Mehr als die Hälfte der Migranten besitzt demnach die deutsche Staatsangehörigkeit. Die Daten des Statistischen Landesamtes wurden am Freitag veröffentlicht. Im Jahr 2015 hatten im Freistaat nach Angaben des Landesamts rund 2,72 Millionen der 12,74 Millionen Einwohner einen Migrationshintergrund. Davon waren etwa 70 Prozent selber aus dem Ausland nach Deutschland gezogen. Das von den Zugewanderten und ihren Nachkommen am häufigsten genannte Herkunftsland war die Türkei (336.000), gefolgt von Rumänien (248.000) und Polen (202.000).

Als Menschen mit Migrationshintergrund gelten Menschen, - die keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzen - oder im Ausland geboren wurden und seit 1950 zugewandert sind - oder die einen Elternteil mit ausländischer Staatsangehörigkeit haben - beziehungsweise bei denen ein Elternteil aus dem Ausland zugewandert ist.

Unter den sieben bayerischen Regierungsbezirken weisen Oberbayern mit 26 Prozent und Mittelfranken mit 24 Prozent einen überdurchschnittlich hohen Anteil von Menschen mit ausländischen Wurzeln auf.


Deutsche Identitäten: Wer sich als was und wem verbunden fühlt


Eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur zeigt das Verhältnis der Menschen in Deutschland zu ihrer Identität, zu anderen EU-Ländern und zu Deutschlands Nachbarstaaten. Erkenntnisse der Umfrage im Überblick:

- Eine große Mehrheit von 61 Prozent verbindet mit "Deutschsein" etwas Positives (31 Prozent "sehr positiv", 30 "eher positiv").
- 31 Prozent sagen, "Ich bin Deutscher" beschreibe am besten ihre gefühlte Identität. 13 Prozent fühlen sich am stärksten ihrer Region verbunden, 12 Prozent einer Stadt, 11 Prozent dem Bundesland. Jeweils 10 Prozent sehen sich in erster Linie als Europäer oder Weltbürger.
- Die größte Identifikation mit dem Bundesland gibt es in Bayern: Dort sagen 25 Prozent, sie fühlten sich vor allem als "Bayer". Vorrangig als Deutsche fühlen sich dort nur 17 Prozent.
- Eine überwältigende Identifikation mit dem Bundesland/der Stadt/der Region statt der Bundesrepublik gibt es auch in Hamburg (zusammen 44 Prozent gegen 23 Prozent für Deutschland). In Baden-Württemberg identifizieren sich auffällig viele Leute (32 Prozent) stärker mit der jeweiligen Region als mit der Nation (23 Prozent).
- Lieblingsnachbarland der Menschen in Deutschland ist das ebenfalls deutschsprachige Österreich, gefolgt von den Niederlanden.
- Die gefühlte Nähe zu den Nachbarländern hängt stark von der geografischen Nähe ab: So sind zum Beispiel den Leuten im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen die Niederlande emotional wesentlich näher als die Alpenrepublik Österreich.