Der Fall eines verschwundenen fünfjährigen Mädchens aus der Oberpfalz bleibt mysteriös. Der konkrete Aufenthaltsort des Kindes sei nicht bekannt, sagte Polizeisprecher Albert Brück am Mittwochnachmittag in Regensburg. Es gebe aber nachvollziehbare Hinweise, dass das Mädchen in "guter Obhut" sei. Medienberichte, wonach sich die Kleine im familiären Umfeld befindet, wollte er nicht bestätigen.

Der Vater hatte das Mädchen am Montag in Parsberg als vermisst gemeldet. Seinen Angaben zufolge war er mit dem Mädchen nach einem Zahnarztbesuch in Richtung eines Spielplatzes gegangen. Der 36-Jährige gab an, von einem unbekannten Mann in ein Gespräch verwickelt worden zu sein. Dann sei das Mädchen verschwunden.

Vater: Angaben waren falsch

Die Polizei hatte sofort eine umfangreiche Suchaktion gestartet. Bis zu 250 Beamte suchten bis spät in die Nacht mit vier Wärmebildkameras, speziell ausgebildete Spürhunde und ein Hubschrauber waren im Einsatz. Zudem hatten zahlreiche Freiwillige aus Parsberg nach ihr gesucht. Inzwischen räumte der Vater ein, dass diese Angaben falsch waren. Nach dem Hinweis, dass das Mädchen wohlbehalten sei, wurde die großangelegte Suche abgebrochen.

"Den Hinweis zum Aufenthaltsort zu überprüfen gestaltet sich schwieriger als gedacht", betonte Brück. Das wichtigste Ziel sei es, dass Kind zu finden und zu untersuchen. Erst dann werde entschieden, ob es in staatliche Obhut genommen werden müsse.

Die Familie des Mädchens stammt aus Tschetschenien und war vor zwei Jahren nach Deutschland gekommen. Seit Januar lebten die Eltern mit ihren drei Kindern in einer dezentralen Asylunterkunft in Hohenfels (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz). Ob das Verschwinden des Mädchens mit dem laufenden Asylverfahren der Familie zu tun hat, ist noch unklar.