Passau
Tödliche Schlägerei

Maurice (15) in Passau totgeprügelt: Nach Schocktat jetzt Anklage gegen sechs Beschuldigte

Die Tat hatte weit über Bayern hinaus für Entsetzen gesorgt: In einer Fußgängerunterführung in Passau kommt es zu einer brutalen Schlägerei unter Jugendlichen. Dabei kommt ein 15-Jähriger ums Leben. Auch Monate danach sind noch einige Fragen ungeklärt.
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Vier Monate nach einer Schlägerei in Passau, bei der ein 15-Jähriger getötet wurde, hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen die mutmaßlichen Täter erhoben. Die Anklageschrift sei an das Landgericht Passau übergeben worden, sagte ein Sprecher der Behörde am Mittwoch. Das Landgericht muss nun entscheiden, ob die Anklage zur Hauptverhandlung zugelassen wird.

Schläge gegen Kopf und Oberkörper: 15-Jähriger erstickt an seinem eigenen Blut

Beschuldigte sind zwei zur Tatzeit erwachsene junge Männer sowie vier Jugendliche. Für letztere würde damit im Falle einer Verurteilung das Jugendstrafrecht angewendet. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft lautet auf Körperverletzung mit Todesfolge. Bei der Tat im April dieses Jahres war der 15-Jährige nach Faustschlägen gegen Kopf und Oberkörper an seinem eigenen Blut erstickt.

Im Internet zum Streit verabredet

Die Tat im April hatte weit über Passau hinaus für Aufsehen gesorgt. Das Opfer, der 15-Jährige Maurice K., sowie ein weiterer 15-Jähriger hatten sich über das Internet an einer Unterführung in Passau verabredet, um einen Streit auszutragen. Die zunächst verbale Auseinandersetzung eskalierte allerdings, es kam erst zu Ohrfeigen und dann zu einer handfesten Schlägerei, in die sich nach und nach weitere Anwesende einmischten.

Offene Frage: Warum eskalierte der Streit?

Der 15-Jährige ging schließlich zu Boden, er hatte Faustschläge gegen den Kopf und den Oberkörper erlitten und war in den Schwitzkasten genommen worden. Der Schüler starb schließlich durch Einatmen seines eigenen Blutes. Unklar blieb, weshalb sich die Jugendlichen stritten. Ebenfalls offen blieb die Frage, wer von den Tatverdächtigen den möglicherweise tödlichen Schlag ausführte.

Maurice K. stammte aus einem Ort im Passauer Umland und besuchte ein Berufsbildungszentrum. Seine Mutter war bei der Schlägerei zufällig in der Nähe und kam gerade hinzu, als der Notarzt ihren Sohn reanimierte.

Fotonachweis: Armin Weigel/dpa