Unmittelbar vor einem zweiten Gipfeltreffen in der Staatskanzlei zur Zukunft des achtjährigen Gymnasiums warnt die Landtags-SPD vor einem Schnellschuss und fordert ein Moratorium. "Was bis jetzt an Verbesserungen für das achtjährige Gymnasium geplant ist, geht an den eigentlichen Problemen weit vorbei", kritisierte am Montag der SPD-Bildungspolitiker Martin Güll, Vorsitzender des Bildungsausschusses im Landtag. Die SPD forderte deshalb Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) auf, die Runde dürfe auf keinen Fall abschließende Entscheidungen treffen.

Der zweite G8-Gipfel sollte am Nachmittag in der Staatskanzlei beginnen. Seehofer hofft, den langjährigen Streit um das G8 befrieden zu können.
Güll kritisierte mangelnde Einbindung von Fachleuten, Eltern, Lehrern und Opposition: "In Seehofers Expertenkreis fehlen Bildungsforscher, weitere Eltern- und Lehrerverbände und vor allem die ganz normalen Lehrkräfte, die die tägliche Arbeit machen."

Beim ersten G8-Treffen vor zwei Wochen war unter anderem eine Reduzierung des Lehrplans vereinbart worden. Nicht geklärt wurde aber nach Angaben des Bayerischen Philologenverbands, wie das geplante freiwillige Zusatzjahr am achtjährigen Gymnasium umgesetzt werden soll. "Es sind noch Fragen offen", sagte dazu Max Schmidt, der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands. "Mit welchen Ressourcen soll das geschehen, wer bezahlt das Ganze?" Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) will mit dem freiwilligen Zusatzjahr den Schülern die Möglichkeit geben, freiwillig neun statt acht Jahre das Gymnasium zu besuchen. Eine Rückkehr zum G9 soll es aber nicht geben. dpa