Delal wartet entspannt auf dem Stuhl vor dem Bundespolizisten. Die 26-Jährige aus Syrien, die am Morgen mitsamt ihrer Familie in Passau aufgegriffen wurde, legt abwechselnd Daumen und Zeigefinger auf den Scanner. Ihre ein Jahr alte Tochter sitzt auf ihrem Schoß und albert herum. Bundespolizist Fabian Pulz lässt die Abdrücke durch die polizeilichen Datenbanken laufen - das Ergebnis ist negativ. Delal ist weder polizeibekannt noch wird sie wegen einer Straftat gesucht. Sie geht zum nächsten Tisch, bekommt Wasser und Verpflegung und wartet auf den Bus, der sie in wenigen Stunden zur Erstaufnahmeeinrichtung nach Deggendorf bringt.

"Gespeichert werden die Fingerabdrücke nicht. Das würde bei derzeit täglich bis zu 340 Flüchtlingen viel zu lange dauern", sagt der Sprecher der Bundespolizeiinspektion Freyung, Frank Koller. Eine Speicherung sei auch aus technischen Gründen derzeit nicht möglich.