Viel Ärger hatten die Polizei in Bayern aufgrund zahlreicher Corona-Verstöße und teils gewalttätigen Auseinandersetzungen um die Maskenpflicht. So haben Maskenverweigerer  am Wochenende mehrere Menschen angegriffen, die sie aufgefordert haben, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Außerdem hat die Polizei am Wochenende mehrere «Corona-Partys» in Bayern aufgelöst: Neben Anzeigen gab es auch Verletzte. Weiterhin gab es am Wochenende zahlreiche Kundgebungen gegen die Corona-Maßnahmen, unter anderem in Nürnberg, Erlangen und Herzogenaurach.  

Zahlreiche Verstöße und gewalttätige Vorfälle

Bereits am Freitag sollen laut Polizei in Lauf an der Pegnitz im Rahmen einer Versammlung gegen die Corona-Maßnahmen drei Beamten verletzt worden sein. Die Polizisten waren demnach von einem Teilnehmer der Versammlung angegriffen worden, nachdem sie das Attest einer Frau kontrollieren wollten, die keinen Mund-Nasen-Schutz getragen hatte.

In einer Münchner S-Bahn soll eine 22 Jahre alte Frau einen Mann bei einem Streit um die fehlende Mund-Nasen-Bedeckung verletzt haben. Das 28 Jahre alte Opfer hatte die Frau angesprochen und sie gebeten, eine Maske zu tragen, teilte die Polizei am Sonntag mit. Daraufhin habe die Frau ihn beleidigt und ihm in den Bauch getreten. Zudem habe der Mann Abschürfungen an der Hand erlitten. 

Bei dem Streit am Freitagabend habe die Frau zudem mehrfach gegen Mitarbeiter der DB-Sicherheit, die eingeschritten waren, getreten. Eine 31 Jahre alte Mitarbeiterin sei hierbei am Knöchel und am Oberschenkel verletzt worden. Eine Blutprobe der mutmaßlichen Täterin habe einen Promillewert von 2,66 ergeben. Die Polizei leitete Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und Beleidigung gegen die 22-Jährige ein. Zudem erwartet sie eine Strafe wegen eines Verstoßes gegen die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung.

Im oberfränkischen Forchheim soll am Samstagabend ein 17-Jähriger randaliert und eine weitere Jugendliche zu Boden geschubst haben. Dort war es ebenfalls zum Streit gekommen, weil der 17-Jährige sich geweigert hatte, eine Maske zu tragen, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Beim Eintreffen der Polizei habe der mutmaßliche Täter ebenfalls die Beamten beleidigt. Er habe die Nacht auf Anordnung eines Richters in Gewahrsam verbracht.

Ärger durch "Corona-Partys"

Doch in den eigenen vier Wänden kam es zu zahlreichen Verstößen gegen die Corona-Beschränkungen. So hatten sich im unterfränkischen Aidhausen sechs Personen nicht nehmen lassen, gemeinsam den Samstagnachmittag zu verbringen. Die Personen im Alter zwischen 36 und 60 Jahren kamen aus insgesamt fünf verschiedenen Hausständen. Die Abstands- und Hygienevorschriften wurden ebenfalls missachtet. Die Polizei brachte die Verstöße zur Anzeige.

In Bamberg wurde Feiernden am Freitag der Lärm zum Verhängnis: Dadurch alarmiert trafen die Beamten vor Ort mehrere Menschen in einer Wohnung an. Auch die Polizeiinspektion Nürnberg-West musste am späten Freitagabend (21.01.2021) eine Feier in einer Privatwohnung im Stadtteil Wetzendorf auflösen. Gegen den Gastgeber und neun anwesende Gäste erstattet die Polizei nun Anzeigen nach dem Infektionsschutzgesetz.

Im schwäbischen Weißenhorn (Landkreis Neu-Ulm) verletzten sich derweil zwei Menschen, die versuchten, vor der Polizei zu flüchten. Zuvor hatte eine Streife in einer Wohnung eine Feier mit 13 Teilnehmern aus unterschiedlichen Haushalten vorgefunden, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. 

Offene Brüche bei Fluchtversuch

Die Gäste seien allesamt alkoholisiert gewesen. Als die Polizei die Personalien aufnehmen wollte, hätten mehrere Menschen versucht, aus der Wohnung zu stürmen. Wegen des aggressiven Auftretens von sieben Feiernden habe die Polizei Verstärkung gerufen. Zwei Partygäste sprangen aus einem Fenster im zweiten Stock, um sich der Kontrolle zu entziehen. Die beiden Männer seien mit offenen Brüchen in Krankenhäuser gebracht worden. Alle Anwesenden wurden aufgrund eines Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz angezeigt.

Auch in Weiden in der Oberpfalz und Memmingerberg (Landkreis Unterallgäu) kam es zu verbotenen Feiern. Hier wurden jeweils am Freitag- und Samstagabend Partys mit sechs Menschen aufgelöst. Auch dort wurden die Feiernden aus unterschiedlichen Haushalten angezeigt.

Im schwäbischen Röfingen (Landkreis Günzburg) beendete die Polizei am Samstagabend eine Feier mit vier Menschen. Während die Beamten noch am Tatort waren, kam ein weiterer Mann hinzu. Er habe mitfeiern wollen. Gegen die fünf Anwesenden im Alter zwischen 16 und 30 Jahren wurde Anzeigen erstattet.

rowa/mit dpa