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München
Drama

"Liebeswahn": Stalkerin terrorisiert Mann über Jahre - jetzt ist sie schwanger

Die beiden lernten sich im Urlaub kennen: Eine nette Bekanntschaft entwickelte sich für einen 40-Jährigen zum blanken Horror. Die Frau stalkte ihn jahrelang. Nun wurde sie verurteilt.
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Eine Urlaubsbekanntschaft entwickelte sich für den 40-Jährigen zum absoluten Horror. Symbolfoto: Christian Erfurt/ unsplash.com
  • Eine Frau hat einen Mann aus München über Jahre hinweg belästigt und gestalkt.
  • Die Dame wurde nun vom Amtsgericht verurteilt. 
  • In der Verhandlung wurden dramatische Details des Falles bekannt. 

Falsche Verdächtigung, Körperverletzung, Hausfriedensbruch, Nachstellung und sexuellen Übergriff - die Liste des Amtsgerichtes München, was sie einem 40-Jährigen angetan haben soll, ist lang. All das wurde einer 34-jährigen Frau aus Österreich angelastet. Nun wurde sie dafür verurteilt.

Die Geschichte begann im Januar 2017: Der 40-Jährige machte in Österreich Urlaub. In einem Hotel lernte er die 34-Jährige, die dort angestellt war, kennen. Er gab ihr seine Handynummer. Immer wieder tauschten sie Chatnachrichten aus - bis Mitte des Jahres. Die 34-Jährige kontaktierte ihn dauerhaft per Telefon, Mail, WhatsApp und SMS. Er sperrte daraufhin ihre Nummer. 

232 Anrufe in zwei Wochen: Frau drangsaliert 40-Jährigen

Als das digitale Drangsalieren ein Ende hatte, stand die Frau plötzlich vor seiner Haustür. Stundenlang klingelte sie bei ihm - tagsüber und nachts im Münchner Stadtteil Schwabing. Zudem lauerte sie ihm am Arbeitsplatz, im Fitnessstudio oder in Bars und Restaurants auf. 

Der 40-Jährige packte daraufhin seine Sachen und zog um. Doch selbst das verhalf ihm zu keiner Ruhe: Die 34-Jährige fand seine neue Anschrift heraus. Dort "entnahm sie Briefe aus seinem Briefkasten, beschmierte den Sattel seines Rades mit Alleskleber, die Türklinke mit Creme, die Tür mit Lippenstift, warf Steine, zuletzt auch einen Sack mit Bohnen an die Fensterscheiben, versuchte durch Steigen auf eine Mülltonne in die Wohnung zu sehen und rief immer wieder laut seinen Namen", erklärt das Amtsgericht München. 

Bei einer Vernehmung der Polizei behauptete die Dame zudem, dass der 40-Jährige sie vergewaltigt habe. Vor mehreren Gerichten erwirkte der Mann daraufhin "Gewaltschutzanordnungen", die sie regelmäßig missachtete. "Allein im Zeitraum vom 09. Juni 2019 bis 22. Juni 2019 wurde er von ihr 232-mal angerufen", heißt es weiter. 

Frau lauert ihm auf - und attackiert weibliche Begleitung

Ein weiteres Beispiel des Stalkings stellt eine Aktion im Juni 2019 dar: Die 34-Jährige folgte ihm, als er in eine Bar ging. Vor der Gaststätte warte sie auf ihn. Als der 34-Jährige in den Morgenstunden in Begleitung einer anderen Frau den Heimweg antrat, griff die 34-Jährige die andere Frau an. Eine Attacke gegen den Brustkorb verursachte Hämatome. 

Der absolute Höhepunkt des Drangsalierens ereignete sich jedoch Stunden später. Die 34-Jährige kletterte über ein geöffnetes Fenster in das Schlafzimmer des 40-Jährigen, legte sich - nur mit einem BH und einer Jeans bekleidet - auf ihn und gab ihm einen Zungenkuss, während er schlief. Der Mann rief sofort die Polizei: Sie wurde festgenommen.

Monate später wurde sie, unter der Auflage nach Österreich zurückzukehren, aus der U-Haft entlassen. "Tatsächlich blieb sie in München." Erneut lauerte sie dem 40-Jährigen auf, bis sie schließlich Anfang Mai 2020 erneut festgenommen wurde. Bei der Festnahme wehrte sie sich gewaltsam. Zudem riss sie sich in der Haftanstalt den Mundschutz vom Gesicht und hustete Beamte an. Bisher ist unklar, ob die Frau mit dem Coronavirus infiziert war. 

40-Jähriger traumatisiert: Angst vor dem Alltag

Der 40-jährige Mann beschrieb in der Verhandlung Anfang Juli schließlich, wie sehr er unter dem Stalking litt. Er habe sich weder getraut seine Fenster zu öffnen, noch mit dem Auto zu fahren.

Vor Gericht beteuerte die Frau, keinen Kontakt mehr zu ihm haben zu wollen. Sie wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, da sie die Taten gestand. 

Mittlerweile ist die Frau im vierten Monat schwanger. Laut Angaben des Amtsgerichtes hielt sich die 34-Jährige in München unter anderem bei einem Bekannten auf, der wohl der Vater des Kindes ist. 

tu