Grünen-Landtagsfraktionschefin Margarete Bause sprach von einem unsinnigen und sündhaft teuren Projekt, einem Spuk und einem "Unfug-Gesetz". Sie warf der CSU einen absolut fatalen Rückschritt in der Frauen-, Familien-, Bildungs- und Sozialpolitik und einen Kampf für ein völlig veraltetes Familien- und Gesellschaftsbild vor. "Das Betreuungsgeld hat nichts zu tun mit der Unterstützung von Familien", sagte Bause. SPD-Generalsekretärin Natascha Kohnen sagte in Richtung der CSU: "Wir brauchen kein Geld zum Schaffen falscher Anreize."
Sozialstaatssekretär Markus Sackmann (CSU) sowie die beiden CSU-Abgeordneten Reserl Sem und Christa Stewens wiesen die Oppositions-Attacken auf das Betreuungsgeld zurück. Sackmann warf den Gegnern eine Stigmatisierung der Eltern vor, die ihre Kinder nicht in eine Kinderkrippe geben wollen, Stewens beklagte eine "Diffamierung der Erziehungs- und Bildungsleistung von Familien". Und Sem mahnte, niemand habe das Recht, Eltern vorzuschreiben, wie sie ihre Kinder erziehen und betreuen sollen. Die CSU wolle schlichtweg eine Wahlfreiheit für verschiedene Lebensmodelle, argumentierte sie und betonte: "Das Betreuungsgeld gehört zu einem bunten Familienbild."
Eva Gottstein (Freie Wähler) hielt den Landtagsabgeordneten derweil eine ernüchternde Erkenntnis vor Augen: dass die Parlamentarier offenbar am Aussterben sind. Denn obwohl 29 Abgeordnete unter 45 Jahre alt seien, hätten diese nur 31 Kinder. Für die ausreichende "Reproduktion" wären aber 58 nötig, erklärte sie. dpa