Der bayerische Landtag hat am Mittwoch (1. September 2021) in einer Sondersitzung über die neue Corona-Politik im Freistaat beraten. Dabei geht es um die bereist beschlossenen neuen Corona-Regeln, die bereits am Donnerstag in Kraft treten sollen.

Die FFP2-Maskenpflicht, die allgemeinen Kontaktbeschränkungen, aber auch die Sperrstunde in der Gastronomie sowie die Kundenbegrenzungen im Handel sollen entfallen. Wechselunterricht an Schulen soll der Vergangenheit angehören. Für Kultur-, Sportveranstaltungen, Messen und Gottesdienste werden die Regeln gelockert, im Oktober sollen auch Clubs und Diskotheken öffnen dürfen.

Update vom 01.09.2021 um 12.25: Söder verteidigt seinen neuen Kurs

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat den Kurswechsel in der Corona-Politik des Freistaats verteidigt. Angesichts der hohen Impfquote könne man nicht mehr stur an alten Konzepten festhalten, sagte Söder in einer Regierungserklärung im Landtag. Die neue Strategie bedeute nun eine richtige Balance aus mehr Freiheit und Eigenverantwortung – aber auch weiter Schutz und Sicherheit. "Wir haben trotzdem eine Firewall gegen Corona." Einen neuen Lockdown schloss Söder erneut aus. "Es braucht keinen Lockdown mehr und es wird auch keinen Lockdown mehr geben."

Dafür gilt in Innenräumen weiter die 3G-Regel - Zugang also nur für geimpfte, genesene oder negativ getestete Personen. Und: Statt der Sieben-Tage-Inzidenz soll nur die Klinik-Auslastung Anlass für schärfere Anti-Corona-Maßnahmen sein. Zur genauen Umsetzung sind bislang jedoch noch viele Fragen offen.

Die Oppositionsfraktionen reagierten grundsätzlich mit Zustimmung auf die neuen Corona-Beschlüsse. In einzelnen Punkten gibt es aber noch immer Kritik. So fordern die Grünen, dass "Lolli-Tests" künftig an allen Schulen angeboten werden soll. Diese sollen zuverlässiger sein als andere Schnelltests. Die SPD setzt sich für mehr Lehrkräfte ein, damit Schulkinder besser aufholen können, was sie durch die Schulausfälle verpasst haben.

Die FDP bleibt währenddessen bei ihrer Forderung nach einem "Freiheitstag",  wie er zum Beispiel Großbritannien gefeiert wurde. Ab diesem Tag sollen dann alle Beschränkungen wegfallen. Die AfD will ebenfalls Lockerungen: Sie wollen die 3G-Regel am liebsten komplett abschaffe.