Stephansposching
Polizeieinsatz eskaliert

Gewaltausbruch in Asylunterkunft in Stephansposching - Update: Drei Haftbefehle gegen Randalierer

In einer Asylunterkunft im niederbayerischen Stephansposching (Landkreis Deggendorf) ist ein Polizeieinsatz am Freitag völlig eskaliert. Rund 30 Asylbewerber attackierten Polizisten, warfen mit Fahrrädern und errichteten Barrikaden. Inzwischen sind gegen drei Randalierer Haftbefehle ergangen.
Artikel drucken Artikel einbetten
In einer Asylunterkunft in Stephansposching kam es am Freitag zu einem Gewaltausbruch. Rund 30 Asylbewerber attackierten Polizisten. Symbolfoto: Daniel Karmann/dpa
In einer Asylunterkunft in Stephansposching kam es am Freitag zu einem Gewaltausbruch. Rund 30 Asylbewerber attackierten Polizisten. Symbolfoto: Daniel Karmann/dpa

Bei einem Einsatz in einer Asylunterkunft Stephansposching in Niederbayern sind am Freitag fünf Polizisten verletzt worden. In der Unterkunft in der kleinen Gemeinde kam es zu wilden Szenen zwischen einer Gruppe von rund 30 Asylbewerbern und der Polizei.

Haftbefehle gegen drei Randalierer

Nach dem Gewaltausbruch sind gegen drei mutmaßliche Randalierer Haftbefehle ergangen. Den Asylbewerbern werde Landfriedensbruchs, Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Gefangenenbefreiung vorgeworfen, teilte die Polizei am Samstag mit.

Nach der Vorführung beim Ermittlungsrichter wurden die drei Nigerianer in verschiedene Haftanstalten gebracht. Insgesamt wird gegen sechs Asylbewerber im Alter zwischen 23 und 38 Jahren ermittelt. Bei dem Einsatz am Freitagnachmittag wurden laut Polizei fünf Polizisten verletzt.

Polizeieinsatz in Asylunterkunft in Stephansposching: Alles begann mit einer Ruhestörung

Die Beamten wurden am Freitag gegen 16.45 Uhr wegen Ruhestörung in die kleine Gemeinde gerufen, weil einige Bewohner des Flüchtlingsheims randalierten.

Aufgebrachte Flüchtlinge bedrängen Einsatzkräfte der Polizei - dann eskaliert die Situation

Wie die Polizei weiter mitteilte, wurden die Beamten von vier Polizeistreifen zunächst von etwa 30 aufgebrachten Flüchtlingen beleidigt und bedrängt. Als die Einsatzkräfte den mutmaßlichen Rädelsführer aus der Menge zogen, eskalierte die Situation völlig.

Attacke auf Polizisten: Asylbewerber werfen Fahrräder auf Beamte

Mehrere Asylbewerber schlugen auf die Polizisten ein und warfen Fahrräder auf die Beamten, um den Festgenommen zu befreien. Ein Beamter sei ins Gesicht gespuckt worden, hieß es weiter. Die Einsatzkräfte wehrten sich mit Pfefferspray. Ein Asylbewerber sei mit beiden Füßen in die Seitenscheibe eines Polizeiautos gesprungen, hieß es. Einige Flüchtlinge errichteten Barrikaden und hinderten die Polizei daran, das Gelände zu verlassen. Letztendlich gelang es den Beamten nur noch, über einen rückwärtigen Bauzaun das Gelände zu verlassen.

Erst als Verstärkung - auch aus dem angrenzenden Polizeipräsidium Oberpfalz eintraf, gelang es den Beamten, die Lage zu beruhigen. Zunächst wurden 15 Menschen in Gewahrsam genommen. Vier Polizisten kamen den Angaben zufolge ins Krankenhaus. Sie erlitten Schnitt- und Rippenverletzungen sowie Verletzungen an den Augen.

Da eine Person, die bei dem anfänglichen Einsatz in Gewahrsam genommen werden sollte, flüchtig war, wurde eine Fahndung unter anderem mit einem Polizeihubschrauber aufgenommen. Gegen 21 Uhr stellte sich der Flüchtige im Zuge der Fahndung den Einsatzkräften vor Ort.

Vier Polizisten müssen ins Krankenhaus - sechs Männer festgenommen

Letztlich wurden sechs Männer aus Nigeria im Alter zwischen 23 und 38 Jahren wurden festgenommen. Die Ermittlungen gegen sie laufen - unter anderem wegen Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Verdacht des schweren Landfriedensbruchs und der Gefangenenbefreiung.

Auch in der Asylunterkunft im oberfränkischen Bamberg war es im vergangenen Dezember zu einem Vorfall zwischen Bewohnern und Sicherheitsleuten gekommen. In der Randale-Nacht wurden damals elf Menschen verletzt.