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Bamberg
Kommentar

Studiengebühren: Da irrte Minister Heubisch

Studenten haben gebangt und gezittert, Eltern die Bekanntschaft mobilisiert: Lange war schwer abzuschätzen, wie das Volksbegehren gegen Studiengebühren ausgehen würde. Nur der Wissenschaftsminister schien seiner Sache ziemlich sicher zu sein...
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Vor ein paar Monaten zeigten wir Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch Fotos und er erzählte, was ihm spontan dazu einfiel. Bei einem Bild mit protestierenden Studenten meinte er, Studiengebühren seien gar kein Thema mehr. Foto: Matthias Hoch
Vor ein paar Monaten zeigten wir Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch Fotos und er erzählte, was ihm spontan dazu einfiel. Bei einem Bild mit protestierenden Studenten meinte er, Studiengebühren seien gar kein Thema mehr. Foto: Matthias Hoch
Vor ein paar Monaten, als noch überhaupt nicht klar war, wie es mit den Studiengebühren weitergeht, da sagte Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) unserer Zeitung, dass er auf ein Volksbegehren hofft. Nicht etwa, weil er die Gebühren abschaffen wollte - Gott bewahre: Heubisch ist einer der wenigen Bekennenden, die im Wahljahr noch zu der unbeliebten Gebühr stehen. Aber er meinte, das Thema sei lange durch, die Studenten würden wahrscheinlich nicht einmal alle selbst den Weg ins Rathaus ihres Erstwohnsitzes finden und es schon gar nicht schaffen, eine breite Bevölkerung zu mobilisieren - was für ein Irrtum: Wie wichtig den Menschen die Bildung ist, zeigt das Ergebnis des Volksbegehrens. Laptop und Lederhose gehören halt doch zusammen. Als Technologiestandort, als Land, dessen Bildung (auch vor Einführung der Studiengebühren) einen ausgezeichneten Ruf hat, tut Bayern gut daran, jedem den Zugang zur Hochschule zu ermöglichen.
Auch denen, die gerade so über die Runden kommen.

Die Qualität der Hochschulen muss aber erhalten werden. Die Unis haben zwar zum Teil noch dicke Reserven auf dem Konto, aber es darf nicht passieren, dass sie bald drastisch kürzen. Fehlendes Geld muss aus Haushaltsmitteln kommen. Bayern kann sich das leisten. Und wenn nicht? Müssen wir z.B. darüber nachdenken, ob wir wirklich einen weiteren Konzertsaal in München brauchen, noch dazu einen der "schwebt". Auch wenn das dem Münchner Minister so gut gefiele.