Aktueller Stand zum Coronavirus - Jetzt für Newsletter anmelden
  • Neue Corona-Regeln in Bayern verkündet
  • Ausweitung der Maskenpflicht, der Sperrstunde und größeres Alkohlverbot
  • Veranstaltungen werden zusätzlich beschränkt
  • Söder: Appell der Vor- und Umsicht besonders an Jüngere gerichtet
  • Höhere Bußgelder für Verstöße gegen Maskenpflicht
  • Alle Corona-Regeln in Bayern im kompakten Überblick:

Weitere Corona-Maßnahmen in Bayern: Das Coronavirus "Sars-CoV-2" hat weiterhin großen Einfluss auf unseren Alltag. Nachdem immer mehr jüngere Menschen im Alter von 15 bis 29 infiziert sind, richtet sich Markus Söder am Dienstag (22. September 2020) in einer Pressekonferenz mit einem Appell vor allem an die jeweiligen Altersgruppen. Damit Kommunen und Städte bei einem Anstieg an Infizierten gezielt handeln können, werden "Empfehlungen" zu "Soll"-Regelungen. Alle wichtigen Corona-Maßnahmen und Lockerungen sowie weitere Informationen rund um das Coronavirus in Bayern finden Sie hier im Ticker von inFranken.de.

Update vom 22.09.2020: Corona-Regeln in Bayern werden verschärft

Am Dienstag (22. September 2020) hat sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder mit einem Appell zur höchsten Vorsicht und Sorgfalt besonders an jüngere Menschen gerichtet. In der Altersgruppe der 15- bis 29-Jährigen sei ein immenser Anstieg an Infizierten zu beobachten. Das liege daran, dass die Menschen im Umgang mit den Corona-Maßnahmen immer leichtsinniger würden. Vor allem jüngere Menschen besäßen nicht genügend Bewusstsein und würden dementsprechend locker verfahren.

Weiterhin sagte Söder, dass nach eingängigen Gesprächen kein Virologe und kein Experte aktuell Entwarnung geben könnte - im Gegenteil. Im Moment sei weiterhin die Strategie zur höchsten Vorsicht und Sorgfalt beizubehalten. Das Ziel ist die Eindämmung des Virus. "Wenn die Krankenhäuser voll sind, dann ist es zu spät", so Söder. Deshalb müsse jetzt reagiert werden, vor allem mit Blick auf die Verzögerung der Ansteckung von Jung zu Alt. Diesbezüglich sei auch nicht klar, welche langfristigen Auswirkungen das Coronavirus auf jüngere Menschen habe und mit welchen Einschränkungen oder Folgeschäden sie nach der Infektion zu kämpfen hätten.

General-Lockdown verhindern: Maßnahmen gezielt regional und lokal treffen

Söder möchte auch einen General-Lockdown verhindern. "Aktuell haben wir drei Prioritäten.

  1. Wirtschaft und Arbeitsplätze erhalten und Schulen und Kitas im Vollbetrieb behalten.
  2. Professionell von privat trennen. Bedeutet: Die Gefahr, dass sich Menschen untereinander anstecken, ist bei privaten Feiern und Veranstaltungen größer, als bei professionellen Veranstaltern. Hier hat es überwiegend positive Erfahrungen gegeben, da es einen Austausch mit Verantwortlichen gab.
  3. Für Städte und Kommunen wird ein größeres Alkoholverbot an öffentlichen Plätzen möglich gemacht und auch die Sperrstunde ist verkürzbar auf 23 Uhr", so Söder weiter. Corona sei ein Großstadtproblem geworden.

Desweiteren solle mehr lokal und regional gehandelt werden. Städte und Kommunen bekommen so die Möglichkeit, gezielt an bestimmten Örtlichkeiten Maßnahmen für bestimmte Zeiträume festzulegen. Mehr Einschränkungen soll es nur dort geben, wo es auch nötig ist. "Wir sind ein liberales Land. Lebensfreude gehört für uns dazu, aber an bestimmten Stellen braucht es Regeln", sagte Söder.

