• Ein Flixbus-Fahrer hat nahe de bayerischen Mittenwald mehrere Fahrgäste auf einer Bundesstraße aussteigen lassen.
  • Fahrgäste mussten mit ihren Koffern durch den Schnee zur nächsten Bundesstraße stapfen.
  • Der Vorfall könnte für das Unternehmen rechtliche Folgen haben.

Am Samstag (5. Januar 2019) hat ein Flixbus-Fahrer seine Fahrgäste nahe des bayerischen Mittenwald ausgesetzt. Der Busfahrer hielt am Vormittag in der Nähe der Bundesstraße 2 auf Höhe von Mittenwald und setzte die Gäste dort ab. Zum Zeitpunkt des Vorfalls, schneite es und die Straße war rutschig. Die ausgesetzten Fahrgäste wurde per Meldung auf dem Smartphones dazu aufgefordert, zur nächsten Bundesstraße zu laufen: "Bitte begeben Sie sich zur Bundesstraße, wo Sie unser Fahrer einsammelt." Den Koffer hinter sich herziehend stapften die Fahrgäste zur Bundesstraße. Dies berichtet der Münchner Merkur.

Mittenwald: Flixbus kann witterungsbedingt Haltestelle nicht anfahren

Da sich an der Auffahrt kein Gehweg befand und aufgrund des Wetters eine grundsätzliche Gefahr für die Fahrgäste am Straßenrand bestand, könnte die Aktion ein juristisches Nachspiel für Flixbus haben, da Fahrgäste Anzeige erstattet haben. Gegenüber dem Merkur äußerte sich Flixbus, warum der Busfahrer so reagierte: Laut Bericht sagte ein Sprecher, dass alle Flixbus-Fahrten die neu eingerichtete Schleife passiert hätte. Dies würden interne GPS-Daten belegen. Die Haltestelle in Mittelwald konnte witterungsbedingt nicht angefahren werden, hieß es von Seiten des Konzerns.

Grundsätzlich sei es nur an offiziellen Haltestellen erlaubt aus- und einzusteigen, so der Sprecher. Diese Regelung entfällt, wenn die zuständige Regierung eine "offiziell genehmigte Ersatzhaltestelle" benennt - was in diesem Fall nicht zutrifft. Wie der Merkur von der Regierung Oberbayerns erfuhr, dürfe der Bus nur im Einzelfall eine Ausnahme machen. Auch dieser Fall sei, laut Regierung, nicht gegeben gewesen.

Flixbus reagiert - und ist sich keiner Schuld bewusst

Laut Flixbus sei der Vorfall gar nicht passiert: Die Fahrgäste mit Ziel in Mittenwald seien darüber informiert worden, dass die Haltestelle witterungsbedingt nicht angefahren werden könne. Sie seien umgebucht worden und hätten ein neues Ticket erhalten, heißt es im Bericht.

Die Gemeinde äußerte sich ebenfalls zur Straßensituation und gab an, dass die Straße befahrbar gewesen sei. Derzeit ist unklar, wie der Fall weiter geht.

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