München
Nockherberg 2019

Brauerei Paulaner äußert sich: Warum war die AfD nicht auf dem Nockherberg eingeladen?

Maximilian Schafroth feierte auf dem Nockherberg in München am Dienstagabend seine Premiere. Alle Parteien bekamen ihr Fett ab - bis auf die AfD, weil diese nicht vor Ort war. Aber warum?
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Kabarettist Maximilian Schafroth am Dienstagabend auf dem Nockherberg. Foto: Tobias Hase/dpa
Kabarettist Maximilian Schafroth am Dienstagabend auf dem Nockherberg. Foto: Tobias Hase/dpa

Nockherberg in München: Am Dienstagabend (12. März 2019) feierte Kabarettist Maximilian Schafroth Premiere auf der Nockherberg-Bühne in der bayerischen Landeshauptstadt. Seine Rede war geprägt von musikalischen Einlagen und allgäuer Dialekt. Zum Ende seiner Premierenrede richtete Schafroth seine Worte an die Politik: "Ich glaube, wer nicht verstanden hat, dass es auf dieser Welt nur im Miteinander und gemeinsam funktionieren kann, der hat nichts verstanden, der hat aus der Geschichte nichts gelernt."

Nockherberg: Deshalb fehlte die AfD am Dienstagabend

Da Schafroth zuvor die Parteivertreter von CSU, SPD, Freie Wähler, FDP und den Grünen auf den Arm nahm, wandte sich der Kabarettist auch an die nichtvertretenen Parteien, insbesondere die AfD. "Ich hätte jetzt hier gern einiges über die AfD sagen wollen. Ich kann das nicht tun, weil ihr nicht da seid. Ich hab einen Anstand, ich spreche nicht über Leute, die nicht da sind. Ihr wärt die einzigen denen ich den Rollentausch erspart hätte, weil das wäre für euch blöd ausgegangen, wenn die Seawatch nicht grad vorbeikommt", so Schafroth in seiner Premierenrede auf dem Nockherberg.

Schafroths Worte erwecken zunächst den Eindruck, die AfD sei schlichtweg nicht zum Nockherberg erschienen, habe abgesagt. Eine Pressemitteilung der AfD-Fraktionsvorsitzenden Karin Ebner-Steiner, die noch in den Abendstunden des Dienstags verschickt wurde, widerspricht diesem Eindruck. Darin spricht die AfD-Politikerin von "Ausgrenzung ihrer Partei". Die AfD ist aktuell schließlich die zweitgrößte Oppositionspartei des bayerischen Landtags.

Da außer der AfD alle anderen im bayerischen Landtag vertretenen Parteien beim Nockherberg dabei gewesen seien, hätten die Veranstalter wohl ihre Einladungsliste nicht aktualisiert, so die 40-Jährige.

Nockherberg: Paulaner äußert sich

Auf Nachfrage von inFranken.de äußerte sich die Brauerei Paulaner am Mittwochnachmittag zur Situation: Die Brauerei sei "weder eine politische noch eine öffentliche Organisation sondern ein Wirtschaftsunternehmen." Als solches entscheide man jeden Jahr neu, wer zur Salvator-Probe eingeladen werde: "Eine Verpflichtung Parteien, Funktionsträger, etc. einzuladen, gibt es nicht."

Es sei richtig, dass die AfD den Einzug in den Bundestag sowie in Landtage geschafft habe und Wähler Gründe gesehen hätten, so abzustimmen - es stehe "Paulaner" nicht zu, darüber zu urteilen. Die Brauerei bezieht dennoch Stellung: "Trotzdem haben wir für uns in diesem Jahr entschieden Vertreter der AfD nicht einzuladen."

Lesen Sie zusätzlich auf inFranken.de: Nach Maximilian Schafroths Rede aus dem Nockherberg, kam es auf Twitter zu einem Shitstorm. Nutzer empörten sich über Aussagen des Kabarettisten.



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