Verglichen mit der heutigen Ausrüstung wirkt das Material von Club-Torwartlegende Eduard "Edi" Schaffer heute verblüffend alltäglich: An den Händen trug er ganz normale Wollhandschuhe, an den Füßen grobe Lederstiefel mit immerhin zwei Stollen an jeder Ferse. Auch Schaffers Mannschaftskollegen konnten von Funktionshemden und ultraleichten Schuhen nur träumen, als sie 1948 Deutscher Meister wurden. Zahlreiche Ausstellungsstücke aus der wechselvollen Geschichte des 1. FC Nürnberg - von der Gründungszeit bis heute - sind von nächstem Mittwoch (19. September) an in einem kleinen Museum im Sportpark Valznerweiher zu sehen.

"Eine Ausstellung, die jetzt tatsächlich auf lange Sicht für Jedermann zu besuchen ist, ist für den Verein ein Meilenstein", sagte Club-Sprecherin Katharina Wildermuth bei der Präsentation der Ausstellung am Freitag. Ein Jahr lang wurde das Museum, das als Dependance der Museen der Stadt Nürnberg geführt wird, vorbereitet.
Sämtliche 112 Mannschaftsfotos und zahlreiche Exponate - von Trikots über die erste Dauerkarte bis hin zu Marek Mintals Auszeichnung als bester Torjäger - geben einen Eindruck von Spielern, Spielen und Fans der Nürnberger. Hinzu kommen Filme und Videointerviews mit Vereinsgrößen.

Die Höhen und Tiefen auf einer Fieberkurve


Der Club hat zahlreiche Meisterschaften gewonnen und ist dennoch siebenmal aus der Bundesliga abgestiegen. Diese Höhen und Tiefen zeigt eine "Fieberkurve", die von überlebensgroßen Nachbildungen der Club-Größen Heiner Stuhlfauth, Max Morlock, Dieter Eckstein und Marek Mintal flankiert wird. Die dazugehörenden Vitrinen sind sparsam ausgestattet: eine Ehrennadel hier, ein "Kicker"-Cover dort. Das vom "Club-Rot" dominierte Museum wirkt insgesamt nicht überladen - erklärtes Ziel von Kurator Bernd Sieber.

Sein Lieblingsstück ist erst vor drei Wochen in die Hände der Ausstellungsmacher gefallen: Ein Club-Fotograf entdeckte bei seinem Friseur ein FCN-Leibchen an der Wand. "Es stellte sich heraus, dass es das älteste erhaltene Club-Trikot ist, das wir kennen", berichtete Sieber von dem Fund aus dem Jahr 1917. Sprecherin Wildermuth bat die Bevölkerung, Belege der Club-Geschichte dem Archiv des Vereins zu überlassen.