Es ist die Frage, die das politische Deutschland tagelang beschäftigte: Wer wird Kanzlerkandidat der CDU/CSU? Und: Wann kommt es zu einer Entscheidung? Stundenlang beriet der CDU-Bundesvorstand in der Nacht zum Dienstag, 20. April 2021, ehe abgestimmt wurde. Das Ergebnis ist eindeutig. Söder stellt sich hinter den Beschluss.

Update vom 20.04.2021, 12.40 Uhr: Söder akzeptiert CDU-Beschluss - Blume: "Söder war erkennbar der Kandidat der Herzen"

CSU-Chef Markus Söder hat das klare Vorstandsvotum der CDU für ihren Parteichef Armin Laschet als Kanzlerkandidaten der Union akzeptiert. "Mein Wort, das ich gegeben habe, gilt", sagte der bayerische Ministerpräsident am Dienstag in München.

"Die Würfel sind gefallen, Armin Laschet wird Kanzlerkandidat der Union." Er werde Laschet ohne Groll und mit voller Kraft unterstützen. Nun gehe es darum zusammenzustehen. Söder zieht damit rund zwölf Stunden nach dem Beschluss des CDU-Führungsgremiums seinerseits einen Schlussstrich unter den seit mehr als einer Woche bestehenden Machtkampf mit Laschet um die Kandidatur.

Ob damit aber die kontroverse Debatte um die Kanzlerkandidatur in der Union gänzlich beendet ist, bleibt dennoch abzuwarten. Mit Spannung erwartet wird daher insbesondere die Reaktion der Unionsfraktion am Nachmittag im Bundestag sowie die Rückmeldungen von der CDU-Basis in den kommenden Tagen. Hier hatte es in den vergangenen Tagen auch großen Zuspruch für Söder gegeben.

Thüringens CDU-Landeschef Christian Hirte wertete das Votum für Laschet bereits als "Entscheidung gegen die CDU-Basis". Die Stimmung in Thüringen sowie in mehreren anderen Landesverbänden sei deutlich für Söder als Kanzlerkandidat, sagte er am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Er gehe aber davon aus, dass Söder einen Kanzlerkandidat Laschet im Bundestagswahlkampf unterstützten werde. "Wir sind jetzt gut beraten, uns hinter Armin Laschet zu versammeln und uns auf Inhalte zu konzentrieren."

In einer digitalen Sondersitzung des CDU-Vorstands hatten in der Nacht zum Dienstag 31 von 46 stimmberechtigten Vorstandsmitgliedern in geheimer Wahl für den eigenen Parteivorsitzenden Laschet als Kanzlerkandidaten plädiert (77,5 Prozent). Nur 9 stimmten für Söder (22,5 Prozent), 6 enthielten sich.

Söder und die CSU hatten die Entscheidung über die Kanzlerkandidatur erst am Montagnachmittag nach einem einwöchigen nervenaufreibenden Machtkampf in die Hand der CDU gelegt. Dies entscheide die CDU jetzt «souverän», hatte er gesagt. "Wir als CSU und auch ich respektieren jede Entscheidung."

Doch auch aus der CSU kamen am Dienstag bereits kritische Töne. So hinterlasse das Verfahren "durchaus einige Fragezeichen", sagte der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Alexander Dobrindt, am Dienstag in Berlin. Es habe aber ein Ergebnis gebracht. "Und mit dem Ergebnis muss man umgehen." Dobrindt sagte voraus, das Verfahren werde zu Diskussionen führen. Man habe aber auch "den gemeinsamen Auftrag dafür, dass wir Prozesse nicht dauerhaft verlängern".

Politiker seien alle "Kinder von Gremien", sagte Dobrindt. "Wir leben alle in Gremien." Aber: "Wir erleben natürlich auch, dass Gremien nur so lange funktionsfähig sind, solange ihre Entscheidungen auf Akzeptanz stoßen."

CSU-Generalsekretär Markus Blume sichert Söder indes die Unterstützung der CSU zu. "Wir haben eine Entscheidung - und das ist gut so", sagte Blume am Dienstag in München. Die Bereitschaft von CSU-Chef Markus Söders zur Kandidatur sei ein Angebot an die Union gewesen, an die eigenen Anhänger und das ganze Land. "Es war ein verdammt gutes Angebot", bekräftigte Blume.

