München
Bayernwahl 2018

Landtagswahl Bayern live: CSU und FW sondieren - was machen die Grünen?

Nach dem Verlust ihrer absoluten Mehrheit muss sich die CSU einen Regierungspartner für die kommenden fünf Jahre suchen. Es gibt zunächst zwei Kandidaten, aber nur einen Favoriten. Alle Infos im Liveticker.
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München: Hubert Aiwanger (l), Spitzenkandidat und Partei-Vorsitzender der Freien Wähler in Bayern und Michael Piazolo, Generalsekretär, kommen zu den Sondierungsgesprächen mit der CSU im bayerischen Landtag. Foto: Peter Kneffel/dpa
München: Hubert Aiwanger (l), Spitzenkandidat und Partei-Vorsitzender der Freien Wähler in Bayern und Michael Piazolo, Generalsekretär, kommen zu den Sondierungsgesprächen mit der CSU im bayerischen Landtag. Foto: Peter Kneffel/dpa

  • Die CSU braucht in Zukunft einen Koalitionspartner
  • Markus Söder will Ministerpräsident bleiben
  • Von "bitterer Niederlage" bis zu ausgelassener Party: Die Reaktionen auf die Wahl in Bayern
  • Die Wahl in Bayern hat womöglich Auswirkungen für Kanzlerin Angela Merkel
  • CSU-Chef Seehofer will personelle Konsequenzen noch vor Weihnachten

Update 17.10.18, 16.30 Uhr: FW wollen schnell Koalition bilden

Nach den ersten Sondierungen mit der CSU wollen die Freien Wähler schon am Freitag mit den Koalitionsverhandlungen beginnen. "Ich habe keine roten Linien erkennen können, die unüberwindbar wären", sagte Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) lobte nach dem dreistündigen Treffen am Mittwoch im Landtag in München zwar ebenfalls das "sehr konstruktive" Gespräch. Dabei sei festgestellt worden, dass es ein "großes Maß an Übereinstimmungen, aber auch viel Diskussionsbedarf gibt". Söder betonte, dass die CSU nun erstmal mit den Grünen sprechen werde, erst danach werde überlegt, wie es weitergeht.

Es brauche zwar noch Gespräche, aber es gebe keine K.-o.-Kriterien, sagte Aiwanger. Er halte es daher für sinnvoll, schnell mit den Koalitionsverhandlungen zu beginnen. Aus seiner Sicht sei genug sondiert worden. Dies sei dann auch ein Signal, nachdem in Berlin die Koalitionsverhandlungen monatelang gedauert hätten. "Ich glaube, dass man aus dieser Zusammenarbeit eine sehr qualitätsvolle Regierung bilden kann."

Söder betonte, dass er auf eine "konzentrierte und sachorientierte Arbeit" setze, bei der es nicht darum gehe, ständig Zwischenergebnisse oder Balkonbilder zu präsentieren. Söder spielte damit direkt auf die gescheiterten Jamaika-Verhandlungen nach der Bundestagswahl 2017 an.

Um 14.00 Uhr steht die nächste Sondierungsrunde an - dann wollen sich die Christsozialen mit den Grünen an einen Tisch setzen. Nach den Sondierungen will die CSU entscheiden, mit welcher Partei sie konkrete Koalitionsverhandlungen aufnehmen will. Dazu soll es entweder noch am Mittwochabend oder am Donnerstagmorgen eine Telefonschalte des Präsidiums geben.

Offen ist noch, wie lange die Grünen und die Freien Wähler ihrerseits brauchen, um sich für oder gegen Koalitionsverhandlungen auszusprechen. Die Freien Wähler könnten am 27. Oktober bei ihrem Parteitag über die bis dato ausverhandelten Inhalte abstimmen.

Söder und Seehofer hatten in den vergangenen Tagen immer wieder betont, dass sie mit einem Bündnis mit den Freien Wählern deutlich mehr sympathisierten. Bei den Grünen sehen sie etwa bei Innenpolitik und Umweltschutz erhebliche inhaltliche Differenzen. Die Freien Wähler stellen 27 Abgeordnete im Landtag, die CSU hat 85. Für eine Mehrheit braucht ein Bündnis mindestens 103 Sitze. Die Grünen kommen im neuen Landtag auf 38 Abgeordnete.