Bestimmte "Kann"-Regelungen werden demnach zu "Soll"-Regelungen, bei denen die Städte und Kommunen selbst entscheiden, wann sie diese umsetzen: 

  • Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen
  • Größeres Alkoholverbot und ein Verkürzen der Sperrstunde auf 23 Uhr
  • Kleinere Personenzahlen in geschlossenen Räumen: Im privaten Sektor werden die aktuellen Zahlen geviertelt (anstatt 100 Personen im Innenraum, nur noch 25; in Gaststätten mit fünf weiteren Personen oder zwei Haushalte; 50 Personen im Freien)
  • Maskenpflicht im Unterricht bei einer 7-Tage-Inzidenz von 35
  • Bei einem Wert von 50 auch in der Grundschule 

"Kann"-Regelungen werden zu "Soll"-Regelungen

Diese Regelungen werden als Beispiele auch mit in die aktuelle Infektionsschutzmaßnahmenverordnung aufgenommen, die dann ab dem 23. September 2020 gilt. Neben den "Soll"-Regelungen für Städte und Kommunen wird der öffentliche Gesundheitsdienst massiv gestärkt. In München kommen so zum Beispiel 100 Bundeswehrsoldaten zum Einsatz, die beim Testen unterstützen werden. Die Kommunen, die hierbei oder bei ähnlichen Aufgaben Hilfe benötigen, erhalten eine zusätzliche Einheit der Bundespolizei. Ebenso soll eine finanzielle Unterstützung den Kommunen helfen. Außerdem sind 10 Millionen Schnelltests geplant.

Ein weiterer Punk der Pressekonferenz war das 50 Millionen - Programm für Lüftungsanlagen in Schulen. Hier wird eingängig beraten und dementsprechend Geld für Schulen zur Verfügung gestellt. 

Abschließend bat Söder darum, die Geduld nicht zu verlieren und Vorsicht sowie Umsicht als oberste Priorität zu sehen. "Mit ein bisschen Geduld können wir vieles verhindern, besonders im Hinblick auf die Wintermonate. Wir wollen keine Spielverderber sein, sondern Schutz geben. Wir wollen Leitplanken sein und keine Stopschilder. Ich hoffe inständig, dass wir in Deutschland weiterhin Glück haben wie bisher", so Söder. Dabei sei die Verantwortung jedes Einzelnen wichtig - besonders bei den jüngeren Menschen. 

Update vom 21.09.2020: Nach Vorschlag von Söder: München führt Maskenpflicht im Freien ein

Nachdem die Regierung zuletzt Lockerungen beschlossen hat, stellte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder jetzt eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen in München in Aussicht. Dort wo die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können, soll ab Donnerstag (24. September 2020) ein Mund-Nase-Schutz getragen werden. 

Auch die Kontaktbeschränkungen hat die Landeshauptstadt wesentlich verschärft: Es dürfen sich nur noch fünf Personen oder zwei Haushalte treffen, sowohl im Privaten, als auch in der Gastronomie. Sogenannte "anlassbezogenen" Feiern - etwa Hochzeiten oder Beerdigungen - dürfen weiter stattfinden. Allerdings wird hier die maximale Anzahl der Personen auf 25 in geschlossenen Räumen und 50 im Freien beschränkt.

Söder habe sehr gemischte Gefühle, etwa wenn er sich die Bilder von wilden Wiesn-Ersatzfeiern wie am Wochenende auf dem Viktualienmarkt ansehe. Daher hat er mit der Stadt über einen Mund-Nasen-Schutz beraten, sagte der CSU-Chef am Montag dem Radiosender B5 aktuell. "Ich will keinem die Freude nehmen", sagte Söder. Aber angesichts der hohen Infektionszahlen in München sollten Freude und Vernunft besser zusammengehen.

