Regensburg
Prozess

Mit Kabelbindern gefesselt und Plastiktüten erstickt: Vater erhält nach heimtückischen Mord lebenslange Haft

Er sagte zu seinen Kindern, er wolle mit ihnen Polizei spielen, als er sie mit Kabelbindern fesselt und anschließend mit Plastiktüten erstickte. Am Dienstag (18. Mai) wurde der Vater vor dem Landgericht in Regensburg zu lebenslanger Haftstrafe wegen Mordes verurteilt.
 
Zwei Kinder tot - Vater zu lebenslanger Haft verurteilt
Kerzen und ein kleiner Engel stehen vor dem Hauseingang eines Hauses. Ein Vater hat seine zwei Kindern auf brutale Weise in Schwarzach (Landkreis Straubing-Bogen) ermordet. Nun wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt. Foto: Armin Weigel/dpa Foto: Armin Weigel (dpa)

Er soll seinen eigenen Kindern ein Spiel vorgegaukelt und sie dann umgebracht haben: Zu Prozessbeginn vor dem Landgericht Regensburg hat der Angeklagte gestanden, seine Tochter und seinen Sohn mit einer Plastiktüte erstickt und mit den Händen erwürgt zu haben. "Meine Kinder waren das Wichtigste in meinem Leben", beteuerte der 37-Jährige in einer schriftlichen Erklärung, die sein Anwalt vorlas.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann zweifachen Mord vor. Er soll die sechs und acht Jahre alten Kinder getötet haben, um damit seiner getrennt von ihm lebenden Partnerin Schuldgefühle zu machen. Die Frau lebte nach der Trennung mit einem anderen Mann zusammen. Am Dienstag (18. Mai) wurde der Vater zu lebenslanger Haft verurteilt.

Update vom 18.05.2021, 18 Uhr: Vater nach Mord zu lebenslanger Haft verurteilt

Für die Tötung seiner beiden Kinder ist ein 37-Jähriger am Dienstag (18. Mai) vor dem Landgericht im bayerischen Regensburg zu einer lebenslangen Haftstrafe wegen Mordes verurteilt worden.

Damit folgten die Richter dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger war von zweifachem Totschlag ausgegangen und hatte eine 14-jährige Haftstrafe für seinen Mandanten gefordert.

Vorherige Berichterstattung: Vater gaukelte Kindern Spiel vor

Als Sohn und Tochter im Mai 2020 bei ihrem Vater übernachteten, gaukelte er ihnen der Anklage zufolge ein Spiel vor: Er gab sich als Polizist aus, der die Kinder mit Kabelbindern fesseln müsse. Auf diese Weise habe der Mann verhindern wollen, dass sich die Kinder gegen die Tötung wehren. Danach soll ihnen der Vater jeweils eine Tüte über den Kopf gezogen, diese verklebt und die Kinder zusätzlich gewürgt haben. 

Die Leichen der Kinder fand die Polizei in der Wohnung des Mannes in Schwarzach (Landkreis Straubing-Bogen). Der Mann stellte sich einige Stunden später auf der Polizeidienststelle. "Ich weiß, dass ich eine lange Freiheitsstrafe verdient habe", erklärte der Angeklagte über seinen Anwalt.