Markus Söder sieht angesichts der Zurückhaltung gegenüber dem Astrazeneca-Impfstoff Handlungsbedarf. "Wenn es so weitergeht, werden wir auf einem Berg von Astrazeneca-Impfdosen sitzenbleiben. Das kann niemand wollen bei einem Impfstoff, der gut schützt", sagte der CSU-Vorsitzende dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Natürlich sei es jetzt gut, Lehrer, Erzieher und die Polizei vorzeitig zu impfen. Aber es gebe unzählige Menschen, die sich impfen lassen wollten, jedoch noch lange nicht dran seien.

"Wir sollten so rasch wie möglich alles verimpfen, was geht"

"Sollte sich der Trend bei Astrazeneca fortsetzen, hat es keinen Sinn, dafür ständige neue Priorisierungen vorzunehmen. Sinnvoll wäre es dann, Astrazeneca gleich über die Ärzteschaft zu verimpfen. Denn wir sollten so rasch wie möglich alles verimpfen, was geht", sagte Söder.

Dem Bayerischen Rundfunk sagte Söder, die Zurückhaltung bei Astrazeneca bereite ihm große Sorge. "Sollte es weiter so sein, dass Tausende, vielleicht sogar Hunderttausende von Impfdosen nicht verimpft werden, dann muss man die Priorisierung völlig neu überlegen, gerade für diesen Impfstoff Astrazeneca", betonte Söder. So könnten Impfdosen möglicherweise den Arztpraxen zur Verfügung gestellt werden, um eine "schnelle Verimpfung" sicherzustellen. Denn jeder, der geimpft werde - unabhängig vom Alter -, schaffe etwas mehr Freiheit, betonte der CSU-Chef. 

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ruft dazu auf, jedes Impfangebot - unabhängig vom Impfstoff - anzunehmen. In einem Videogespräch mit Ärzten und Pflegekräften aus Bayern sagte er: "Schneller zu impfen, das ist das Gebot der Stunde". Er sehe es als "Luxusproblem", wenn sich Menschen gegenüber einem Impfstoff zurückhaltend zeigen würden. Er betont, dass alle zugelassenen Impfstoffe Vertrauen verdienen.

Auch interessant: Erlanger Impfexperte zu AstraZeneca: Schützt der Impfstoff tatsächlich schlechter vor Corona?