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München: Söder bläst zum Angriff auf Internetgiganten

Der bayerische Ministerpräsident will eine Alternative zu den großen Internetkonzernen schaffen. Das hat er am Mittwochabend vor Zeitungsverlegern kundgetan.
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Markus Söder forderte in Berlin eine Alternative zu den existierenden Internetkonzernen. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa
Markus Söder forderte in Berlin eine Alternative zu den existierenden Internetkonzernen. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich gegenüber der deutschen Presseagentur (dpa) für neue digitale Medienplattformen als Alternative zu den großen Internetkonzernen ausgesprochen.

Söder will eigene Plattform entwickeln

"Wir müssen eigene Plattformen etablieren", sagte der CSU-Vorsitzende am Mittwochabend vor Zeitungsverlegern in Berlin. "Dafür wären auf Dauer auch Gebührengelder sinnvoll angelegt", sagte Söder mit Blick auf die Diskussion um die Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Sender.

Bayern werde in Richtung solcher Plattformen erste Schritte machen, weitere nationale und europäische Schritte müssten folgen. Söder kündigte laut dpa auch an, Geld dafür bereitzustellen: Der Freistaat werde das zusammen mit der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) finanziell begleiten.

Nötig sei eine grundsätzlich neue Medienpolitik, sagte Söder bei der Jahrestagung des Verbandes Bayerischer Zeitungsverleger (VBZV) in der Berliner Landesvertretung des Freistaats. "Heute geht es darum, ob große digitale Giganten letztlich alles allein bestimmen", oder ob es überhaupt noch die Chance gebe, dass die Europäer dabei seien.

Söders Vorstoß wird seit längerem vom ARD-Vorsitzenden gefordert

Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm fordert bereits seit längerem eine europäische Antwort auf große Internetplattformen wie Facebook und die Google-Tochter Youtube. Der Intendant des Bayerischen Rundfunks (BR) hatte auch für eine gemeinsame Plattform der deutschen Zeitungsverleger und der öffentlich-rechtlichen Sender plädiert.

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