• Krankenhäuser in Bayern am Limit
  • Bundesweite Maßnahmen gefordert
  • Lage auch für Geimpfte gefährlich
  • Söder will 2G ausweiten - 2G-Plus für Diskotheken und Clubs
  • Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen gefordert
  • Weihnachtsmärkte und Faschingsveranstaltungen auf dem Prüfstand

Die Krankenhausampel steht auf Rot, Bayern verzeichnet die höchsten Infektionszahlen seit Beginn der Pandemie und die Krankenhäuser sind "maximal am Limit". Als Reaktion darauf hatte die bayerische Staatsregierung bereits am Mittwoch, dem 10.11., erneut den Katastrophenfall ausgerufen. Bereits seit Dienstag gelten zudem verschärfte Corona-Maßnahmen im Freistaat.

Flächendeckend 2G, Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen

Ministerpräsident Markus Söder gehen die Maßnahmen jedoch nicht weit genug. In einer Pressekonferenz im Rahmen eines Treffens mit Vertretern bayerischer Kliniken betonte Söder die Notwendigkeit, weiterhin geschlossen und nachdrücklich gegen die Pandemie vorzugehen. Problematisch sei deshalb, dass die epidemische Lage auf Bundesebene auslaufe und man nun weniger Möglichkeiten habe, bundesweit einheitlich gegen das Virus vorzugehen. Hoffnung setzt Söder deshalb auf die bevorstehende Bund-Länder-Konferenz am kommenden Donnerstag (18.11.) - einige Maßnahmen wird Bayern aber wohl eigenständig ausweiten.

Laut Söder hat das Wiedererstarken des Virus im Kampf gegen die galoppierenden Infektionszahlen in der Corona-Pandemie in Bayern flächendeckende Zugangsverbote für Ungeimpfte einführen. Einen Vorschlag zur Ausweitung der 2G-Regeln - also Zugang nur für Geimpfte und Genesene, nicht mehr für negativ Getestete - werde er dem Koalitionspartner Freie Wähler unterbreiten. 2G flächendeckend werde auch auf Bundesebene gebraucht, sagte Söder.

Gleichzeitig solle in Clubs und Diskotheken der Standard 2G plus gelten - also Zutritt nur für Geimpfte und Genesene, die aber zusätzlich noch einen Schnelltest machen müssen. Am Arbeitsplatz soll 3G konsequent umgesetzt und nachverfolgt werden. Für einige Berufsgruppen forderte Söder eine Impfpflicht

Zukunft der Weihnachtsmärkte ungewiss - Söder widerspricht Stiko

Die aktuelle Corona-Lage kann auch für Geimpfte dramatische Folgen haben. Nicht nur, dass immer mehr Impfdurchbrüche registriert werden, auch die Überlastung der Kliniken zeigt erste Auswirkungen. So berichtet der Merkur von ersten Kliniken, die planbare Operationen verschieben. Heißt: Geimpfte müssen mit Verschiebungen ihrer Eingriffe rechnen. Das kann zu weiteren gesundheitlichen Problemen führen. Auch die Überlastung des Personals sei ein weiterer Faktor, sei, dass die Mitarbeiter „keine Kraft mehr hätten, noch so eine Welle mitzumachen“, zitiert merkur.de Dr. Florian Brändle, Klinikdirektor im bayerischen Penzberg. Es entstehe quasi eine Konkurrenzsituation.

Als problematisch empfinde er auch die Pläne für Weihnachtsmärkte oder Faschingsveranstaltungen. Zwar hätte einige Veranstalter dort eigenständig reagiert - es müsse aber auch hier klare, bundesweit gültige Regeln geben. Von einer generellen Absage sprach Söder zwar nicht - doch er machte deutlich, dass es weitergehende Beschränkungen wie eine ausgeweitete Maskenpflicht oder teilweise Alkoholverbot geben sollte.   

Generell sei die Impfung der einzige Weg, die Pandemie zu überwinden. "Ohne Impfen endet das alles in Schwierigkeiten", so Söder. Ungeimpfte seien die treibende Kraft hinter den steigenden Infektionszahlen, auch wenn Impfdurchbrüche und ein allgemein gesunkenes Problembewusstsein in der Bevölkerung ebenfalls zu einem Anstieg der Infektionszahlen geführt habe.

Söder sprach sich deshalb auch dafür aus, Auffrischungsimpfungen früher und für mehr Menschen zu ermöglichen. Ihm gehe die Empfehlung der Stiko, erst nach sechs Monaten eine Auffrischungsimpfung zu empfehlen - und auch das nur für über 70-Jährige - nicht weit genug. Stattdessen solle man aus den Erfahrungen lernen, die Israel gemacht habe. Dort werden die Menschen mittlerweile bereits nach fünf Monaten erneut geimpft, nachdem die Infektionszahlen massiv ansteigen.

Vorschaubild: © Matthias Balk (dpa)