Am Sonntag erreichten die Corona-Zahlen in München den Wert von 55,6 Neuerkrankungen pro 100 000 Einwohner in einer Woche. Söder sprach in diesem Zusammenhang von starkem Leichtsinn einiger. "München hat sehr hohe Zahlen, zu hohe Zahlen." Sorgen bereiteten ihm nicht professionell organisierte Veranstaltungen. "Das Problem sind die privaten Feiern", sagte er. "Wenn die Vernunft nicht hilft, dann muss gesteuert werden." Ziel sei es, den Betrieb in Schulen und Kitas bayernweit weiter zu ermöglichen und die Wirtschaft vor weiteren Einschränkungen zu bewahren.

Update vom 19.09.2020: Diese Corona-Lockerungen gelten ab heute in Bayern

Heute, am Samstag (19. September 2020), treten neue Corona-Lockerungen in Bayern in Kraft. Davon betroffen ist die Gastronomie. Konkret: Bars und Kneipen dürfen wieder öffnen. 

Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) betont diesbezüglich: "Die beabsichtigten Erleichterungen für Schankwirtschaften sind mit Blick auf die überwiegend positiven Erfahrungen, die wir bei den Speisegaststätten gemacht haben, ein weiterer Schritt zu mehr Normalität im Umgang mit der Corona-Pandemie." Die Ministerin unterstreicht allerdings, wie wichtig es sei die Hygieneauflagen einzuhalten. 

Bars und Kneipen dürfen durch die neue Lockerung der Corona-Maßnahmen zwar wieder öffnen, allerdings ist der Betrieb eingeschränkt: 

  • Gäste dürfen nur an Tischen bedient werden. 
  • Musik darf nur im Hintergrund laufen. 
  • Weiterhin besteht ein Tanzverbot in geschlossenen Räumen
  • Mindestabstand (1,5 Meter) und Maskenpflicht gelten weiterhin. 

Kontaktbeschränkungen in Bayern verlängert

Die Kontaktbeschränkungen im Freistaat wurden erneut verländert. Diese gelten nun bis zum 3. Oktober 2020. Sie waren am 18. September 2020 ausgelaufen. Weiterhin gelten folgende Regeln für den Aufenthalt im öffentlichen Raum:

  • Dieser ist mit Angehörigen des eigenen Hausstands, Ehegatten, Lebenspartnern, Partnern, nichtehelichen Lebensgemeinschaften, Verwandten in gerader Linie, Geschwistern zulässig.

  • Zudem ist der Aufenthalt im öffentlichen Raum in Gruppen von bis zu zehn Personen erlaubt. 

Weiterhin gilt für Veranstaltungen, dass daran in geschlossenen Räumen bis zu 100 Gäste und im Freien bis zu 200 Gäste teilnehmen dürfen. 

Alle aktuellen Entwicklungen der Corona-Krise lesen Sie im News-Ticker von inFranken.de. Was sich ebenfalls ab Samstag (19. September 2020) noch ändert, lesen Sie im Update vom 9. September 2020. 

Update vom 09.09.2020: Corona-Lockerungen in Bayern - Das ändert sich künftig

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat am Dienstag (08.09.2020) zahlreiche Lockerungen der Corona-Maßnahmen verkündet. Die folgenden Maßnahmen wurden von der Regierung beschlossen:

  • Gastronomie: Ab dem 19. September dürfen Bars und Kneipen in Bayern wieder öffnen. Es gelten die gleichen Auflagen, die bereits für Restaurants und Gastwirtschaften beschlossen wurden. Einizge Änderung ist, dass in geschlossenen Räumen die Gäste nicht am Tresen stehen dürfen. Die Bedienung muss am Tisch erfolgen.

  • Amateur-Sport: Der gesamte Amateur-Wettkampfsport in Bayern darf ab dem 19.September wieder trainieren und Spiele austragen - sogar mit Zuschauern. In geschlossenen Räumen sind bis zu 200 Fans und im Freien bis zu 400 Fans bei Wettkämpfen und Spielen erlaubt. Für den Profi-Sport soll eine Regelung auf Bundesebende getroffen werden.

