• Große Suchaktion nach Julia (8) im tschechischen Böhmer Wald 
  • Mädchen wurde nach zwei Tagen am Dienstagnachmittag (12. Oktober) gefunden
  • Julia wurde bereits wohl auf aus dem Krankenhaus entlassen
  • So erlebte sie die Zeit alleine im Wald

Am Sonntag (10. Oktober 2021) waren zwei Eltern aus dem Großraum Berlin mit ihren beiden Kindern und einem Neffen auf dem Berg Cerchov wandern. Nach derzeitiger Sachlage spielten die Kinder und entfernten sich von den Eltern. Nachdem die Kinder daraufhin nicht mehr auffindbar waren, wurden Rettungskräfte verständigt. Während ein Sohn und der Neffe der Familie wieder aufgefunden werden konnten, blieb die 8-jährige Tochter verschwunden. Sie wurde am Dienstagnachmittag gefunden und ist inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen worden.

Update 13.10.2021, 16.30 Uhr: Julia ist wohl auf, Förster berichtet

Zwei Tage und zwei Nächte verbrachte die achtjährige Julia aus Deutschland ganz allein im tschechischen Böhmerwald. Das Glück, sie lebend gefunden zu haben, ist für den Förster Martin Semecky noch immer überwältigend: "Das war ein unglaubliches Gefühl, diese Emotionen kann man gar nicht mit Worten beschreiben", sagte der Tscheche. Das Mädchen konnte am Mittwoch bereits wieder das Krankenhaus verlassen. Es geht dem Kind nach Angaben der Polizei wieder gut.

Was nur ein Ausflug sein sollte, wurde zu einem Martyrium: Die Schülerin aus Berlin war am späten Sonntagnachmittag beim Wandern mit ihrer Familie im bayerisch-tschechischen Grenzgebiet spurlos verschwunden. Semecky und seine Kollegen suchten in Absprache mit der Einsatzleitung ein Waldstück ab, das knapp außerhalb des offiziellen Suchradius lag.

Auf einmal hätten sie die kleine Julia vor sich gesehen, erzählte der Förster. "Sie saß etwa zehn Meter weit weg im hohen Gras." Als er ihren Namen gesagt habe, habe das Kind nur mit dem Kopf genickt. Er habe gesagt: "Alles ist gut, super!" Dann wickelte er sie in seine grüne Jacke und alarmierte die Einsatzzentrale.

Semecky würdigte nun die Ausdauer des Mädchens in der Natur: "Um das zu schaffen, muss sie sehr geschickt gewesen sein." Als sie gefunden war, habe er sie nicht zu sehr mit Fragen belasten wollen, sagte der Förster. "Sie wirkte verängstigt, ganz allein im Wald - ohne ihre Eltern." Sein Fazit lautete: "Hauptsache, es ist gut ausgegangen."

Laut Polizeipräsidium Oberpfalz in Regensburg hatte Julia bei der späteren Befragung erzählt, dass sie immer in Bewegung gewesen sei und in den zwei Tagen mehrere Kilometer zu Fuß zurückgelegt habe. Nachts habe sie auf einer Wiese in hohem Gras geschlafen und habe dabei auch Tiere wie Rehe, Füchse und ein Wildschwein gesehen. Weil sie sich nachts im Wald fürchtete, habe sie nicht auf sich aufmerksam gemacht.

In der Zeit hatte Julia auch nichts getrunken oder gegessen. "Das Mädchen wurde unmittelbar nach seinem Auffinden sofort in ein deutsches Krankenhaus eingeliefert und traf dort auf ihre Eltern", sagte Polizeisprecher Florian Beck. Diese Situation sei sehr emotional gewesen.

Körperlich hat Julia das alles gut überstanden. In der Klinik wurde sie langsam wieder aufgewärmt, weil das Mädchen durch die kalten Nächte im Wald ausgekühlt war. Aber: "Bis auf einen leichten Kratzer am Bein war das Kind unverletzt", betonte Beck. Die Familie lasse nun ausrichten, dass man überglücklich sei und sich bei allen Helferinnen und Helfern bedanke. Die Familie brauche nun Zeit für sich, sagte Beck. Es werde daher um Beachtung der Privatsphäre gebeten.

An der nervenaufreibenden Suche im Gebiet zwischen den Städten Waldmünchen, Furth im Wald und Domazlice (Taus) hatten sich rund 1400 Rettungskräfte aus Bayern und Tschechien beteiligt. Über dem Wald kreisten Hubschrauber mit Wärmebildkameras. Suchhunde nahmen eine Fährte auf - verloren sie aber wieder. Der deutsche Botschafter in Prag, Andreas Künne, dankte der tschechischen Polizei für ihre Arbeit.

