

Veranstaltungen, Feiern und Feste

  • Großveranstaltungen, wie Volksfeste, Sportveranstaltungen mit Zuschauern sowie Konzerte werden bis zum Ende des Jahres verboten. Konkret heißt das: Auf Bundesebene werden große Veranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregeln nicht möglich sind, bis mindestens Ende Dezember 2020 nicht stattfinden. 
  • Für einen einheitlichen Umgang mit Zuschauern bei bundesweiten Sportveranstaltungen, wie der Fußball-Bundesliga, soll es eine Länder-Arbeitsgruppe geben, die bis Ende Oktober ein Konzept erarbeiten. Bis dahin bleibt es bei Geisterspielen. 
  • Über die Zulassung von Weihnachtsmärkten und Karnevalsveranstaltungen wollte Merkel erst später entscheiden.
  • Für Feiern im privaten Bereich gilt in Bayern weiterhin eine Obergrenze von 100 Personen in geschlossenen Räumen und von 200 Personen im Außenbereich. Auf eine maximale Teilnehmerzahl von 25 Personen, wie es zunächst vorgeschlagen wurde, konnten sich Bund und Länder nicht final einigen. Die Bürger sollen demnach selbst und eigenverantwortlich entscheiden, ob eine Feier in der geplanten Größenordnung notwendig ist. Über Lockerungen und Beschränkungen der Corona-Maßnahmen halten wir Sie zudem hier auf dem Laufenden

Maskenpflicht und Bußgelder

Quarantänepflicht für Reiserückkehrer

  • Für Reiserückkehrer aus Risikogebieten gilt "möglichst" ab dem 1. Oktober 2020 eine Quarantänepflicht von fünf Tagen. Wer also aus einem Risikogebiet zurückkehrt, soll sich verpflichtend in häusliche Quarantäne begeben, welche frühestens durch einen negativen Corona-Test ab dem fünften Tag nach der Rückkehr beendet werden kann. Einen Überblick über aktuelle Risikogebiete finden Sie hier
  • Weiterhin verständigten sich Bund und Länder darauf, die kostenlosen Corona-Tests für Einreisende aus Nicht-Risikogebieten ab dem 15. September zu beenden. Ab dem 16. September sollen die Tests folglich nur noch für Rückreisende aus Risikogebieten kostenlos sein.
  • Bayerns Ministerpräsident Söder will an dem aktuellen Angebot für kostenlose Tests an bayerischen Flughäfen, Bahnhöfen und Autobahnen jedoch festhalten.
  • Rückkehrer aus Risikogebieten sollen nicht mehr für den Verdienstausfall während einer angeordneten Quarantäne entschädigt werden. Das gilt für Personen, die wissentlich in ein Land reisen, das vor Reiseantritt als Risikogebiet ausgewiesen wurde. Hierfür soll der entsprechende Paragraph im Infektionsschutzgesetz kurzfristig geändert werden. 
  • Die häusliche Quarantäne soll noch intensiver kontrolliert werden. Bei Verstößen gegen die Quarantänepflicht werden empfindliche Bußgelder verhängt.

Kinderbetreuung 

  • Bund und Länder haben sich darauf geeinigt, dass gesetzlich Versicherte mit Anspruch auf Kinderkrankengeld in diesem Jahr zusätzlich fünf Tage zur Betreuung eines kranken Kindes gewährt werden.
  • Alleinerziehende sollen zehn zusätzliche Tage dafür bekommen.