München
Mehr Sicherheit

Erste Stadt in Bayern führt Taxi-Gutscheine für Frauen ein und reagiert damit auf aktuelle Entwicklungen

Mit München hat die erste größere Stadt in Deutschland Taxi-Gutscheine für Frauen beschlossen. Damit sollen sie vergünstigt am Abend nach Hause fahren können.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Stadt München führt als erste große Stadt Deutschlands Taxi-Gutscheine für Frauen ein. Mit diesen können sie abends vergünstigt nach Hause fahren. Foto: Arno Burgi dpa/lnw
Die Stadt München führt als erste große Stadt Deutschlands Taxi-Gutscheine für Frauen ein. Mit diesen können sie abends vergünstigt nach Hause fahren. Foto: Arno Burgi dpa/lnw

Frauen-Taxis in München - am Abend günstiger nach Hause: Für Frauen in München soll es ab März 2020 Gutscheine für so genannte Nacht-Taxis geben. Der Kreisverwaltungsausschuss der Stadt stimmte am Dienstag mehrheitlich einem Antrag der Grünen und der Rosa Liste zu. Zwischen 22.00 Uhr und 6.00 Uhr können Frauen und Transfrauen ab 16 Jahren pro Fahrt einen Gutschein im Wert von 5 Euro einlösen. Bedingung ist allerdings, dass sie sich zu einer Wohnadresse fahren lassen. Damit wolle man zum Beispiel Fahrten von Disco zu Disco vermeiden.

Auch für Touristen nutzbar

Auch Auswärtige können das Angebot der Frauen-Nacht-Taxis nutzen, wenn sie innerhalb der Stadtgrenzen einsteigen. Das Ziel dürfe dann auch außerhalb Münchens liegen.

Wegen der geschätzten Kosten von rund einer Million Euro im Jahr muss am Mittwoch noch die Vollversammlung des Stadtrats zustimmen. Ein Jahr lang soll das System ausprobiert werden. Falls es weiterläuft, ist auch eine digitale Lösung etwa über eine Handy-App denkbar.

Gutscheine gibts im Bürgerbüro oder der Stadtinfo

Verteilt werden die Gutscheine in städtischen Einrichtungen wie den Bürgerbüros oder der Stadtinformation, allerdings nur drei Stück pro Besuch. Die Taxifahrer können die Gutscheine bei der Stadt einlösen.

Grund macht Taxi-Gutscheine nötig

München wäre nach Einschätzung der Grünen Vorreiter unter Städten mit mehr als einer Million Einwohner. In Berlin, Hamburg und Köln gebe es kein öffentlich gefördertes Frauen-Nacht-Taxi, heißt es in dem Antrag. Die Grünen hatten ihren Antrag damit begründet, dass Frauen sich abends oder nachts oft unsicher fühlten. Nicht alle könnten sich ein Taxi leisten. Das könne dazu führen, dass sie zu diesen Zeiten nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilnähmen.

In dieser Woche protestieren Landwirte aus ganz Deutschland gegen die aus ihrer Sicht ungerechte Politik der Regierung. Auch fränkische Landwirte beteiligten sich am Protest.