Bei Martin Semecky, der wie ein Held gefeiert wird, überschlagen sich nun die Anfragen der Medien. Nicht nur aus Tschechien, sondern auch aus Deutschland. Dem Mitarbeiter der städtischen Forstverwaltung von Domazlice (Taus), der sein Revier wie kein anderer kennt, scheint das eher unangenehm zu sein. Er müsse jetzt weiterarbeiten, sagte Semecky am Telefon und verabschiedet sich.

Update 13.10.2021, 12.10 Uhr: Julia geht es nach der Rettung "relativ gut"

Die zwei Tage lang im Grenzgebiet von Tschechien vermisste achtjährige Julia ist nach Polizeiangaben in gesundheitlich guter Verfassung. "Es geht ihr eigentlich relativ gut", sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz, Josef Weindl, am Mittwoch in Regensburg.

Im Krankenhaus sei die Achtjährige über Nacht in einem sogenannten Wärmebett gewesen, weil sie nach den zwei kalten Nächten im Wald unterkühlt gewesen sei. "Sie zeigt äußerlich keine Verletzungen", erklärte Weindl. "Sie spricht und ist so weit unauffällig."

Julia wurde am Dienstagnachmittag nach einer großen Suchaktion mit weit mehr als 1000 Helfern in der Nähe des tschechischen Ceska Kubice von einem Förster gefunden. Die beiden bayerischen Grenzorte Waldmünchen und Furth im Wald sind davon nicht weit entfernt.

Update 13.10.2021, 10.27 Uhr: Förster berichtet, wie er Julia fand

Der Förster, der Julia am Dienstagnachmittag bei einer groß angelegten Suchaktion wiederfand, bewundert die Überlebenskunst des Mädchens in der Natur: "Um das zu schaffen, muss sie sehr geschickt gewesen sein", sagte Martin Semecky am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Am Montag (12. Oktober) hatten Semecky und seine Kollegen mit ihrer Suche in einem Waldstück knapp außerhalb des Suchradius Erfolg. "Auf einmal stand die kleine Julia vor uns, sie saß etwa zehn Meter weit weg im hohen Gras", erzählte der Förster. Als er ihren Namen gesagt habe, habe sie mit dem Kopf genickt. "Das war ein unglaubliches Gefühl, diese Emotionen kann man gar nicht mit Worten beschreiben", sagte Semecky. Der Fundort lag demnach rund einen Kilometer entfernt von einer Quelle, die Ceska studanka heißt.

Was Julia in der Zwischenzeit alles durchgemacht hat, wird man wohl erst später erfahren. "Wir wollten sie nicht mit Fragen belasten", sagte der Förster. An der Suche im Gebiet zwischen den Städten Waldmünchen, Furth im Wald und Domazlice (Taus) hatten sich insgesamt rund 1400 Rettungskräfte aus Bayern und Tschechien beteiligt.

Update 12.10.2021, 14.30 Uhr: Julia (8) in Tschechien gefunden 

Das seit Sonntag (10. Oktober 2021) im tschechischen Böhmerwald vermisste Mädchen ist nach Polizeiangaben bei dem Ort Ceska Kubice gefunden worden. Die Achtjährige aus Berlin werde nun medizinisch betreut, teilte die tschechische Polizei am Dienstag auf Twitter mit.

Endlich die erlösende Nachricht: Schon zwei Nächte war die acht Jahre alte Julia im Grenzgebiet zwischen Bayern und Tschechien verschwunden. Den Rettungskräften drohte die Zeit davonzulaufen - doch dann wurde Julia am Dienstagnachmittag endlich gefunden - von Forstarbeitern.

Das bestätigte das Polizeipräsidium Oberpfalz am Dienstag. «Sie lebt, sie ist unterkühlt und ins Krankenhaus gebracht worden», sagte ein Sprecher. Einsatzkräfte, die an der Suche nach ihr beteiligt gewesen waren, hätten die Schülerin aus Berlin entdeckt.

Die tschechische Zeitung «Pravo» hatte zuvor unter Berufung auf «zwei vertrauenswürdige Quellen» in ihrer Onlineausgabe berichtet, das Mädchen sei bei Ceska Kubice gefunden worden. Das bestätigte auch die tschechische Polizei.

Rund 1400 Einsatzkräfte aus Tschechien und Deutschland hatten sich nach Polizeiangaben im bayerisch-tschechischen Grenzgebiet auf die Suche nach ihr gemacht. Dazu kamen 115 Suchhunde, Polizeihubschrauber und Drohnen, wie das Polizeipräsidium Oberpfalz mitteilte.

Die Achtjährige aus Berlin war am späten Sonntagnachmittag beim Wandern mit ihrer Familie im bayerisch-tschechischen Grenzgebiet verschwunden. Die Eltern hatten das Mädchen, seinen Bruder und einen Cousin aus den Augen verloren und die Rettungskräfte gerufen.

