Der SPD-Spitzenkandidat und Münchner Oberbürgermeister Christian Ude will im Falle eines Siegs bei der Landtagswahl 2013 maximal fünf Jahre Ministerpräsident sein. Sowohl er als auch Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sähen sich "beide nicht als Kandidat für das Jahr 2018", sagte Ude am Dienstag in München. Die CSU wirft Ude seit einigen Wochen vor, er lasse seine politische Zukunft offen - ähnlich wie der mittlerweile gescheiterte CDU-Spitzenkandidat in Nordrhein-Westfalen, Norbert Röttgen.

Ude wird in diesem Jahr 64 und hat immer gesagt, dass er Ministerpräsident werden will, aber nicht als Oppositionsführer in den Landtag einziehen werde. Da er 2018 nicht mehr antreten will, wäre es nach Udes Einschätzung auch nicht sinnvoll, die Rolle des Oppositionsführers zu übernehmen. Ude drehte nun den Spieß um und richtete seinerseits diese Frage an Ministerpräsident Seehofer: Nach allem, was er aus der CSU höre, sei Seehofer nicht daran interessiert, "an einem Team 2018 mitzuwirken, um aus der Opposition heraus wieder Zukunftspläne schmieden zu können".

Dem widersprach Seehofer. Der CSU-Chef sagte zwar nicht, wie lange er noch Politik machen will, will jedoch zumindest bis 2018 weitermachen, auch wenn die CSU die Wahl verlieren sollte. "Ich stehe, wenn ich kandidiere - das entscheiden wir im Herbst - für die gesamte Legislatur und auch wie immer die Wahl ausgeht, zur Verfügung."

Ude bekräftigte, dass er ein Dreierbündnis von SPD, Grünen und Freien Wählern in Bayern für eine "legitime und verheißungsvolle Konstellation" hält. Der Münchner OB ließ aber keinen Zweifel daran, dass aus seiner Sicht SPD und Grüne die treibenden Kräfte eines solchen Bündnisses wären: "Rot-grün ist kein Auslaufmodell, sondern ein Zukunftsprojekt. Nicht gleich eine Liebesheirat, sondern ein Zweckbündnis, um soziale und ökologische Korrekturen durchzusetzen."

Freie Wähler-Chef Hubert Aiwanger dagegen hat viele Male deutlich gemacht, dass er nicht Statist für rot-grün sein will, sondern eine gestaltende Kraft. Deswegen lehnt Aiwanger auch jede Koalitionsaussage ab - weil aus seiner Sicht unklar ist, ob er mit SPD und Grünen oder der CSU mehr FW-Positionen durchsetzen könnte. dpa