  • Maskenpflicht: Ganz nach Berliner Vorbild gilt nun auch in Bayern eine Maskenpflicht bei größeren Versammlungen. Ab heute, 9. September, müssen Teilnehmer von Demonstrationen oder ähnlichen Versammlunen unter freiem Himmel einen Mund-Nasen-Schutz tragen - die Regel greift jedoch erst ab einer Teilnehmerzahl von über 200 Personen.

  • Corona-Testzentren: Mit dem Ende der Hauptreisezeit sollen die Teststationen an Autobahnen und Hauptbahnhöfen bis zum 30. September geschlossen werden. Stattdessen setzt Bayern in seiner Teststrategie verstärkt auf die regionalen Zentren in den Landkreisen und Städten. Die Teststationen an den Flughäfen bleiben jedoch bestehen.

Update vom 08.09.2020: Bars, Kneipen & Liga-Fußball: Bayern lockert Corona-Maßnahmen

Umfangreiche Corona-Lockerungen in Bayern: Wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder am Dienstag in einer Pressekonferenz bekannt gegeben hat, dürfen Bars und Kneipen in Bayern wieder öffnen. Nach monatelanger Corona-Zwangspause dürfen ab übernächstem Wochenende (19. September) auch Bars und Kneipen in Bayern wieder öffnen - unter Auflagen, wie die Deutsche Presseagentur meldet. Für Schankwirtschaften sollen nach einem Kabinettsbeschluss vom Dienstag dann die gleichen Regeln gelten wie für Speisewirtschaften, zudem muss in geschlossenen Räumen die Bedienung am Tisch erfolgen.

Auch für den bayerischen Amateur-Fußball und Breitensport-Events gibt es positive Nachrichten: Ebenfalls ab dem 19. September dürfen wieder Ligaspiele im Amateur-Fußball und andere Breitensportwettkämpfe ausgetragen werden. Das beschloss das Kabinett ebenfalls am Dienstag in München und erlaubte den Vereinen dabei zudem, ähnlich wie bei Kulturveranstaltungen eine begrenzte Anzahl von Fans zuzulassen. Ausgenommen davon bleiben aber vorläufig Profiligen, der DFB-Pokal und die Champions League.

Die Corona-Testzentren an Autobahnen und auf Bahnhöfen will die Staatsregierung hingegen schließen. Die Hauptreisezeit sei vorbei, sagte Söder bei der Pressekonferenz. Bis zum 30. September sollen die Teststationen an Autobahnen und sowies an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg noch aktiv sein. Danach soll dort Schluss sein. Die freiwerdenden Testkapazitäten sollen nach einem Kabinettsbeschluss vom Dienstag stattdessen "bedarfsorientiert" etwa für die Testzentren in den Landkreisen und kreisfreien Städten zur Verfügung stehen. Lediglich die Teststationen an den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen bleiben.

Bei größeren Versammlungen unter freiem Himmel gilt in Bayern ab diesem Mittwoch (9. September) regelmäßig eine Maskenpflicht. Die Pflicht greift "jedenfalls ab einer Teilnehmerzahl von 200 Personen" – das hat das Kabinett am Dienstag in München beschlossen.

Update vom 01.09.2020: Infektionsschutzmaßnahmen verlängert - Was sich nun ändert

Der bayerische Staatsminister Florian Herrmann hat auf einer Pressekonferenz nach der Kabinettssitzung am 1. September bekanntgegeben, dass die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung erneut verlängert wird. Am 2. September wäre die Verordnung ausgelaufen, nun gilt sie mit leichten Anpassungen bis zum 18. September 2020.

Wie Herrmann betonte, werde es keine grundlegenden Änderungen geben. Neu ist, dass Messen und Kongresse wieder stattfinden dürfen, dementsprechend werden die Regeln angepasst. Es gelten strenge Hygienevorschriften und die Anzahl der Personen, die pro zehn Quadratmeter erlaubt sind, wird eingegrenzt. Auch das Grillverbot in Bayern wurde gekippt und wurde daraufhin aus der Verordnung gestrichen.