Söder habe in diesen Tagen gezeigt, welche Zugkraft er für die Union entfalten könne. Umso bedeutender sei nun, dass er sich jetzt in den Dienst der gemeinsamen Sache stelle. Die CSU bleibe "klar im Kurs und souverän im Stil". "Markus Söder begeistert, und lassen Sie mich ganz persönlich sagen: Markus Söder war erkennbar der Kandidat der Herzen", sagte Blume. "Aber in der Demokratie und gerade auch in der innerparteilichen Demokratie entscheidet etwas anderes, nämlich am Ende die Mehrheit. Deshalb respektieren wir das Ergebnis, und deshalb ist Armin Laschet der Kanzlerkandidat der Union."

Update vom 20.04.2021, 11 Uhr: Söder wird CDU-Vorstandsvotum wohl akzeptieren

CSU-Chef Markus Söder wird das CDU-Vorstandsvotum für ihren Vorsitzenden Armin Laschet als Kanzlerkandidaten wohl akzeptieren. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus Parteikreisen - auch die Bild-Zeitung berichtete darüber. Am Mittag will sich Söder öffentlich dazu äußern: Die CSU hat für 12.00 Uhr zu einem Pressestatement in die Parteizentrale in München eingeladen.

In einer digitalen Sondersitzung des CDU-Vorstands hatten in der Nacht zum Dienstag 31 von 46 stimmberechtigten Vorstandsmitgliedern in geheimer Wahl für den eigenen Parteivorsitzenden Laschet als Kanzlerkandidaten plädiert. 9 stimmten für Söder, 6 enthielten sich.

Söder hatte die Entscheidung über die Kanzlerkandidatur nach einem einwöchigen nervenaufreibenden Machtkampf am Montag in die Hand der CDU gelegt. Dies entscheide die CDU jetzt "souverän", hatte er gesagt. "Wir als CSU und auch ich respektieren jede Entscheidung." Offen war aber auch noch, ob und wie die CDU-Basis reagieren würde.

Update vom 20.04.2021, 9.30 Uhr: Entscheidung doch nicht sicher? Söder könnte "Hintertür" nutzen

Der Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte sieht im Votum des CDU-Bundesvorstands für den CDU-Vorsitzenden Armin Laschet noch keine eindeutige Entscheidung in der Kanzlerkandidatenfrage der Union.

"Wir haben Markus Söder in unterschiedlichen Konstellationen erlebt, grundsätzlich kann man nicht ausschließen, dass er noch eine Hintertür findet", sagte Korte über den Parteivorsitzenden der CSU am Dienstag im ZDF-Morgenmagazin. "So anarchisch, rebellisch wie er aufgetreten ist, können wir das nicht kalkulieren." Dennoch zeige das Votum für Laschet, dass sich die CDU "von der kleineren Schwester keinen Willen aufzwingen" lässt, betonte Korte.

Update vom 20.04.2021, 06.00 Uhr: CDU-Vorstand votiert klar für Laschet als Kanzlerkandidat

Der CDU-Bundesvorstand hat sich klar für Parteichef Armin Laschet als Kanzlerkandidaten der Union ausgesprochen. Dies berichtet die Deutsche Presseagentur (dpa). In einer Abstimmung entschieden sich in der Nacht zum Dienstag 31 Vorstandsmitglieder für den CDU-Vorsitzenden und 9 für seinen Kontrahenten, CSU-Chef Markus Söder. Es gab 6 Enthaltungen, wie ein Parteisprecher nach mehr als sechsstündigen Beratungen des CDU-Führungsgremiums in Berlin mitteilte.

Söder hatte die Entscheidung am Montag in die Hand der Schwesterpartei gelegt. Die CDU entscheide jetzt "souverän", sagte er in München nach einer CSU-Präsidiumssitzung. "Wir als CSU und auch ich respektieren jede Entscheidung." Damit hatte Söder auch den Druck auf die größere der beiden Unionsparteien aufgebaut - denn dem CSU-Chef war die Unterstützung zahlreicher Landesverbände der Union sicher. 

Update vom 19.04.2021, 18.15 Uhr: Sondersitzung des CDU-Vorstands zur K-Frage hat begonnen - heute Entscheidung?

