Als banal, peinlich und oberflächlich kritisierten Nutzer das Spiel "Aufbruch Bayern" in einem Forum von "Spiegel-Online".

"Wir wissen, dass wir mit dem Spiel keinen Schönheitspreis gewinnen oder neue technische Maßstäbe setzen", sagte der Sprecher der Staatskanzlei, Thomas Glossner, am Donnerstag in München zu der Kritik. Es sollen vielmehr die Vorzüge Bayerns und die Politik der Regierung präsentiert werden. Das Mitte August vorgestellte Spiel werde auch auf Messen vorgestellt. "Da kommt es gut an und wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden", meinte Glossner.

Bei dem Spiel geht der Nutzer in Begleitung von Bavaria, der Schutzpatronin Bayerns, auf eine Reise zu den Werten des Freistaats: Schutz der Familie, Bildung und Fortschritt. Vor dem Panorama des Voralpenlandes gilt es, Löwen auszutricksen, Diamanten einzusammeln und schließlich die Gipfelfahne zu erobern. Auf dem Weg erhält der Spieler in Form von Sprechblasen Informationen über zahlreiche politische Projekte der Landesregierung. Der Wahrheitsgehalt dieser Aussagen lässt sich aber immer überprüfen. "Dass der politische Gegner die Arbeit der Regierung anders sieht, liegt nun mal in der Natur der Sache", sagte Glossner.

Die Kosten des Spiels bezifferte der Sprecher der Staatskanzlei mit Verweis auf Vertragsinhalte nicht. Das Geld stamme aus dem Etat für Öffentlichkeitsarbeit. Auch gibt es keine Angaben dazu, wie viele Menschen die Reise durch Bayern bereits gespielt haben. In der Rangliste sind aber fast 600 Spieler registriert. Die FDP-Fraktion hat derzeit den 41. Rang inne. Ob sich hinter den Nutzernamen wie "bavariaboy" oder "Dimpfelmoser" auch Oppositionspolitiker verbergen, ist nicht klar. dpa