Die Regelungen zur Maskenpflicht an Schulen werden ebenfalls in der Verordnung ergänzt. Im neuen Schuljahr müssen alle Schüler, ausgenommen Grundschüler, bis zum Platz im Klassenzimmer einen Mund-Nasen-Schutz tragen. In den ersten zwei Wochen sowie bei einem Infektionsgeschehen von über 50 Fällen pro 100.000 Einwohnern, gilt die Maskenpflicht jedoch auch im Unterricht.

Die Einreisequarantäneverordung wird laut Herrmann ebenfalls bis zum 18. September verlängert. Alle Änderungen können Sie hier im Detail nachlesen.

Update vom 30.08.2020: Markus Söder mit Videobotschaft: "Corona ist nicht vorbei"

Am Samstag wandte sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder mit einer Videobotschaft an die Menschen. Auf Twitter sprach er fast drei Minuten lang über die aktuelle Situation. Der Tenor: Corona ist wieder da. Söder mahnte zu Umsicht und Vorsicht. Man mache Serviceangebote und wolle nicht einschränken, sondern dringend bitten. 

Lieber einmal mehr eine Makse zu tragen als zu selten sei kein großes Problem, so Söder. Es sei die einfachste Methode. Auch wenn er beschimpft würde, stehe er weiter für ausgedehnte Tests für möglichst viele Menschen. Corona habe einen großen Einfluss auf das Leben, viele Veranstaltungen würden anders stattfinden als gewohnt. 

Update vom 24.08.2020: Bayern verschärft Corona-Bußgelder - bis zu 2000 Euro möglich

Mit höheren Bußgeldern für Maskenverweigerer und mehr Kontrollen will Bayern die Ausbreitung des Coronavirus im Freistaat ausbremsen. "Wir werden den Bußgeldkatalog auf 250 Euro im einmaligen Fall und bis 500 Euro bei mehrmaligen Verstößen anheben", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München. Für Verstöße gegen Quarantäneauflagen sollen zudem 2000 Euro fällig werden. "Wir hoffen, dass es zu einer noch besseren Einhaltung kommt", sagte Söder.

Das Innenministerium erarbeite gerade mit dem Gesundheitsministerium den Bußgeldkatalog, er solle noch im Laufe der Woche bekannt gemacht werden. Ein Beschluss des Kabinetts ist für die Novelle nicht notwendig. Künftig sollen dann auch Polizisten direkt Verwarnungen aussprechen können, bislang waren hierfür die Gesundheitsämter und die Ordnungsämter verantwortlich. Insbesondere im privaten Bereich gelten die Kontrollen von Corona-Auflagen - auch was die Zahl von Gästen auf privaten Feiern angeht - als in der Praxis kaum machbar.

Im Kampf gegen die Pandemie kündigte Söder zudem eine Ausweitung der Corona-Testzentren auf die Bahnhöfe für Fernbusse an. Bislang gibt es nur an Autobahnen, Flughäfen und normalen Bahnhöfen mit Fernverkehr Testzentren. Spätestens ab Anfang September würden dann auch die regionalen Testzentren ihre Arbeit aufnehmen.

Update vom 23.08.2020: Bayern schließt "neue Auflagen" nicht aus

Die Infektionszahlen in Bayern steigen wieder - und das zum Teil deutlich. So nähert sich beispielsweise Rosenheim schnell der kritischen Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Tag (7-Tage-Inzidenz). Auch andere bayerische Landkreise, vor allem jedoch die Städte, verzeichnen eine wachsende Zahl von Neuinfektionen. Einen Überblick über die Lage, inklusive einer Karte mit den aktuellen Fallzahlen in Bayern, finden Sie hier

Angesichts dieser düsteren Aussichten wird bereits wieder über verschärfte Auflagen in Bayern diskutiert. "Wir beobachten die aktuellen Entwicklungen – steigende Infektionszahlen und neue Gefahrenherde - sehr genau und mit Sorge", sagte der für die Koordinierung der Corona-Maßnahmen zuständige Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) der Deutschen Presse-Agentur in München. Dabei stehen vor allem auch private Feiern im Fokus. Wie genau diese Maßnahmen aussehen könnten, darüber machte Herrmann keine Angaben.

