Kulmbach
Steuerfahndung

Steuerfahnder in den Puff: Stärkere Kontrollen von Prostituierten und Bordellen gefordert

In der Sexbranche ist das Risiko von Steuerausfällen besonders groß. Der Grund: Viele Kunden zahlen bar. Nun fordert die SPD-Abgeordnete Susann Biedefeld Steuergerechtigkeit.
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Stärkere Kontrollen könnten bald auf  Bordelle zukommen. Symbolbild, Foto:  Oliver Berg, dpa
Stärkere Kontrollen könnten bald auf Bordelle zukommen. Symbolbild, Foto: Oliver Berg, dpa
Die Steuerfahndung soll Bayerns Prostituierte stärker kontrollieren. Der Oberste Rechnungshof (ORH) bemängelt, dass das Rotlichtgewerbe vom Fiskus nur selten überprüft wird. Der Haushaltsausschuss des Landtags plädierte deswegen am Mittwoch dafür, dass der Fiskus mehr gegen die vermuteten Steuerausfälle im Geschäft mit der Lust tun soll. "Von Kontrolle kann bislang nicht die Rede sein", sagte die oberfränkische SPD-Abgeordnete Susann Biedefeld nach der Sitzung.


Steuerfahndung im Puff: Der Überblick fehlt


Denn laut ORH gab es bei 400 "Prostitutionsgewerben" weniger als sieben Steuerprüfungen jährlich. Doch sind bei den Finanzämtern offensichtlich nicht einmal alle Bordells und sonstige Sextreffs als solche erfasst. "Wir haben nicht einmal einen richtigen Überblick", sagte Biedefeld dazu. Da die Kundschaft Barzahlung bevorzugt, gilt das Risiko von Steuerausfällen in der Sexbranche als besonders hoch. Und wenn die Steuerprüfung zuschlägt, bringt das laut ORH regelmäßig hohe Mehrsteuern.

"Es geht um die Steuergerechtigkeit", sagte Biedefeld. Andere Firmen im Vergnügungsgewerbe müssten schließlich auch ordnungsgemäß Steuern zahlen. Das Finanzministerium hat bereits zugesagt, die Anregungen des ORH umzusetzen.

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