Mehr als eine halbe Million Grippe-Impfdosen werden in Bayern noch immer als Reserve zurückgehalten. Sie sollen nach einem Bericht der "Augsburger Allgemeinen" demnächst verteilt werden. Das bayerische Gesundheitsministerium verwies am Samstag (14. November 2020) gegenüber der Deutschen Presse-Agentur auf einen Kabinettsbeschluss vom 23. Juni, der die Vorratshaltung vorsehe. Dies sei auch öffentlich mitgeteilt worden.

"Es handelt sich unseres Wissens nach um rund 550 000 Dosen der sogenannten Bayern-Reserve, die der Freistaat Bayern erworben hatte", zitierte die Zeitung dazu den Vorstandschef der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB), Wolfgang Krombholz. Die Kassenärztliche Vereinigung habe die Freigabe bereits Ende Oktober gefordert. "Insofern begrüßen wir es, dass dies nun erfolgen soll."

Grippeimpfstoff knapp: Bayern hält halbe Million Impfdosen zurück

Die Opposition kritisierte das Vorgehen der Staatsregierung. "Seit Wochen gibt es Berichte, dass der Grippeimpfstoff knapp wird und viele Ärzte und Apotheken am Markt keinen mehr bekommen", sagte die Gesundheitsexpertin der SPD-Landtagsfraktion, Ruth Waldmann, der "Augsburger Allgemeinen". Waldmann verwies dabei auch auf zahlreiche Impfappelle des Gesundheitsministeriums.