Die CDU-Spitze hat ihre womöglich entscheidenden Beratungen zum weiteren Vorgehen im Machtkampf zwischen Parteichef Armin Laschet und dem CSU-Vorsitzenden Markus Söder um die Kanzlerkandidatur aufgenommen. Nach Informationen aus Teilnehmerkreisen begann die von Laschet einberufene digitale Sondersitzung des CDU-Vorstands am Montag gegen 18.00 Uhr.

Mit Spannung wurde erwartet, ob das Gremium sich wie vor einer Woche einmütig hinter die Ambitionen Laschets auf die Kanzlerkandidatur stellt. Offen war zunächst, ob es eine Abstimmung geben wird. Das werde der Verlauf der Sitzung zeigen, hieß es.

In den Landesverbänden und unter CDU-Bundestagsabgeordneten gab es in der vergangenen Woche starke Unterstützung für eine Kanzlerkandidatur von Söder. Am Montagnachmittag hatte Laschet beim digital organisierten 22. Deutschen Bankentag aufs Tempo gedrückt. Er glaube, dass «alle den Willen haben, es so schnell wie möglich zu entscheiden, so einvernehmlich wie möglich zu entscheiden». Die CDU habe Söders Ankündigung gehört, dass er die Entscheidung dieses Gremiums respektieren werde.

Söder hatte die Entscheidung über die K-Frage zuvor in die Hand der CDU gelegt und erklärt, dass er sie respektieren werde, egal wie sie ausgehe.

Update vom 19.04.2021, 14 Uhr: Söder tritt vor die Presse und äußert sich zu Kanzlerkandidatenfrage

 Die Klärung des festgefahrenen Machtkampfs über die Kanzlerkandidatur der Union obliegt nach Ansicht von CSU-Chef Markus Söder jetzt alleine der CDU. «Wir als CSU und auch ich respektieren jede Entscheidung», sagte er am Montag nach einer kurzfristig einberufenen Sitzung des CSU-Präsidiums in München. Die Zeit für die Entscheidung sei da, wo und wie entschieden werde, entscheide die CDU alleine.

Damit obliegt nun wieder dem Führungsgremium der CDU das letzte Wort, dessen Votum hatte Söder noch zu Beginn des Streits nicht akzeptiert, weil es nicht die breite der CDU widerspiegele. Anders als vor einer Woche sei nun das Stimmungs- und Meinungsbild zur K-Frage in der Union bekannt, sagte der bayerische Ministerpräsident Söder.

Bereits an diesem Montagabend (18.00 Uhr) will der CDU-Bundesvorstand in einer digitalen Sondersitzung über den Stand und das weitere Vorgehen beraten. Das teilte Parteichef Armin Laschet in Berlin mit. Er werde dort einen Vorschlag machen, wie die ungeklärte Frage sehr schnell aufgelöst werden könne. Laschet teilte weiter mit, dass er seinen Kontrahenten, CSU-Chef Markus Söder, eingeladen habe, an der Sitzung teilzunehmen. Söder betonte in München aber, die Frage solle die CDU zunächst unter sich diskutieren.

Söder sagte, er werde die Entscheidung des CDU-Bundesvorstands respektieren, wie auch immer diese ausfallen werde. Dies gelte sowohl im Falle einer Entscheidung für Laschet als auch für ihn selbst. Er stehe weiter bereit, die Kanzlerkandidatur zu übernehmen, sofern die CDU dies wolle, sagte Söder. Wichtig für den Wahlkampf sei es, dass CDU und CSU als Team auftreten würden.

Seit nunmehr mehr als einer Woche gibt es in der Union einen erbitterten Streit um die Kanzlerkandidatur. Weder Laschet noch Söder zeigten sich bisher bereit, ihre Pläne für eine Kandidatur zugunsten des anderen zurückzustellen.

CDU Kanzlerkandidat: Söder versus Laschet - wer wird das Rennen machen?

Seit mehr als einer Woche streiten sich CDU-Chef Armin Laschet und Söder über die Frage, wer von ihnen als Kanzlerkandidat für die Union zur Bundestagswahl am 26. September antritt.

Eigentlich hatten sie bis Sonntag eine Lösung präsentieren wollen. In der Nacht zum Montag berieten beide rund dreieinhalb Stunden in einem Gebäude des Bundestags in Berlin. Es gab aber am Ende keine Einigung.