München
Covid-19

Schulbeginn in Bayern 2021: Darauf müssen Eltern und Kinder achten

Nun geht es mit dem zweiten Schulhalbjahr 2020/2021 weiter - auch während der Corona-Pandemie. Deshalb gilt vorerst Distanzunterricht statt Präsenzunterricht. Bei inFranken.de erfahren Sie, wie es in den Schulen in Bayern weiter geht und worauf Schüler und Eltern achten müssen.
 
Distanzunterricht Homeschooling
Distanzunterricht statt Präsenzunterricht: Um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen bleiben auch Schulen nach den Weihnachtsferien vorerst geschlossen. Foto: Steven Weirather/pixabay.com
+1 Bild
  • Heute ist der erste Schultag nach den Weihnachtsferien.
  • Schulen in Bayern setzen auf Distanzunterricht.
  • Schüler und Lehrkräfte sollen es während Corona leichter haben.
  • Es sollen weniger Schulaufgaben geschrieben werden.
  • Die Frühjahrsferien (Faschingsferien) entfallen. 
  • Abschlussprüfungen von Hauptschulen und das Abitur sollen verschoben werden.
  • Die Lernplattform Mebis ist für Kultusminister Piazolo "nicht das Wichtigste".

Die Infektionszahlen bleiben in Bayern auf hohem Niveau und lassen den Präsenzunterricht momentan nicht zu. Das teilt das bayerische Kultusministerium mit. Nach Beschluss des Ministerrats vom 6. Januar werden demnach alle Schülerinnen und Schüler nach den Weihnachtsferien zunächst im Distanzunterricht lernen. Die Regelung gilt vorerst bis einschließlich 29. Januar für alle Schularten und alle Jahrgangsstufen.

Schule in Bayern 2021: Das müssen Schüler und Eltern jetzt beachten

Um das zweite Schulhalbjahr 2020/21 mit der Corona-Pandemie und dem harten Lockdown zu vereinbaren, hat das Kultusministerium eine Reihe von Maßnahmen ergriffen.

Was Schüler und Eltern jetzt beachten müssen, finden Sie hier im Überblick: 

  • Für jüngere Kinder (Jahrgangsstufen 1 bis 6), die von ihren Eltern nicht betreut werden können, werden die Schulen eine Notbetreuung anbieten.
  • Um die Bildungschancen aller Schülerinnen und Schüler in diesem Jahr zu sichern, entfallen die Faschingsferien bzw. Frühjahrsferien in Bayern (15. Februar bis 19. Februar). Sie werden durch eine Unterrichtswoche ersetzt.
  • An allen Schularten werden die Abschlussprüfungen verschoben - die neuen Termine werden derzeit noch in der Schulfamilie abgestimmt.
  • Der Termin für das Zwischenzeugnis wird vom 12. Februar auf den 5. März verschoben.
  • Die Zahl der Proben in der Jahrgangsstufe 4 der Grundschule wird weiter abgesenkt - von 18 auf 14 Proben. Der Termin für das Übertrittszeugnis wird verschoben.
  • Am Gymnasium und der Realschule kann die Zahl der verbindlich vorgegebenen Schulaufgaben in den Jahrgangsstufen 5 bis 10 reduziert werden.
  • Zum Umgang mit dem Lehrplan werden verbindliche Hinweise erarbeitet, um Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte zeitlich zu entlasten und Planungssicherheit zu schaffen.
  • Um Schüler mit Lernrückständen zu unterstützen, werden die „Brückenangebote“ aus dem ersten Halbjahr fortgesetzt.

Schüler und Lehrer entlasten

Bayern will Schüler und Lehrkräfte während der Corona-Pandemie entlasten. Wie es um Schulaufgaben, Ferien, Abschlussprüfungen und Lern-Tools steht, hat Kultusminister Michael Piazolo am vergangenen Donnerstag erläutert. Der Freistaat Bayern will es den Schülern in der Corona-Pandemie ein wenig leichter machen: Es werde verbindliche Hinweise für Schwerpunktsetzungen im Lehrplan geben, damit Lehrkräfte und Schüler nicht unter Zeitdruck gerieten, sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Donnerstag (7. Januar 2021) in München.

An Realschulen und Gymnasien könne die vorgegebene Zahl der Schulaufgaben in den Jahrgangsstufen fünf bis zehn reduziert werden, um eine Ballung von Leistungsnachweisen und übermäßigen Zeitdruck zu vermeiden. Die Lehrkräfte sollen dabei alle Spielräume nutzen. Es müsse aber auch die Chancengerechtigkeit, etwa mit Schülern und Schülerinnen aus anderen Bundesländern beim Rennen um Studienplätze oder Lehrstellen gewährleistet bleiben.

