München
Unwetter-Bilanz

Bilanz der heftigen Unwetter in Bayern: Blitzschlag, Überflutungen, Verkehrschaos in München

Über München tobten am Mittwochabend extrem heftige Gewitter - die Katastrophen-Warn-App Katwarn hatte sogar einen Alarm ausgelöst. Vor allem Oberbayern und Schwaben waren betroffen. Mehrere Blitze verursachten Brände. Die Bilanz.
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Günzburg: Einsatzkräfte der Feuerwehr löschen den Brand in einem Dachstuhl. Bei einem heftigen Unwetter haben in Schwaben und Oberbayern zwei Blitze in Gebäude eingeschlagen. In Günzburg verursachte ein Blitz einen Dachstuhlbrand in einem Reihenhaus, In München stand der komplette Verkehr zeitweise still. Foto: Mario Obeser/dpa
Günzburg: Einsatzkräfte der Feuerwehr löschen den Brand in einem Dachstuhl. Bei einem heftigen Unwetter haben in Schwaben und Oberbayern zwei Blitze in Gebäude eingeschlagen. In Günzburg verursachte ein Blitz einen Dachstuhlbrand in einem Reihenhaus, In München stand der komplette Verkehr zeitweise still. Foto: Mario Obeser/dpa
  • Der Deutsche Wetterdienst hatte am Mittwoch vor heftigen Unwettern in Oberbayern, Schwaben und Niederbayern gewarnt
  • Auf den nassen Straßen kam es zu zahlreichen Unfällen. Zwei Blitze lösten sogar Brände aus. Allein in Fürstenfeldbruck wurden 61 Blitze in zehn Minuten registriert
  • In München stand der Verkehr auf Schiene und Straßen zeitweise still


    Heftige Unwetter in Schwaben und Oberbayern: Blitzeinschläge und Unfälle

    Bei einem heftigen Unwetter haben in Schwaben und Oberbayern zwei Blitze in Gebäude eingeschlagen. In Günzburg verursachte ein Blitz einen Dachstuhlbrand in einem Reihenhaus, wie ein Polizeisprecher am Donnerstag sagte. Die Flammen griffen am Mittwochabend auf ein weiteres Reihenhaus über. Einsatzkräfte retteten fünf Bewohner aus den Gebäuden. Ein Mensch wurde mit Bluthochdruck ins Krankenhaus gebracht. Die Polizei schätzte den Schaden auf bis zu 100.000 Euro. Auch im oberbayerischen Ebersberg schlug ein Blitz in ein Wohnhaus ein. Ein Brand entstand nicht, auch wurde niemand verletzt.

    Die starken Regenfälle sorgten am Mittwochabend laut Polizei in Schwaben für mehrere Unfälle durch Aquaplaning. Schwer verletzt sei dabei aber niemand worden. Der Deutsche Wetterdienst hatte zuvor vor teils extremen Gewittern in Oberbayern, Niederbayern und Schwaben gewarnt.



    Extreme Unwetter über München: Bilanz der schweren Gewitter am Mittwoch


    In München krachte es am Mittwochabend gewaltig: Unwetter der Warnstufe 4 entluden sich über der Landeshauptstadt. Der Deutsche Wetterdienst hatte eine entsprechende Warnung veröffentlicht.

    Ebenfalls betroffen waren Augsburg, Landsberg am Lech und Rosenheim. Weitere Teile des Alpenvorraums wurden von schweren Gewittern der Warnstufen 3 und 4 heimgesucht. In München löste die Katastrophen-Warn-App Katwarn Alarm ob der bedrohlichen Wetterlage aus.

