Mit rund 130 Traktoren haben verärgerte Landwirte an mehreren Orten in Bayern Zentrallager von Lebensmittelmärkten zeitweise blockiert. Nach Angaben der Polizei versammelten sich im niederbayerischen Straubing am Donnerstagabend (03. Dezember 2020) rund 100 Bauern vor einem Edeka-Zentrallager, um gegen zu niedrige Lebensmittelpreise zu protestieren. Mit rund 60 Traktoren hätten sie auch die Zufahrt zu dem Lager kurzzeitig versperrt.

Ein von der Blockade betroffener Lkw-Fahrer sorgte für einen Schreckmoment, als er kurz in Richtung der Demonstranten fuhr, "um eine Durchfahrt zu erzwingen", wie es hieß. Nach Angaben eines Polizeisprechers sei von der Aktion aber keine Gefahr für die Teilnehmer ausgegangen. Gegen den Fahrer wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Insgesamt sei die Aktion friedlich verlaufen, die Zufahrt sei nach kurzer Zeit wieder frei gewesen.

Landwirte geben nicht nach: "Lebensmittelpreise zu niedrig"

Auch im unterfränkischen Gochsheim im Landkreis Schweinfurt demonstrierten rund 70 Bauern mit ihren Traktoren vor der Einfahrt zu einem Zentrallager friedlich. "Die haben immer wieder mal Lkw raus- und reinfahren lassen", sagte ein Polizeisprecher. "Um guten Willen zu zeigen, nehme ich an." Nach einem Gespräch mit dem Geschäftsstellenleiter des Ladens beendeten die Landwirte am frühen Morgen ihre Protestaktion.

Mehrfach haben dieses Jahr schon Landwirte demonstriert. Auch Josef Taschner aus Oberfranken beteiligte sich und forderte angemessene Lebensmittelpreise für die Landwirte. "Ich erwarte kein danke. Aber Verständnis", erklärte er. Die Landwirtschaftsministerin kritisierte er - sie habe keine Ahnung von der Landwirtschaft.