Ein Sturm hat in der vergangenen Nacht auch die Rettungskräfte in Bayern in Atem gehalten. Bauzäune, Schilder und Bäume wurden umgeweht. Münchens Feuerwehr musste zu 20 Einsätzen ausrücken, in Oberfranken waren es mehr als 30 Einsätze wegen Sturmschäden, teilte die Polizei am Montag mit.

In Coburg fiel ein Baum auf einem Parkplatz im Pilgramsroth um und beschädigte sieben Fahrzeuge. Kurz nach Mitternacht hatte der starke Sturm den Baum umgerissen. Drei Pkw, zwei Motorräder und zwei Mopeds wurden dabei beschädigt, berichtet die Coburger Polizei. Wie hoch der entstandene Sachschaden genau ist, stand noch nicht fest. Die Feuerwehr rückte an und kümmerte sich um die Bergung.

Dörfer im Landkreis Kulmbach ohne Strom

Im Landkreis Kulmbach mussten gleich drei Dörfer zeitweise ohne Strom auskommen. Das Unwetter führte in Stadt und Kreis Kulmbach zu Verkehrsbehinderungen. Auf der B85 zwischen Kulmbach und Kronach wurde ein Baum ausgerissen und blockierte die gesamte Fahrbahn. Durch die Feuerwehr Kulmbach mussten weitere Bäume in der Unteren Buchgasse, der Sandstraße und der Ziegelhüttener Straße entfernt werden. Weiter deckte eine starke Windböe in Ziegelhütten Teile eines Daches ab. Auch hier musste die Feuerwehr angefordert werden. Wegen eines aufs Gleis gekippten Baumes kam es Montagfrüh zu Verzögerungen im Bahnverkehr zwischen Neuenmarkt-Wirsberg und Marktschorgast im Landkreis Kulmbach.

Im überregionalen Bahnverkehr kommt es wegen Oberleitungsschäden zu Behinderungen. ICE- und IC-Züge auf den Strecken Berlin-Hannover sowie Berlin-Braunschweig werden über Wittenberge und Stendal umgeleitet. Reisende müssen sich auf bis zu 100 Minuten Verspätung einstellen.

Während es in Niedersachsen auch hauptsächlich umgestürzte Bäume waren, die die Feuerwehr beschäftigten, wurden der Polizei zufolge im nordrhein-westfälischen Kreis Steinfurt zwei Menschen leicht verletzt, als ihr Wagen von einem Baum getroffen wurde. Auch in Köln erlitt ein Mann leichte Verletzungen, da ein Baum auf sein fahrendes Auto stürzte. In Hessen mussten einige Straßen gesperrt werden.

Größere Schäden blieben aus

Große Schäden blieben insgesamt aber aus - so auch im Schwarzwald, für den der Deutsche Wetterdienst (DWD) eine Unwetterwarnung herausgegeben hatte. "Wir hatten hier keine Schäden", sagte ein Sprecher der Polizei in Tuttlingen.

Für den Montag rechnet der Herzogenauracher Wetterexperte Stefan Ochs (www.wetterochs.de) mit neuen Schauern und einem frischen Westwind. Starke Regenfälle soll es in der Nacht zum Dienstag im Bereich der Warmfront des heranziehenden neuen Sturmtiefs geben. Der Dienstag böte dann Potential für Orkanböen in Franken. Von 7 bis 19 Uhr rechne Ochs mit schweren Sturmböen und orkanartige Böen aus Westen. ak/dpa