    Zeitweise stand der Verkehr in München komplett still. Weder auf Straßen noch auf der Schiene war ein Weiterkommen. Besonders betroffen waren das Zentrum und der Osten Münchens. Auch die S-Bahn-Stammstrecke wurde lahmgelegt. Schuld waren extrem heftige Regenfälle, die teilweise auch Straßen und Unterführungen unter Wasser setzten. Zudem soll ein Blitzschlag zu einer Signalstörung geführt haben. Die Feuerwehr rückte zu mehr als 30 Einsätzen aus. Unterm Strich fiel die Bilanz der Unwetter aber weniger verheerend aus als befürchtet. Hauptsächlich räumte die Feuerwehr abgerissene Äste beiseite, reinigte verstopfte Gullideckel und pumpte einige vollgelaufene Keller aus. Von Sturmböen umgerissene Bauzäune mussten wieder aufgerichtet werden. Ein Dachstuhl geriet offenbar durch Blitzschlag in Brand. Verletzt wurde nach derzeitigem Kenntnisstand offenbar niemand.



    Der DWD warnt vor Überflutungen - nicht im Freien aufhalten

    In der amtlichen Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes vor schwerem Gewitter mit extrem heftigen Starkregen und Hagel hieß es: "Es treten Gewitter auf. Dabei gibt es extrem heftigen Starkregen mit Niederschlagsmengen um 50 l/m² pro Stunde sowie Sturmböen mit Geschwindigkeiten um 80km/h und Hagel mit Korngrößen um 3 cm."

    Der DWD warnte zudem vor möglichen Gefahren. Neben den üblichen Warnungen vor der Gefahr durch Blitzschlag und herabstürzende Gegenstände hieß es dort: "Überflutungen von Kellern und Straßen sowie örtliche Überschwemmungen an Bächen und kleinen Flüssen sind möglich (Details: www.hochwasserzentralen.de).

    Die Unwetterzentrale formulierte ihre Warnung etwas weniger dramatisch: "Unwetterwarnung Stufe Rot vor Gewitter, kräftiges Gewitter mit Starkregen (Hagel und Sturmböen sind möglich)". Die Warnung hatte die Warnstufe Rot, was der fünfthöchsten von sechs möglichen Stufen entspricht.

    Das Portal unwetteralarm.com berichtete, dass es in der Region München zu lokal unwetterartigen Gewittern kommen könnte, die mit Hagel und Starkregen einhergehen. Das sogenannte "Gewitter-Cluster" ziehe nur sehr langsam durch, weshalb große Gefahr vor Überflutungen und Sturzfluten herrsche. Schon um 17.15 Uhr wurde ein Gewitter in Fürstenfeldbruck registriert, das 61 Blitze in zehn Minuten verursacht hat.


    Aussichten: In ganz Bayern stürmisch

    Ab Donnerstag soll es laut Wetterexperten in ganz Bayern stürmischer werden. Bei Temperaturen von 24 Grad in Augsburg bis 28 Grad in Regensburg bleibt es schwülwarm und gewittrig. Auch am Freitag ist bei Temperaturen zwischen 22 bis 29 Grad immer wieder mit Schauern und Gewittern zu rechnen. Erst am Sonntag soll sich das unbeständige Wetter beruhigen.

    Verantwortlich für die heftigen Unwetter ist Tief "Xisca". Während im Norden und Osten überwiegend die Sonne scheint, steigt im Südwesten Deutschlands die Gewittergefahr. Nachdem sich bereits am Mittwoch feuchtwarme Luftmassen ausbreiteten, soll Tief "Xisca" von der Nacht zu Donnerstag an für kräftige Gewitter sorgen. Dabei sind auch Unwetter mit Starkregen möglich. So könnte es innerhalb weniger Stunden teilweise 40 bis 60 Liter pro Quadratmeter regnen.

    Ähnlich wie schon in der vergangenen Woche dürften solche sintflutartigen Regenfälle aber auf relativ kleine Gebiete begrenzt bleiben, sagte der DWD-Meteorologe Sebastian Schappert. "An einem Ort kann sprichwörtlich die Welt untergehen, während es 20 Kilometer weiter trocken bleibt", sagte er. mit dpa

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