Gegen die Freien Wähler spricht dagegen nur deren Forderung nach bis zu fünf Ministerien. Für Aiwanger gehören die Abschaffung der Kita-Gebühren und eine Absage an die dritte Startbahn am Münchner Flughafen zu den wichtigsten Forderungen. Er will zudem eine neue Umgangsform im Landtag, auch mit der AfD wolle er eine konstruktive Zusammenarbeit pflegen. "Bayern soll bürgernäher werden", betonte er bei der konstituierenden Sitzung der Fraktion am Dienstagabend.

Unklar ist zudem, ob auch die SPD noch bereit wäre, sich mit der CSU zu Sondierungen zu treffen. Der Vorstand will darüber am Sonntag beraten. Diese Option würde nur zum Tragen kommen, sollten die Gespräche mit Grünen und Freien Wählern scheitern. Die CSU hatte bei der Landtagswahl nur 37,2 Prozent geholt. Die SPD landete bei 9,7 Prozent. Zweitstärkste Kraft wurden die Grünen mit 17,5 Prozent.

Update 17.10.18: CSU und Freie Wähler starten Sondierungen - Grüne am Nachmittag

Drei Tage nach der Landtagswahl in Bayern haben die ersten Sondierungsgespräche begonnen. Angeführt von den Parteichefs, Horst Seehofer und Hubert Aiwanger, suchen zunächst CSU und Freie Wähler nach Grundlagen für mögliche Koalitionsverhandlungen. "Jetzt lassen Sie uns erstmal anfangen", sagte Seehofer am Mittwoch bei seiner Ankunft im Landtag in München. Für den Nachmittag sind Gespräche mit den Grünen geplant. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) betonte, er gehe "optimistisch in die Gespräche".

Wie in den vergangenen Tagen gab sich Aiwanger zuversichtlich, dass die beiden Parteien sich schnell einigen könnten. "Wir werden das schon hinkriegen", sagte er. Er arbeite seit Jahren daraufhin.

Direkt im Anschluss an die Sondierungen mit beiden Parteien will die CSU entscheiden, mit welcher sie konkrete Koalitionsverhandlungen aufnehmen will. Dazu soll es entweder noch am Mittwochabend oder am Donnerstagmorgen eine Telefonschalte des Präsidiums geben. Offen ist noch, wie lange die Grünen und die Freien Wähler ihrerseits brauchen, um sich für oder gegen Koalitionsverhandlungen auszusprechen. Die Freien Wähler könnten am 27. Oktober bei ihrem Parteitag darüber abstimmen.

Söder und Seehofer hatten in den vergangenen Tagen immer wieder betont, dass sie mit einem Bündnis mit den Freien Wählern deutlich mehr sympathisieren. Bei den Grünen sehen sie etwa in den Bereichen Innenpolitik und Umweltschutz erhebliche inhaltliche Differenzen. Gegen die Freien Wähler spricht dagegen nur deren Forderungen nach bis zu fünf Ministerien. Für Aiwanger gehören die Abschaffung der Kita-Gebühren und eine Absage an die dritte Startbahn am Münchner Flughafen zu den wichtigsten Forderungen.

Unklar ist zudem, ob auch die SPD noch bereit wäre, sich mit der CSU zu Sondierungen zu treffen. Der Vorstand will darüber am Sonntag beraten. Diese Option würde nur zum Tragen kommen, sollten die Gespräche mit Grünen und Freien Wählern scheitern.

Update 15.36 Uhr: CSU-Fraktion will Söder als Ministerpräsident behalten

Nach dem Parteivorstand hat auch die CSU-Fraktion im bayerischen Landtag Markus Söder für das Ministerpräsidenten-Amt nominiert. Einstimmig kürten die Abgeordneten den 51-Jährigen am Dienstag per Handzeichen. Dies galt als rein formeller Akt, da viele Mitglieder der deutlich geschrumpften Fraktion schon am Montag im CSU-Vorstand für Söder votiert hatten. Trotz der schmerzlichen Niederlage der CSU bei der Landtagswahl am Sonntag sitzt Söder dem Vernehmen nach fest im Sattel. Die CSU war um mehr als zehn Prozentpunkte auf 37,2 Prozent abgestürzt und hatte damit ihre absolute Mehrheit im bayerischen Landtag verloren.