Dies gelte besonders für die Abschlussklassen. Schülerinnen und Schüler sollen sich darauf verlassen können, dass nicht prüfungsrelevante Themengebiete auch wirklich nicht in der Prüfung abgefragt werden. Die Lehrkräfte sollen sich ihrerseits darauf verlassen können, dass genügend Zeit für eine angemessene Prüfungsvorbereitung bestehe und nicht jedes Detail im Lehrplan durchgepaukt werden müsse.

Weniger Schulaufgaben, mehr Zeit zum Lernen

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte am Mittwoch (06. Januar 2021) nach einer Sondersitzung des Kabinetts erklärt, die Schulen blieben bis mindestens 31. Januar für den Präsenzunterricht geschlossen, es werde nur Notbetreuung und Distanzunterricht geben. Nach der Rückkehr in den Präsenzunterricht gelte es, besonders auf die Schüler zu achten, die im Distanzunterricht nicht so gut zurechtgekommen sind. Die "Brückenangebote" aus dem ersten Halbjahr würden fortgesetzt.

Mund-Nasen-Schutz jetzt bei Amazon anschauen

Für Bayerns Schüler wird es außerdem die Zwischenzeugnisse für die erste Hälfte des Schuljahres 2020/21 wegen der Folgen der Corona-Pandemie erst am 5. März geben. Die eigentlich für den 12. Februar geplante Zeugnisausgabe wurde damit um drei Wochen nach hinten verschoben, wie Kultusminister Michael Piazolo bekannt gab.

"So können sich Eltern und Schüler darauf verlassen, dass sie einen aussagekräftigen Zwischenbericht über den Leistungsstand erhalten", erklärte der Minister.

Abschlussprüfungen sollen wegen Covid-19 verschoben werden

Zudem sollen in allen Schularten die Abschlussprüfungen verschoben werden - vom Abitur bis zum Hauptschulabschluss. Die genauen Termine müssen noch geprüft werden. Der Termin für das Übertrittszeugnis von den vierten Klassen aufs Gymnasium werde um eine Woche nach hinten geschoben. Für die Viertklässler werde zudem die Zahl der Proben für den Übertritt reduziert.

Piazolo (Freie Wähler) setzt nach negativen Erfahrungen mit der Lernplattform Mebis künftig auf ein breiter angelegtes Instrumentarium für den Distanzunterricht der Schulen. Mebis habe seine Stärken, erklärte Piazolo. Aber: "Mebis ist weiß Gott nicht das Wichtigste." Der Distanzunterricht sei nicht auf ein Werkzeug konzentriert, sagte der Minister. Ohnehin hätten in der Vergangenheit nur 15 Prozent der Schüler pro Tag Mebis genutzt, hauptsächlich Realschüler und Gymnasiasten.

Es müsse ein großer Fundus an Lerninstrumenten genutzt werden, vom Schulbuch, über das Telefon bis zu Messengerdiensten und Videoangeboten wie Microsoft Teams. Viele Schulen und Kommunen hätten auch bereits eigene Möglichkeiten und Konzepte geschaffen, bis hin zu Cloud-Lösungen. "Es gibt niemals nur einen Weg, um ein Lernziel zu erreichen", sagte Piazolo.

Piazolo erntet heftige Kritik: "So kann das nicht weitergehen!"

Für seine "Planung" zum Distanzunterricht wurde Piazolo und das gesamte Kultusministerium heftig vom Gemeinderat kritisiert. Es könne nicht so weitergehen, äußerte sich Gemeinderatspräsident Uwe Brandl. Die Schulen selbst würden sich schon seit langem dafür einsetzen und darum bemühen, die Digitalisierung voranzutreiben und ein digitales Lernen möglich zu machen. Allerdings würde das Kultusministerium keine entsprechenden Angebote machen. 

Es sei "geradezu unerträglich", dass Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) nun darum bitte, die Lernplattform Mebis nur noch im Viertelstundentakt aufzurufen. "Das ist eine Bankrotterklärung des Kultusministers", sagte Brandl. "So kann das nicht weitergehen!" - Neben dem Gemeinderat kritisierten auch etliche Lehrerverbände Piazolos Weg durch die Krise. Viele sind sauer.

Lesen Sie dazu auch: Error 404 - "Digitales Lernen in Bayern" not found - Bayerns peinliches Versagen in der Coronakrise

*Hinweis: In der Redaktion sind wir immer auf der Suche nach tollen Angeboten und nützlichen Produkten für unsere Leser - nach Dingen, die uns selbst begeistern und Schnäppchen, die zu gut sind, um sie links liegen zu lassen. Es handelt sich bei den in diesem Artikel bereitgestellten und mit einem Einkaufswagen-Symbol beziehungsweise einem Sternchen gekennzeichneten Links um sogenannte Affiliate-Links/Werbelinks. Wenn Sie auf einen dieser Links klicken und darüber einkaufen, bekommen wir eine Provision vom Händler. Für Sie ändert sich dadurch nichts am Preis. Unsere redaktionelle Berichterstattung ist grundsätzlich unabhängig vom Bestehen oder der Höhe einer Provision.