Wer die Nase voll hat von Dauerfrost und Rutschpartien auf glatten Wegen, reagiert auf die aktuelle Eiszeit wohl noch aus einem anderen Grund verschnupft: In der bodennahen Kaltluftschicht sammeln sich die Schadstoffe. Fast überall in Franken herrscht dicke Luft.

Das Phänomen, über das das Landesamt für Umwelt (LfU) in Augsburg berichtet, ist auch eine Folge des Wetterumschwungs, der sich anbahnt. Über die Eisluft, die wie ein Ozean auf dem Land liegt, hat sich in größeren Höhen warme Luft geschoben. Bei bis zu minus 15 Grad am Boden werden in 1000 Metern Höhe Plusgrade gemessen.

Diese Inversionswetterlage ist dadurch gekennzeichnet, dass es keine Durchmischung der Luftschichten gibt. In den nächsten Tagen bleibt es in Franken windstill und trocken, und damit bleiben auch die Abgase aus Auspuffrohren und Schornsteinen da, wo sie entstehen.

Vor allem in den städtischen Gebieten Frankens ist die Luft schlecht bis sehr schlecht, aber auch auf dem Land bleibt es trüb. Die Messstationen des LfU melden nur aus Nord- und Ostoberfranken sowie aus dem westlichen Unterfranken noch gute Luftwerte (Coburg, Hof und Aschaffenburg).

In allen anderen Städten herrscht insbesondere beim Feinstaub "Alarmstufe rot". Bei einem Bezugswert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter wurden am Dienstag die höchsten Werte im Freistaat nicht etwa in München gemessen, sondern in Nürnberg (152), Würzburg (136) und Ansbach (133 Mikrogramm). Auch Bamberg zählte mit 103 Mikrogramm zu den Städten mit dicker Luft (www.lfu.bayern.de).