Vor der Abstimmung am Dienstag warb Söder in seiner Rede vor den Abgeordneten erneut für seine Politik. "Stabilität und Seriosität sind unsere Ziele", sagte er. Die CSU müsse jetzt klug agieren: "Bei den anstehenden Gesprächen müssen wir für Stabilität sorgen. Das wird mein oberstes Ziel sein. Sowohl im Inhalt als auch im Stil."

Die neue CSU-Fraktion besteht nur noch aus 85 Abgeordneten - 16 weniger als bisher. Für Söder stellt diese erste Fraktionssitzung nach dem schlechten Wahlergebnis einen Gradmesser dar. Die Abgeordneten sind seine wichtigste Machtbasis. Fraktionschef soll Thomas Kreuzer bleiben.

Update 16.10., 14.55 Uhr: Seehofer über personelle Konsequenzen

CSU-Chef und Bundesinnenminister Horst Seehofer will, dass die Konsequenzen aus der Schlappe bei der Bayernwahl noch vor Weihnachten gezogen werden. Auch personelle Fragen, "über die zu diskutieren ich durchaus auch bereit bin", sollten getroffen werden, sagte Seehofer am Dienstag in Berlin. Er vermute, "dass wohl das beste Instrument, weil die Basis da am besten versammelt ist, ein Parteitag der CSU wäre, aber das ist noch nicht entschieden".

Die CSU müsse auch andere strategische Fragen dringend klären, betonte Seehofer. "Wenn man mehr als zehn Prozent verliert, kann man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen". Diese Klärung müsse zwischen dem 12. November und der zweiten Dezemberwoche stattfinden. Seehofer sagte: "In diesen vier Wochen muss das stattfinden, mit all den Entscheidungen, die dazu notwendig sind." Die CSU hatte bei der Landtagswahl am Sonntag mit einem Minus von gut zehn Prozentpunkten nur noch 37,2 Prozent erreicht, ihr schlechtestes Ergebnis seit 1950.

Ein vorzeitiges Ende der Regierungskoalition im Bund schloss Seehofer aus. "Wir wollen diese große Koalition. Wir wollen, dass sie erfolgreich arbeitet." Das bedeute aber nicht, dass es in Zukunft keine strittigen Diskussionen mehr geben werde. Er sehe unter anderem bei der Formulierung des geplanten Gesetzentwurfs zur Fachkräftezuwanderung großen Gesprächsbedarf.

Update 19.46 Uhr: SPD braucht neuen Fraktionschef

Als Konsequenz aus der schweren SPD-Niederlage bei der Landtagswahl gibt Markus Rinderspacher den SPD-Fraktionsvorsitz im Landtag ab. Er werde sich bei der anstehenden Neuwahl der Fraktionsführung nicht mehr zur Wahl stellen, kündigte er am Montagnachmittag in einer schriftlichen Mitteilung an.

Update 17.52 Uhr: Nur Verlierer bei der Landtagswahl?

Sind die Grünen die großen Sieger der Landtagswahl? Oder die AfD? Für unseren Autor gibt es bei der Landtagswahl keinen Gewinner, nur viele Verlierer: Warum, lesen Sie hier.

Update 17 Uhr: Wolfgang Schäuble sieht Merkel nach Landtagswahl wackeln

Die Zweifel an Merkel sind da - die ganze Koalition schleppt sich seit dem Start von Krise zu Krise, über allem schwebt der ungelöste Konflikt um ihre, das Land rasant verändernde Flüchtlingspolitik und dem damit verbundenen AfD-Aufstieg. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) sorgt mit Interviews für Aufhorchen.

Merkel sei "nicht mehr so unbestritten", sagt er. Sein Wort hat Gewicht in der Union. Dem 76-Jährigen wird in der CDU nachgesagt, er könne sich vorstellen, bei einem Scheitern Merkels zum Abschluss seiner langen Karriere selbst doch noch ins Kanzleramt zu wechseln.

Landtagswahl: Was wäre, wenn nur Franken gewählt hätte?

