Bayern und Sachsen mit Zehn-Punkte-Plan für tschechische Grenzregion: Bayern und Sachsen fordern aus Berlin und Brüssel Sonderhilfen für Corona-Hotspots. "Wir wünschen vom Bund und von der EU zusätzliche Impfstofflieferungen", sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag (01.03.2021) in München.

Dies sei wichtig, damit perspektivisch auch hier durch sinkende Inzidenzen Öffnungen wieder vertretbar würden. Bayern werde seine Hotspots ebenfalls "bewusst stärken" und mehr Impfstoff in die Landkreise in den Grenzregionen geben. Bayern und Sachsen sind durch ihre Grenzen zu Tschechien derzeit besonders herausgefordert: Landkreise in Grenznähe zählen seit einiger Zeit zu den auffälligsten Corona-Hotspots in Deutschland. Deshalb laufen inzwischen auch verschärfte Kontrollen an den Grenzen zum Nachbarland Tschechien.

Söder will mehr Impfstoff für Grenzregionen zu Tschechien

Beide Länder wollten Tschechien besser helfen, nicht nur mit der Aufnahme von Corona-Patienten in Krankenhäusern. "Wir müssen das Herz Europas unterstützen, das leidet besonders unter Corona. Dieses Herz braucht besondere Unterstützung, man müsse dessen Pumpleistung erhöhen", betonte Söder. Um die schwierige Lage in Tschechien zu verbessern, würden Bayern und Sachsen zudem Schnelltests und Impfstoff an das Nachbarland liefern.

Mit den jetzigen Werkzeugen könne die Corona-Situation in den Grenzregionen nicht gelöst werden, sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Hier brauche es ein besonderes Impfregime für die Hotspots. Er schlug für die betroffenen Regionen etwa Impfangebote für alle Erwachsenen über 18 Jahren vor. Das sei eine Möglichkeit, die Ausbreitung des Virus zu verhindert.

Der Zehn-Punkte-Plan sieht neben einer Impfstrategie auch eine Ausweitung der Testkapazitäten vor. So soll es ein einheitliches Konzept zwischen Bayern und Sachsen geben, Schnelltests sollen flächendeckend bereitgestellt werden - auch in den Betrieben der Region. Bei den PCR-Tests soll währenddessen die Ausbreitung der Mutationen besser überwacht werden. Alle positiven Tests sollen daher sequenziert und mit einem gemeinsamem "Virusvarianten-Monitoring" beobachtet werden.

Hohe Corona-Inzidenzen an tschechischer Grenze: Vorerst keine Lockerungen

Für Pendler gilt weiterhin, dass die Einreise nur mit einem negativen Testergebnis möglich ist. In "Hot-Spots" gilt zudem die Pendlerquarantäne - in Bayern betrifft dies aktuell alle Landkreise, die an der Grenze zu Tschechien liegen. Die Inzidenzwerte liegen dort überall über 100, teilweise sogar über 200. 

Etwaige Lockerungen sind dort vorerst nicht vorgesehen: Geschäfte, Schulen und Kitas bleiben geschlossen und die Ausgangsbeschränkungen gelten weiterhin. Erst kürzlich hatten die Landräte der bayerischen Grenzregionen gefordert, dass insbesondere Geschäfte und Gastronomie unabhängig von der Sieben-Tage-Inzidenz öffnen dürfen. Natürlich nur, falls auf Bundesebene Lockerungen beschlossen werden und mit besonderen Hygiene- und Testkonzepten.