• Von Corona-Lockerungen profitieren jetzt auch Sonnenstudios
  • Unter bestimmten Voraussetzungen dürfen Solarien wieder aufmachen
  • Öffnung von Sonnenstudios in Bayern von Inzidenzwerten abhängig

Rund drei Monate lang waren Sonnenstudios wegen des Lockdowns in Bayern geschlossen. Während Friseure bereits seit rund einer Woche wieder geöffnet haben und Nagelstudios und Kosmetiker seit Montag (8. März 2021) wieder ihre Pforten öffnen dürfen, schauen andere Dienstleister weiter in die Röhre. Tattoostudios und Massagepraxen warten weiterhin auf eine Wieder-Eröffnung. Dementsprechend steigt der Frust in der Branche. Besonders um Solarien gab es zuletzt ein großes Hin und Her. Doch schon vor Beginn des zweiten Lockdowns im Dezember waren die Regelungen für die Betreiber von Sonnenstudios inkonsequent.

Inkonsequente Regelungen rund um Sonnenstudios während Corona-Krise

Die Sonnenstudio-Kette "bixx Sun and Beauty" machte am Samstag (6. März 2021) mit einem emotionalen Facebook-Post auf ihre Situation aufmerksam. In einem langen Statement heißt es, dass Sonnenstudios im März 2020 noch in einem Atemzug mit Friseuren genannt, im Mai dann zusammen mit Fitness- und Massagestudios aufgezählt wurden, was die Corona-Regeln angeht.

Im Oktober hieß es dann offenbar, dass Sonnenstudios Dienstleister seien, bei denen der Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten werden könnte. Zwischenzeitlich waren Solarien auf der gleichen Liste wie Spielotheken. Seit Dezember 2020 zählen die Sonnenstudios dann als Freizeit- und Vergnügungsstätte - und seitdem mussten die Betreiber ihre Sonnenstudios schließen. 

Der Solarien-Betreiber forderte eine klare Ansage seitens der Regierung - und zügiges Handeln. 

Öffnen oder nicht? Was gilt denn nun? 

Am Sonntagabend, einen Tag vor Inkrafttreten der neuen Corona-Lockerungen, freuten sich die Betreiber der Sonnenstudios offenbar zu früh. Entgegen der Erwartung, erfuhren die Solarien-Betreiber am Montag (8. März 2021) von der bayerischen Staatsregierung, dass Sonnenstudios doch nicht öffnen dürfen. "Wir bedauern es sehr, Ihnen mitteilen zu müssen, dass leider auch Sonnenstudios noch nicht öffnen dürfen", hieß es in dem Schreiben, dass ein Bayreuther Sonnenstudio öffentlich gemacht hat.

"Tätowierstudios, Piercingstudios, Permanent-Make-Up-Studios, Sonnenstudios, (Wellness-)Massagesalons und vergleichbare Dienstleistungsbetriebe sind dagegen weiterhin auch über den 7. März 2021 geschlossen zu halten, da ihre körpernahen Dienstleistungen nicht hygienisch oder pflegerisch erforderlich sind", war die Begründung.

Wieder einen Tag später verkündete ein anderes Sonnenstudio aus Bamberg schließlich, dass sie sich freuen, ab sofort doch Gäste begrüßen zu dürfen. Die Verwirrung in der Kommentarspalte bei Facebook war entsprechend groß. 

Solarien dürfen in Bayern wieder aufmachen - unter diesen Voraussetzungen

Nicht besonders öffentlichkeitswirksam änderte das Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege am Dienstag (9. März 2021) die Regelung für Solarien im Freistaat. In der Sammlung der "häufig gestellten Fragen" auf der Webseite des Ministeriums heißt es auf die Frage, ob Solarien grundsätzlich wieder öffnen dürfen: "Die Öffnung von Sonnenstudios ist nach § 12 Abs. 1 der 12. BayIfSMV grundsätzlich untersagt, da es sich um Ladengeschäfte mit Kundenverkehr handelt. Allerdings ist in Landkreisen und kreisfreien Städten, in denen die 7-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 100 liegt, die Öffnung der Sonnenstudios für einzelne Kunden nach vorheriger Terminbuchung für einen fest begrenzten Zeitraum zulässig."

In Städten und Kreisen mit einer 7-Tage-Inzidenz von unter 50  bedeutet das: Sonnenstudios dürfen auch ohne vorher gebuchten Termin wieder öffnen, sofern es ein einschlägiges Hygienekonzept gibt. Bei einem Inzidenzwert von über 100 müssen Sonnenstudios, ebenso wie Läden, die nicht den täglichen Bedarf deckeln, wieder schließen beziehungsweise geschlossen bleiben. 

Voraussetzung für die Öffnungen sei neben der 7-Tage-Inzidenz, dass ein Mindestabstand zu den Kunden zu 1,5 Metern gewährleistet sein muss. Weiterhin besteht beim Betreten des Sonnenstudios FFP2-Maskenpflicht. Zudem müssen die Betreiber sicherstellen, "dass die Zahl der gleichzeitig im Ladengeschäft anwesenden Kunden nicht höher ist als ein Kunde je 10 m2 für die ersten 800 m2 der Verkaufsfläche sowie zusätzlich ein Kunde je 20 m2 für den 800 m2 übersteigenden Teil der Verkaufsfläche." So gilt es auch für Geschäfte des Einzelhandels.

Was sagt das Bayerische Gesundheitsministerium dazu?

Prominenter als in den FAQ (häufig gestellte Fragen) wurde die Änderung bisher nicht öffentlich gemacht. Sonnenstudios werden auf der sogenannten "Positivliste" mit Stand vom 8. März 2021 weiterhin unter dem Punkt aufgeführt, welche Betriebe, Ladengeschäfte und Freizeiteinrichtungen geschlossen bleiben müssen. Eine Anfrage von inFranken.de beim Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege blieb bis jetzt unbeantwortet. 

 

Dieser Artikel wird ergänzt, sobald sich seitens des zuständigen Ministeriums weitere Neuigkeiten zur Wieder-Eröffnung der Sonnenstudios gibt.