Die Franken haben eine Sonderstellung in Bayern und da lohnt auch mal der Blick auf die Wahlergebnisse in Franken. Sind sie anders als der Durchschnitt in Bayern?Klar ist: Auch in Franken ist die CSU stärkste Kraft. Sie ist sogar stärker als in ganz Bayern: fast 40 Prozent der Gesamtstimmen holt die CSU in Franken. Aber auch die SPD ist in Franken ein wenig besser als im Gesamtergebnis: In Franken ist die SPD zweistellig mit über 11 Prozent. Eine Parte aber würde sich ziemlich umschauen - welche erfahren Sie in unserem Artikel zu diesem Thema

Update 14.55 Uhr: Wahlpannen in Unterfranken - Mehr Wähler als Stimmberechtigte & Wahl nach 18 Uhr

Am Wahltag schließen alle Wahllokale um 18 Uhr - auch bei einer Landtagswahl. In Unterfranken aber wurde am Sonntag noch nach 18 Uhr gewählt. 80 Kilometer weiter lag die Wahlbeteiligung sogar kurz über 100 Prozent - das meldete zumindest das Wahlamt Main-Spessart. Was ist passiert? Antworten gibt es hier.

Update 13.40 Uhr: Wählerwanderung: Der CSU sterben die Wähler weg

Stichwort Wählerwanderung: Insgesamt haben die Parteien bei der Landtagswahl 420.000 Stimmen verloren, weil Wähler seit der letzten Landtagswahl 2013 verstorben sind. Besonders viele Stimmen hat das die CSU gekostet, nämlich 240.000 - bei keiner anderen Partei sind es so viele. Doch auch bei der SPD fällt die Zahl der Verstorbenen ins Gewicht: 100.000 SPD-Wähler von 2013 sind zwischenzeitlich verstorben. Danach folgen die Freien Wähler (30.000), die Grünen (20.000) und die FDP (10.000).

Die Anzahl der Neuwähler konnten den Verlust dieser Stimmen vor allem bei der CSU nicht kompensieren, zeigt die Analyse zur Wählerwanderung von der Tagesschau.

Update 12.45 Uhr: Die fränkischen Stimmkreise im Detail: CSU-Hochburgen und Gnade für die SPD

Wo in Bayern haben CSU und SPD prozentual die meisten Gesamtstimmen erhalten? In Stimmkreisen, die in Franken liegen. Gerade im Norden Frankens fiel das SPD-Ergebnis sogar noch einigermaßen gnädig. Weitere Besonderheiten aus den fränkischen Stimmkreisen, darunter ein Grünen-Direktmandat und eine Freie-Wähler-Hochburg gibt es in Stimmkreis-Detailanalyse.

Update 10.49 Uhr: Dorothee Bär rutscht bei "Anne Will" Aussage heraus

In der Talkshow von Anne Will am Sonntagabend in der ARD ist Dorothee Bär (CSU), Staatsministerin für Digitales, kurz eine Erklärung für das Wahldebakel der CSU herausgerutscht: "Männer!" Das antwortet die fränkische Politikerin, als Anne Will sie auf den nicht ewigen Streit zwischen Ministerpräsident Markus Söder und Horst Seehofer anspricht. Doch statt ihre Gedanken auszuführen und die Schuldigen der Wahlschlappe in Bayern klar zu benennen, rudert sie zurück mit "Spaß beiseite".

Update 9.53 Uhr: Markus Söder macht sich Sorgen um die SPD

In einem Statement am Montagmorgen auf seiner Facebookseite erklärte Markus Söder, dass er sich Sorgen um die SPD mache. Eine starke SPD sei auch immer gut für Bayern gewesen.

Update 8:41 Uhr: Muss Seehofer die Verantwortung für das Desaster übernehmen?

Horst Seehofer denkt bislang nicht daran, sich den schwarzen Peter zuschieben zu lassen. Und an Rücktritt denkt er schon gar nicht. Die Ursachen für das CSU-Fiasko bei der bayerischen Landtagswahl lägen in Berlin und München gleichermaßen, sagt er. Er müsse nun als CSU-Chef "unsere politische Familie zusammenhalten".

Experten sehen das anders: Horst Seehofer würde seiner Partei mit einem Rücktritt als Vorsitzender einen Gefallen tun, sagte der Medienwissenschaftler Martin Löffelholz von der Technischen Universität Ilmenau. "Die Wahl von Ministerpräsident Söder zum neuen Parteivorsitzenden wäre sinnvoll, um der CSU bei den Koalitionsverhandlungen und der späteren Regierungsarbeit in einer Koalition eine stärkere Position zu verschaffen."

