"Es wäre allen gedient, wenn die rechtlichen Auflagen für verkaufsoffene Sonntage für vorübergehende Zeit ruhen könnten", sagte Wolfgang Puff vom Handelsverband Bayern am Dienstag (12.05.2020) gegenüber der Augsburger Allgemeinen. Auch im bayerischen Kabinett sorgt das Thema der Ladenöffnungszeiten seitdem für Diskussionen. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger zieht den Vorschlag, das Verkaufsverbot am Sonntag auszusetzen, ebenfalls in Betracht.

Wegen der Corona-Krise erwartet der Einzelhandel in Bayern einen massiven Umsatzrückgang. Die Laden-Öffnungen an Sonntagen wären eine Möglichkeit, den Konsum in Corona-Zeiten wieder anzukurbeln. Bisher sind den Geschäften in Bayern maximal vier verkaufsoffene Sonn- oder Feiertage erlaubt und das auch nur zu bestimmten Anlässen.

"Unredlich": CSU lehnt Laden-Öffnungen am Sonntag ab

Während Aiwanger sich offen zeigt, das Verkaufsverbot für eine Zeit aufzuheben, lehnt die CSU den Vorschlag ab. Laut Staatskanzleichef Florian Herrmann werde am Schutz des Sonntags sicher nicht gerüttelt. Die Diskussion vor dem Hintergrund der Corona-Krise bezeichnet er als "unredlich".

Doch auch Aiwanger steht den verkaufsoffenen Sonntagen nicht ganz unkritisch gegenüber. Einzelne Verkaufsnächte unter der Woche kommen eher für ihn in Betracht, um die Umsätze wieder zu steigern. Die bisher erlaubten Öffnungen am Sonntag seien von den Supermärkten zuletzt kaum angenommen worden.