Sonst riskieren wir riesige Defizite bei der Strafverfolgung und der Gefahrenabwehr", sagte er der Tageszeitung "Augsburger Allgemeine". "Schlimmstenfalls könnte es sein, dass wir einen terroristischen Anschlag nicht verhindern können, weil wir auf die relevanten Telekommunikationsdaten nicht zugreifen konnten." Ohne Vorratsdatenspeicherung gebe es einen rechtsfreien Raum elektronischer Kommunikation.

Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) will die Daten nur anlassbezogen speichern lassen und sie den Ermittlern bei Bedarf zur Kriminalitätsbekämpfung zur Verfügung stellen ("Quick Freeze"). Das reiche nicht aus, kritisierte Herrmann. "Wir müssen wissen, mit wem ein Schwerverbrecher oder Terrorist per Handy oder E-Mail Kontakt hatte, nur so können wir kriminelle Strukturen aufdecken." Die EU-Vorgaben sehen vor, Daten sechs Monate zu speichern. Lässt Deutschland ein am Donnerstag endendes Brüsseler Umsetzungsultimatum verstreichen, könnten Strafzahlungen in Millionenhöhe auf Deutschland zukommen.