Die Maskenpflicht im Unterricht für Schülerinnen und Schüler an Bayerns Grundschulen ist weitgehend gekippt. Das hat das Bayerische Kabinett am Dienstag (22. Juni 2021) beschlossen. Dem Vernehmen nach soll die neue Regelung bereits am Mittwoch (23. Juni 2021) gelten, neben Grundschulen auch in Horten und Förderschulen der Grundschulstufe. 

Bisher müssen auch die Kleinsten in den Schulen zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus Masken im Unterricht tragen. Wenn sie an ihrem Platz sitzen, sollen sie die künftig abnehmen dürfen. Bayern folgt damit dem Beispiel mehrerer anderer Bundesländer. Bereits in der vergangenen Woche hatte das Kabinett ermöglicht, dass die Maskenpflicht in den Pausen auf dem Schulhof oder bei Wandertagen entfallen kann.

Maskenpflicht entfällt im Unterricht: Grundschüler dürfen sich freuen

Innerhalb der Regierung hatten sich vor allem die Freien Wähler für den Wegfall des Mund-Nasenschutzes bei den Kleinsten starkgemacht. Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) hatte in der vergangenen Woche erklärt, es gebe unterschiedliche Auffassungen bei den Koalitionspartnern in dieser Frage. Auch Elterninitiativen und Lehrer hatten bemängelt, dass den Kindern mit der Maske ein Teil ihrer Identität genommen werde und die pandemiebedingten Einschränkungen mit der Maskenpflicht unnötig verlängert würden. 

Aus der Pressekonferenz zur Kabinettssitzung gehen folgende Lockerungen ab Mittwoch (23. Juni 2021) hervor: 

  • Unter freiem Himmel entfällt in der Schule, Hochschule und den Kindertagesstätten die Maskenpflicht. Es bleibt auf ausreichenden Mindestabstand aller Beteiligten zu achten.
  • Bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz unter 50 entfällt an den Grundschulen und der Grundschulstufe der Förderschulen im Klassenzimmer nach Einnahme ihres Sitz- oder Arbeitsplatzes für Schülerinnen und Schüler sowie für Lehrkräfte die Maskenpflicht.
  • Bei Sport- und Kulturveranstaltungen unter freiem Himmel bleiben wie bisher höchstens 500 Zuschauer zulässig. Davon dürfen höchstens 100 ohne feste Plätze (als Stehplätze) mit Mindestabstand vergeben werden, die übrigen nur als feste Sitzplätze.

Blick auf Delta-Variante: "1,5 Mal ansteckender"

Kultusminister Michael Piazolo fügte hinzu, dass noch dieses Jahr Abi-Feiern und Abschlussfeiern möglich gemacht werden sollen. "Allerdings ohne großes Catering", so Piazolo. Die Veranstaltungen werden wohl hauptsächlich im Sitzen und mit dem nötigen Abstand stattfinden. Über eine bestimmte Teilnehmerzahl bei den Veranstaltungen wird derzeit noch beraten. 

Auch in einer fränkischen Stadt breitet sich derzeit die Delta-Variante aus.

Der Leiter der Staatskanzlei, Dr. Florian Herrmann, erklärte mit Blick auf Israel, dass dort die besorgniserregende Delta-Variante sich vor allem in Schulen verbreitet hat und im Allgemeinen weiterhin zur Vorsicht geraten wird. "Die Delta-Variante ist 1,5 Mal ansteckender als andere Varianten", erklärt Herrmann. In Deutschland und Bayern herrsche derzeit allerdings eine "erfreuliche Gesamtlage". Die Corona-Pandemie würde sich in die richtige Richtung entwickeln, so Herrmann. Dennoch weist er darauf hin, dass noch immer Menschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus sterben. "In Bayern haben wir zum Beispiel 14 neue Todesfälle, in ganz Deutschland sind es 77."