Die rund 10 Millionen OP-Masken mit gefälschter Bestätigung der Qualität wurden offenbar teilweise verwendet: Die Behörde hatte die Masken im April 2020 für rund neun Millionen Euro von zwei Unternehmern aus der Oberpfalz gekauft. 

Das LGL hatte die Masken an die Kreisverwaltungsbehörden weitergegeben, nun erklärte es: "Es ist davon auszugehen, dass ein Teil der Masken, als diese noch als verwendbar galten, von den Kreisverwaltungsbehörden an Bedarfsträger ausgeliefert und dort aufgrund des großen Bedarfs während der ersten pandemischen Welle und des zusammengebrochenen Marktes für Schutzmasken verbraucht wurde." Darüber, was mit gegebenenfalls übrigen Masken passierte, nachdem klar geworden war, dass sie nicht eingesetzt werden dürfen, hat das LGL keine Informationen.

Update vom 23.07.2021, 11 Uhr: LGL gibt zu - ungeeignete OP-Masken wurden offenbar teilweise verwendet

Ein Teil der rund zehn Millionen OP-Masken mit mutmaßlich gefälschter Qualitätsbestätigung wurde in der frühen Phase der Corona-Pandemie offenbar verwendet. Das geht aus der Antwort des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) auf eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur hervor.

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Die Masken waren im April und Anfang Mai 2020 ausgeliefert worden. Erste Hinweise auf potenzielle Unstimmigkeiten gab es laut LGL Anfang Mai. Daraufhin habe man "umgehend" ein Gutachten in Auftrag gegeben. "Nachdem hinreichende Informationen vorlagen, wurde die Sperrung des Produktes und ein Rückruf initiiert", erklärte die Behörde. Die Vorwürfe waren vergangene Woche nach der Verhaftung der beiden Unternehmer bekanntgeworden.

Überwachungsbehörde: 10 Millionen OP-Masken seien "nicht verkehrsfähig"

Zu einem nicht näher bezeichneten Zeitpunkt wurden die Masken wegen Hinweisen der zuständigen Überwachungsbehörde in Hamburg durch ein externes akkreditiertes Labor überprüft, wie das LGL mitteilte. Dies habe ergeben, dass die Masken zwar eine ausreichende Filterleistung hatten, allerdings bei anderen Eigenschaften die Norm nicht erfüllten. Daher seien sie "als nicht verkehrsfähig einzustufen" gewesen.

Die Information wurde damals an die Kreisverwaltungsbehörden, aber auch das Bayerische Landeskriminalamt weitergegeben, hieß es weiter vom LGL. Dies habe die dortigen Ermittlungen ausgelöst.

Auch zu den Kosten des Maskendeals, der vergangene Woche bekannt geworden war, äußerte sich die Behörde nun erstmals. Sie habe rund neun Millionen Euro brutto bezahlt.

Vergangene Woche waren zwei Unternehmer aus der Oberpfalz im Alter von 31 und 33 Jahren verhaftet worden. Sie sollen dem LGL die rund 10 Millionen Masken in mehreren Tranchen verkauft haben. Bei einem der Männer handelt es sich um einen Lokalpolitiker der Freien Wähler.

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