Bamberg
Grill den Ministerpräsidenten

Ankerzentren und Grenzpolizei: Söder sieht Bayern beim Thema Flüchtlinge auf dem "richtigen Weg"

Fünf Wochen vor den Landtagswahlen steht Markus Söder am Grill der Mediengruppe Oberfranken Rede und Antwort: Der Ministerpräsident über heiße Eisen, Erfolgsrezepte und Extrawürste.
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MGO-Chefredakteur Frank Förtsch nutzt die Ess- und Brutzelpause von Markus Söder, um Fragen zu stellen.Matthias Hoch
MGO-Chefredakteur Frank Förtsch nutzt die Ess- und Brutzelpause von Markus Söder, um Fragen zu stellen.Matthias Hoch
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Der Ministerpräsident gefällt sich in Bamberg als bayerischer Durschnittsbürger. "Ich bin ein normaler Mensch mit einem normalen Geschmack." Wenn es ernst werde im Leben, ziehe es ihn zurück in seine fränkische Heimat: "Und dann will ich auch richtig fränkisch essen. Kloß mit Soß: Danach kann einem nichts mehr passieren im Leben." Markus Söder krempelt die Hemdsärmel hoch, bindet sich eine Schürze um und geht hinter den Grill. Dann widmet er sich den Würsten - und den Fragen unserer Leser.

Markus Söder über mögliche Koalitionen (Frage von Georg Sesselmann, Marion Hübner und Gisela Schlenker): "Ach, jetzt lassen wir die Bayern erst einmal wählen. Den Landtag bestimmen sie und nicht Journalisten und Demoskopen. Wir spüren, wie sich die Welt verändert. Die CSU ist die einzige Partei in Bayern, die einen inneren Kompass hat. Die Grünen? Stehen für Fahrverbote, höhere Steuern und unbegrenzte Zuwanderung. Ich dagegen will, dass Bayern Bayern bleibt. Bayern, das ist für mich Tradition und Moderne, Sandkerwa und Spitzenuniversitäten."

... über das Landesfamiliengeld (Frage von Nadine Wöhle, Wolfgang Göller und Sabrina Bartel): "Das Familiengeld wird an alle Familien ausgezahlt. Ich werde in dieser Sache nicht nachgeben. Ich habe immer gedacht, dass die SPD ein Partner für die Armen ist."

(Anm. der Redaktion: Seit September zahlt der Freistaat das Landesfamiliengeld aus. Aus Berlin droht Bundessozialminister Heil (SPD) damit, das Landesfamiliengeld auf Hartz-IV-Leistungen anzurechnen.)

Am Grill unterbreitet Söder der SPD ein Güteangebot: "Das Familienangebot wird auch an Bezieher von Hartz-IV-Leistungen in vollem Umfang ausgezahlt. Im Gegenzug sollten wir gemeinsam die illegalen Transfers von Kindergeld ins Ausland stoppen. Außerdem bin ich dafür, das an EU-Bürger ausgezahlte Kindergeld an die Lebenshaltungskosten in deren Heimatländern anzupassen."

... über die Ereignisse von Chemnitz (Frage von Richard Klemm): "In Chemnitz sind AfD, NPD und Hooligans Seit' an Seit' marschiert. Chemnitz muss ein Weckruf sein. Die bayerische AfD fordert einen freien Zugang zu Waffen. Hier soll das staatliche Gewaltmonopol ausgehöhlt und durch bewaffnete Einheiten ersetzt werden. Ich würde mir wünschen, dass zumindest Einzelpersonen der AfD vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Die AfD ist nicht in Bayern entstanden, sondern Teil einer internationalen Entwicklung, die das etablierte politische System angreift. Selbst wenn die AfD in Bayern zehn Prozent holt, ist das immer noch weniger als woanders." ... Söder über die bayerische Asylpolitik (Frage von Inka Wunderer): "Entscheidend ist, dass weniger Flüchtlinge kommen und die Richtigen unser Land auch wieder verlassen. Mit der bayerischen Grenzpolizei, den Ankerzentren und dem Landesamt für Asyl sind wir auf dem richtigen Weg. Bayern hilft gern und Bayern hilft mehr als andere Bundesländer. Wenn aber sogar gegen die Abschiebung Straffälliger demonstriert wird, fehlt mir das Verständnis."

... über Kindergartengebühren (Frage von Irmtraud Herbst, Ernst Albert und Herbert Graser): "Es ist einfach nicht in Ordnung, dass Berlin über den Finanzausgleich auch mit bayerischem Steuergeld die Beiträge für Kitas abschafft. Anders als die Berliner investieren wir in Bayern lieber in mehr Erzieher. Ich will Eltern nicht vorschreiben, ob sie ihre Kinder daheim erziehen oder in die Kita bringen. Das müssen sie alleine entscheiden."

... über Lehrer: "Dass angestellte Lehrer in den Ferien ausgestellt werden können, werden wir ändern. Denn Lehrer verdienen eine feste Perspektive."