Im oberbayerischen Miesbach, Bayerns kleinster Kreisstadt befinden sich die Bewohner schon in Faschingsstimmung. Einer von rund 12.000 Miesbachern sorgt jedoch mit einem Hype dafür, dass die Faschingsfolklore eine neue Facette erhält. Florian Perkmann ist Bäcker und verkauft üblicherweise allerlei Backwaren. Seine vierjährige Tochter brachte ihn zuletzt bei einem Ausflug auf die Idee, etwas Außergewöhnliches auszuprobieren: einen Leberkäskrapfen!

Sie habe Hunger auf einen Krapfen, habe die Vierjährige gerufen: "Da kam mir die spontane Idee, den mit Leberkas zu kombinieren", berichtet der 43-jährige Bäcker im Interview mit inFranken.de. Kurzerhand experimentierte Perkmann - und der neue Krapfen war geboren. Der Leberkäskrapfen bestehe aus einem normalen Krapfen, der mit Marmelade gefüllt sei. Aufgeschnitten, eine Scheibe Leberkäs dazwischen gelegt und mit Senf garniert - fertig ist er, der Leberkäskrapfen: "Zuerst haben wir es ohne Senf angeboten - mittlerweile hat sich der süße Senf durchgesetzt", so der Bäcker. Für das kommende Jahr möchte der 43-Jährige mehrere Leberkäs-Sorten anbieten, man sei da sehr experimentierfreudig. Den Krapfen gibt es seit Montag (28. Januar 2019), in der Bäckerei zu kaufen.

Der Faschings-Snack der besonderen Sorte erhält viel Zuspruch. Viele Menschen aus dem bayerischen Miesbach probieren den Leberkäskrapfen aus. Es gebe allerdings auch Kunden, deren Geschmack nicht getroffen werde - dann heiße es nur: "Naa, des basst mer ned!" Laut Perkmann reiste zuletzt sogar ein Pärchen aus dem österreichischen Salzburg an, um den Krapfen zu probieren. Sie hätten von der Neuheit über Facebook erfahren.

 

Perkmann hatte sein neues Produkt zuletzt auf Facebook beworben. Die Reaktionen darauf fielen unterschiedlich aus. Wie im örtlichen Laden, freuten sich zahlreiche User über die kreative Aktion. Jedoch gesellten sich auch diverse Hass-Postings in die Kommentarspalte. Ein User schrieb beispielsweise: "PFUI TEUFEL ! WIE KÖNNT IHR NUR SO EINE SCHEISSE FRESSEN ! DAS FLEISCH KOMMT BESTIMMT AUS ELENDEN TIERFABRIKEN _ EUCH ALLE SOLLTE MAN DURCH EINEN SCHLACHTHOF FÜHREN......SCHÄMT EUCH !"

 

Leberkäskrapfen-Bäcker Perkmann: "Einige mit hohem Blutdruck vor dem PC"

Florian Perkmann nahm sich die Zeit, um auf darauf zu antworten, was er sonst nicht tue, so der Bäckermeister: "Endlich mal ein Hater nach meinem Geschmack! Für den Grund, warum wir Menschen auch Fleisch essen, beschweren Sie sich doch bitte bei der Evolution. Ihr Bäckermeister Ihres Vertrauens." Im Interview erklärte der 43-Jährige: "Wir leben in einer Demokratie, da kann jeder selbst entscheiden, was er isst, ich zwinge ja niemanden dazu." Laut Perkmann, komme der Leberkäs aus zwei örtlichen Metzgereien und nicht aus "Tierfabriken" - außerdem gehe es nur um einen Krapfen, das sei kein Grund, sich zu beschimpfen. Neben derartigen Reaktionen erreichten den Bäcker mehrere Nachrichten von Veganern, die sich über seine Aktion beschwerten. Darunter sollen auch Nachrichten von Tierschutzorganisationen gewesen sein, in denen die Zunge locker gewesen sei, berichtet der Miesbacher. "Diese Missionarskultur ist nervig. Ich esse sehr bewusst Fleisch und habe mehrere Vegetarier in der Familie, aber das geht zu weit!", erklärt Perkmann.

Von solchen Reaktionen will sich der 43-jährige Bäckermeister nicht abschrecken lassen. Derweil ist er über die Reichweite der Aktion überrascht: "Es ist schon verrückt, wie sich Leute für so etwas begeistern lassen." Heutzutage sei es so einfach, mit einer "ungeplanten" Idee einen viralen Hit zu landen.

"Bläd is des niad. Im Fasching gibt's de Krapfn aa mit an schoarfn Senf..." - Facebookkommentar

Den Leberkäskrapfen gibt es noch bis zum Faschingsdienstag (5. März 2019), dem Ende der Faschingszeit zu erwerben. Perkmann selbst geht allerdings davon aus, dass der Hype nach dem Aschermittwoch vorbei ist.

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