Aufschluss darüber könnte eine Videokonferenz am Donnerstag geben: In dieser wollen sich die Ministerpräsidenten der Länder über die aktuelle Lage austauschen und weitere Maßnahmen diskutieren. Eine gemeinsame Linie dürfte dabei das Ziel sein - beispielsweise bei der Begrenzung privater Veranstaltungen. Aber auch die Verschärfung der Bußgelder für Maskenverweiger dürfte auf der Agenda stehen. 

In Bayern dürfen sich bei privaten Veranstaltungen derzeit bis zu 100 Menschen gemeinsam in geschlossenen Räumen aufhalten - beispielsweise bei Gebursttagen, Beerdigungen oder Hochzeiten. Im Freien steigt die Zahl auf 200.

Sollte es eine gemeinsame Strategie der Länder geben, müsse sich diese allerdings an den bayerischen Standards orientieren. Die Grenze kann aber nicht irgendwo dann bei 200 oder 300 oder 400 oder 500 liegen, wie sie diskutiert wird, denn genau da entsteht das Ganze ja", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Sonntag dem Deutschlandfunk in diesem Zusammenhang. "Ich glaube nicht, dass der Freistaat seinen bewährten Weg verlässt", meinte auch Gesundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek (CSU) gegenüber der "Augsburger Allgemeinen". 

Update vom 14.08.2020: Infektionsschutzmaßnahmen verlängert

Die bayerische Staatsregierung hat die Infektionsschutzmaßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus in Bayern soeben verlängert. Eigentlich sollten die "sechste Infektionsschutzmaßnahmenverordnung und die Einreise-Quarantäneverordnung", so die offizielle Bezeichnung, bis 16. August gelten. Zwei Tage vor Ablauf der Frist, am 14. August, gab das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege die Verlängerung bekannt, die am 15. August in Kraft tritt. Die Infektionsschutzmaßnahmen gelten nun bis zum 2. September.

Die Verordnung trat ursprünglich am 19. Juni 2020 in Kraft, zuletzt verändert wurde sie am 28. Juli. Auch die jetzige Verlängerung wird aller Voraussicht nach nicht die letzte bleiben.

Einschränkungen für Gebiete mit erhöhtem Infektionsrisiko

Besonders interessant ist die Änderung in §14 der Verordnung. Ein neuer Absatz wurde hinzugefügt, wonach das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege "Landkreise, Gemeinden oder abgegrenzte Gemeindeteile innerhalb Deutschlands bekanntgeben" kann, in denen ein erhöhtes Infektionsrisiko mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht (mehr als 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner pro Woche).

Betriebe (Hotels, Pensionen & Co.) dürfen keine Gäste aufnehmen, die aus einem dieser Gebiete anreisen, es sei denn, diese verfügen über ein ärztliches Zeugnis, das nicht älter als 48 Stunden ist. Auch gilt das Aufnahmeverbot nicht für Gäste, die "zwingend notwendig und unaufschiebbar beruflich oder medizinisch veranlasst anreisen" oder "einen sonstigen triftigen Reisegrund" haben (wie insbesondere einen Besuch bei Familienangehörigen).

Für Einreisende aus Risikogebieten außerhalb Deutschlands gelten die Regelungen der Einreise-Quarantäneverordnung.

An den bislang geltenden Kontaktbeschränkungen, den Abstandsregeln und der Maskenpflicht in bestimmten öffentlichen Bereichen (Einkaufen, ÖPNV & Co.) ändert sich durch die Verlängerung der Verordnung nichts - sie werden als ebenfalls (vorerst) bis zum 2. September verlängert.

 

jgö/tu/ak/dn/srü/rw/nw