Augsburg
Verurteilt

Mit Spenden für krebskranke Kinder luxuriöses Leben gegönnt: Über 150.000 Euro veruntreut

Mit einer Bewährungsstrafe kommt ein Paar in Augsburg davon, das über 150.000 Euro an Spendengeldern für krebskranke Kinder veruntreut haben soll. Außerdem müssen sie Geld zahlen - an eine Stiftung für krebskranke Kinder.
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Drei junge Patienten spielen in der Tagesklinik für Krebskranke im Haunerschen Kinderkrankenhaus miteinander: Spenden, die den kleinen Patienten zugedacht waren, sind laut Anklage von den Verantwortlichen  veruntreut worden.Tobias Hase, dpa
Drei junge Patienten spielen in der Tagesklinik für Krebskranke im Haunerschen Kinderkrankenhaus miteinander: Spenden, die den kleinen Patienten zugedacht waren, sind laut Anklage von den Verantwortlichen veruntreut worden.Tobias Hase, dpa

Weil sie sich mit Spenden für krebskranke Kinder ein luxuriöses Leben gegönnt haben, sind zwei Vereinsvorstände vom Amtsgericht Augsburg zu Haftstrafen auf Bewährung verurteilt worden.

Die Angeklagten hatten sich immer wieder Geld des bayernweit aktiven Hilfsvereins auf eigene Konten überwiesen, teils mehrere 10.000 Euro auf einmal. Mit dem Geld kauften sie sich beispielsweise ein Elektrofahrrad oder eine Actionkamera.

Der Richter verurteilte die 50 Jahre alte Frau am Donnerstag zu einer 22-monatigen Bewährungsstrafe, ihr getrennt lebender 39 Jahre alter Ehemann erhielt 20 Monate. Zudem müssen beide jeweils 40.000 Euro an Organisationen zahlen, die sich um krebskranke Kinder kümmern.

Über 150.000 Euro veruntreut - Haus zwangsversteigert

Außerdem wird zur Wiedergutmachung des Schadens des Vereins weiteres Geld bei den Angeklagten eingezogen. Das Haus des Paares wurde zwangsversteigert, um die Zahlungen zu ermöglichen.

In der Anklage war aufgelistet, dass das Paar in zwei Jahren etwa 167.000 Euro für kranke Kinder gesammelt habe, aber nur rund 15.000 Euro wirklich für diesen Zweck verwendet wurde. Um das Verfahren zu vereinfachen, hatte das Gericht die Vorwürfe des Spendenbetrugs aber eingestellt. Nach einem Geständnis wurden die Angeklagten daher nur noch wegen Untreue verurteilt.

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