"Wenn da einer mit extremen Druck auf mich einwirkt oder mich gar zwingt, erreicht er genau das Gegenteil. Und so scheint es auch bei Kimmich und den anderen Menschen zu sein. Ich plädiere dafür, Kimmich in Ruhe zu lassen", forderte Lothar Matthäus in seiner Sky-Kolumne "So sehe ich das".

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) begrüßt die offensichtlich beim FC Bayern München geplanten Gehaltskürzungen für nicht geimpfte Fußball-Profis, wenn sie wie etwa Joshua Kimmich als Kontaktpersonen in Quarantäne müssen und damit Spiele ihres Vereins verpassen.

Söder für Gehaltkürzungen bei nicht-geimpften Fußballprofis

"Zunächst mal entscheidet der FC Bayern selbst. Das ist einer der professionellsten Vereine der Welt und einer der erfolgreichsten. Das Management weiß da schon genau, was es zu tun gilt. Ich glaube, dass der jetzt begonnene Prozess, der dann stattfindet, so weit man es aus den Medien verfolgen kann, eindeutig richtig ist", sagte Söder am Montag nach einer CSU-Vorstandssitzung.

Er unterstütze vollauf das Vorgehen. Es gehe bei den Corona-Regeln letztlich auch um das Verhältnis von Fans und Profis.

"Wenn zum Beispiel die Fans unter schweren Bedingungen ins Stadion kommen mit 2G plus, dann glaube ich, gehört es einfach dazu, dass man auch da eine Einheit herstellt zwischen Spielern und unter den Fans", sagte Söder. Zugleich betonte er aber auch, dass es gerade in der aktuellen Lage "eine ganz große Symbolkraft für die gesamte Impfkampagne" hätte, wenn ungeimpfte Profis der Impfempfehlung der Ärzte folgten.

Lothar Matthäus stellt sich hinter Kimmich: "Wie viele andere Bundesligaspieler sind nicht geimpft?"

"Wie viele andere Bundesligaspieler sind nicht geimpft und müssen ihren Namen nicht täglich in der Zeitung lesen? Wie viele Journalisten, die jetzt über Kimmich richten, haben sich nicht impfen lassen?", fragte der ehemalige Bayern-Führungsspieler, Weltmeister von 1990 und spätere Trainer. "Es ist ein Problem in der Gesellschaft unseres Landes, dass sich oftmals der größte Name herausgepickt wird, um an ihm ein Exempel zu statuieren."

Bestseller: Corona-Selbsttests bei Amazon ansehen

Auch er musste früher "tagelang den Kopf hinhalten, wenn meine Mannschaft verloren hatte, und alle anderen konnten sich dahinter verstecken", sagte Matthäus. Kimmich habe "Bedenken, Ängste und Sorgen, die ihn von einer Impfung abhalten. Und so wie ihm geht es offensichtlich vielen anderen in unserem Land", argumentierte der 60-Jährige.

Nationalspieler Kimmich hatte Ende Oktober mitgeteilt, dass er sich bislang nicht gegen das Coronavirus habe impfen lassen. Derzeit ist der 26-Jährige in Quarantäne.

Artikel enthält Affiliate Links
*Hinweis: In der Redaktion sind wir immer auf der Suche nach nützlichen Produkten für unsere Leser. Es handelt sich bei den in diesem Artikel bereitgestellten und mit einem Einkaufswagen-Symbol beziehungsweise einem Sternchen gekennzeichneten Links um sogenannte Affiliate-Links/Werbelinks. Wenn Sie auf einen dieser Links klicken und darüber einkaufen, bekommen wir eine Provision vom Händler. Für Sie ändert sich dadurch nichts am Preis. Unsere redaktionelle Berichterstattung ist grundsätzlich unabhängig vom Bestehen oder der Höhe einer Provision.