Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, bleibt die Maskenpflicht an bayerischen Schulen weiter bestehen - einen entsprechenden Eilantrag dagegen hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) abgelehnt. Allerdings müsse für Schüler im Freien und unter Einhaltung des Mindestabstands die Möglichkeit zu Tragepausen bestehen, befanden die Richter am Dienstag (10. November 2020) in München.

An den Schulen im Freistaat sollen künftig außerdem erweiterte Lüftungsmaßnahmen und gemeinsamer Religionsunterricht im Kampf gegen die Pandemie helfen. Deutschlandweit befinden sich laut Lehrerverband aktuell über 300.000 Schüler wegen Corona in Quarantäne. Alle wichtigen Informationen zur Corona-Pandemie finden Sie im Ticker von inFranken.de.

Maskenpflicht für alle Schüler

Gegen die Maskenpflicht vorgegangen waren zwei Grundschülerinnen aus Bayern, vertreten durch ihre Eltern. Die Ablehnung des Antrages begründete der VGH damit, dass das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung für Schüler grundsätzlich zumutbar sei. Auch bei jüngeren Schülern lasse es sich nicht ausschließen, dass sie sich mit dem Virus infizieren oder die Infektion an andere weitergeben.

Weil Schüler wegen der Schulpflicht aber das Maskentragen nicht vermeiden könnten, verlange der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz eine Tragepause.

Seit Schulbeginn nach den Herbstferien gilt die Maskenpflicht im Unterricht von begründeten Ausnahmen abgesehen für alle Schüler – unabhängig von der Zahl der Neuinfektionen. Im Rahmen des bundesweiten Teil-Lockdowns im November hatte die bayerische Staatsregierung zuletzt immer wieder betont, dass es höchste Priorität sei, dass die Schulen geöffnet bleiben könnten. Um dies zu gewährleisten, sei der Mund-Nasenschutz ein einfaches und wirkungsvolles Mittel.

Luftreiniger und CO2-Ampeln

Auch zusätzliche Lüftungsmaßnahmen sollen den Schulunterricht vor Ort von nun an sicherer machen: «Wir wollen jedes Klassenzimmer mit CO2-Ampeln ausstatten», kündigte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung an.

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Für Klassenräume, die sich nicht ausreichend belüften ließen, wolle die Staatsregierung zudem mobile Luftreinigungsgeräte zur Verfügung stellen. Für die Maßnahmen seien zunächst 37 Millionen Euro vorgesehen.

Die entsprechende Förderrichtlinie sei schon aufgesetzt worden – nun müssten die Kommunen sie noch umsetzen. Piazolo rief die Kommunen dazu auf, die Fördermöglichkeiten auch wahrzunehmen und appellierte besonders an die Stadt München. Bisher hatte die Landeshauptstadt keine Luftreiniger anschaffen wollen.

Gemeinsamer Religionsunterricht

Wegen der Corona-Krise soll zudem Religionsunterricht an Bayerns Schulen künftig erstmals gemeinsam stattfinden: Durch den zeitlich befristeten gemeinsamen Unterricht sämtlicher Glaubensgruppen soll die Vermischung von Klassen verhindert werden - bislang werden zumeist Schüler mehrerer Klassen für die jeweiligen Stunden zusammengezogen.

Das Kultusministerium sieht - je nach den Gegebenheiten vor Ort - verschiedene Modelle vor. Im weitreichendsten werden Schülerinnen und Schüler, die sonst in den evangelischen oder katholischen Religionsunterricht gehen, gemeinsam mit Ethik-Schülern unterrichtet. Die jeweiligen Lehrer sollen dabei «weltanschaulich sensibel» unterrichten und sich etwa alle sechs Wochen abwechseln, hieß es vom Kultusministerium.

Damit der «temporär kooperative Religionsunterricht», wie er offiziell heißt, Wirklichkeit wird, müssten mehrere Voraussetzungen erfüllt werden, betonte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler): «Die Schulen müssen das nicht wahrnehmen, es ist also kein Muss. Voraussetzung ist immer auch die Zustimmung aller Eltern der betroffenen Schüler und auch die Zustimmung der beteiligten Lehrkräfte.»

Ein Ausfall des Religionsunterrichts zur Fokussierung auf Kernfächer käme generell nicht in Frage, betonte Piazolo: «Auf ihn einfach zu verzichten, geht auch verfassungsrechtlich nicht. Das wollen wir auch nicht.»

 

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