Diese fanden zunächst nur den Bruder und den Cousin. Das Mädchen blieb vermisst und wurde seitdem im felsigen, dicht bewachsenen Gebiet zwischen den Städten Waldmünchen, Furth im Wald und Domazlice gesucht. 

Die Eltern seien nun auf dem Weg zu ihrer Tochter. Julia wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Update vom 12.10.2021, 06.00 Uhr: Die ganze Nacht im Einsatz - immer noch keine Spur

Dunkelheit und Kälte haben die Helfer auf der Suche nach dem verschwundenen achtjährigen Mädchen im Grenzgebiet zwischen Bayern und Tschechien nicht aufhalten können. Trotz widriger Umstände hätten die Einsatzkräfte in der Nacht zu Dienstag (12. Oktober 2021) weiter das bergige und waldige Gelände ausgekundschaftet, sagte ein Sprecher der Polizei. Die Suche wird seinen Worten zufolge über den Tag hinweg fortgesetzt.

Mehrere Hundert Einsatzkräfte wie Polizisten, Bergwachtler und Feuerwehrleute hatten auch am Montag nach der Schülerin in dem Gebiet gesucht. Die Einsatzkräfte kommen sowohl aus Tschechien als auch aus Deutschland. Polizeihubschrauber aus Bayern kreisten ebenfalls über dem Gebiet in Böhmen, am Boden waren Hundestaffeln im Einsatz. Zudem wurden geländegängige Spezialfahrzeuge genutzt.

Die Polizei geht von keinem Verbrechen aus und vermute, dass sich die Achtjährige verlaufen habe. "Es ist ein schwieriges Gelände, ringsherum ist tiefer Wald", sagte die tschechische Polizeisprecherin Dana Ladmanova. Die Familie des Mädchens wird von Psychologen betreut.

Bei der Suche helfen auch Förster und Mitarbeiter des Nationalparks Böhmischer Wald (Sumava), die sich in dem unwegsamen und teils felsigen Terrain auskennen. Der Nationalpark Sumava grenzt an den ältesten Deutschen Nationalpark im Bayerischen Wald. Zwischen Sonntagnachmittag und Montagabend waren nach aktuellen Angaben zusammengerechnet circa 800 Einsatzkräfte auf tschechischer und deutscher Seite an der Suche beteiligt.

Erstmeldung, 11.10.2021, 11.00 Uhr: Großeinsatz dauert weiterhin an: Achtjährige bei Wanderung in Tschechien spurlos verschwunden

Nach Informationen der tschechischen Nachrichtenagentur CTK beteiligten sich nach dem Verschwinden rund 200 Polizisten und Feuerwehrleute an der Suchaktion in der Umgebung des Cerchov, der höchsten Erhebung des Oberpfälzer Waldes. In der Nacht und am Morgen lagen die Temperaturen in der dicht bewaldeten Gegend um den Gefrierpunkt - und trotz aller Bemühungen blieb das Mädchen verschwunden. Von einem Verbrechen geht die Polizei nicht aus, das Kind habe sich wahrscheinlich verlaufen.

Am Montagmittag startete das Polizeipräsidium Oberpfalz eine Öffentlichkeitsfahndung mit einem Foto der vermissten Achtjährigen. Rund um den Berg werde intensiv nach ihr gesucht, sagte Dominic Stigler vom Polizeipräsidium in Regensburg. Am Montagnachmittag seien zeitweise über 700 Einsatzkräfte aus Bayern und Tschechien an der Suchaktion beteiligt gewesen, so Stigler - darunter Bereitschaftspolizei, Feuerwehr, Bergwacht und Rettungshundestaffel. Mehr als 40 Personensuchhunde machten sich auf die Spur des vermissten Mädchens.

"Es ist ein schwieriges Gelände, ringsherum ist tiefer Wald", sagte die tschechische Polizeisprecherin Dana Ladmanova. Alle verfügbaren Kräfte seien vor Ort im Einsatz, von Bereitschaftspolizisten bis hin zu Feuerwehrleuten. Bei der Suche helfen auch Förster und Mitarbeiter des Nationalparks Böhmischer Wald (Sumava), die sich in dem unwegsamen und teils felsigen Terrain auskennen.

Die Familie der Achtjährigen werde psychologisch betreut und parallel von der Polizei befragt, sagte Polizeisprecher Stigler. Ob Eltern, Bruder und Cousin ungefähr sagen können, wo sie das Mädchen aus den Augen verloren haben? "Es ist eben ein riesiges Waldgebiet", sagt der Polizeisprecher. "Deshalb ist es für einen Sechs- und einen Neunjährigen natürlich schwierig, das zu lokalisieren."

Vorschaubild: © Lukas Schulze/dpa