Alle Infos zu den möglichen Konsequenzen des Wahl-Debakels in Bayern für Horst Seehofer finden Sie in unserem ausführlichen Artikel.

Update 7.31 Uhr: Barbara Stamm schafft es nicht mehr in den Landtag

Die Unterfränkin und ehemalige Landtagspräsident Barbara Stamm wird dem neu gewählten Landtag in Bayern nicht mehr angehören. Die 73 Jahre alter Frau aus Würzburg hatte keinen eigenen Stimmkreis und hätte so ein gutes CSU-Ergebnis gebraucht. So äußerte sic h Stamm im BR-Interview auch sehr deutlich und kritisierte die Strategie ihrer Partei im Wahlkampf: ""Es waren Meinungen da, dass wir uns stärker an der rechten Seite orientieren müssen. Ich habe das immer angemahnt, dass wir rechts gar nicht so viel gut machen können, wie wir in der Mitte verlieren - und der heutige Abend zeigt das ja".

Update 5.15 Uhr: Das vorläufige amtliche Endergebnis der bayerischen Landtagswahl 2018

CSU: 37,2 % (2013: 47,7 %)

Grüne: 17,5 % (2013: 8,6 %)

FreieWähler: 11,6 % (2013: 9,0 %)

SPD: 9,7 % (2013: 20,6 %)

AfD: 10,2 % (2013: -)

FDP: 5,1 % (2013: 3,3 %)

Linke: 3,2 % (2013: 2,1 %)

Sonstige: 5,4 %

Vorläufige Sitzverteilung:

CSU 85, Grüne 38, FW 25, AfD 22, SPD 22, FDP 12

Die Wahlbeteiligung war mit 72,4 Prozent hoch, deutlich höher als 2013 - damals lag sie bei 63,6 Prozent. Wahlberechtigt waren 9.473.134 Menschen, ihre Stimme abgegeben haben 6.854.593, davon gültig sind 6.789.308.

Update 00:30 Uhr: Welche Themen waren für die Wahlentscheidung entscheidend?

Die Asyl- und Flüchtlingspolitik war laut infratest dimap nur für ein Drittel aller bayerischen Wähler sehr wichtig für ihre Wahlentscheidung. Wichtigere Themen waren demnach die Schul- und Bildungspolitik (52 %), die Schaffung bezahlbaren Wohnraums (51 %) und die Umwelt- und Klimapolitik (49 %).

Update 23.58 Uhr: CSU hat Zeichen der Zeit verkannt

Wer hat Schuld an der Wahlniederlage der CSU? Der Passauer Politikwissenschaftlers Heinrich Oberreuter sieht strategische und taktische Fehler der Partei. Die CSU hat die Zeichen der Zeit verkannt", sagte er am Sonntagabend im "Rundschau Magazin" des BR-Fernsehens. Volksparteien seien durch neue Lebensstile und gesellschaftliche Entwicklungen gefordert. "Das wollte man nicht hören, darauf hat man nicht reagiert", erklärte Oberreuter zur Politik der Christsozialen.

Update 23.48 Uhr: Wie haben die Franken gewählt?

Eine Sensation gab es in Würzburg (Stadt): Mit denkbaren knappen Vorsprung hat dort Patrick Friedl, Kandidat der Grünen, das Direktmandat erobert. Und wie sieht es in den anderen Stimmkreisen aus?

Ein Überblick über alle fränkischen Stimmkreise gibt es hier: 401 Bamberg-Land, 402 Bamberg-Stadt, 403 Bayreuth, 404 Coburg, 405 Forchheim, 406 Hof, 407 Kronach, Lichtenfels, 408 Wunsiedel, Kulmbach, 501 Nürnberg-Nord, 502 Nürnberg-Ost, 503 Nürnberg-Süd, 504 Nürnberg-West, 505 Ansbach-Nord, 506 Ansbach-Süd, Weißenburg-Gunzenhausen, 507 Erlangen-Höchstadt, 508 Erlangen-Stadt, 509 Fürth, 510 Neustadt a.d.Aisch-Bad, 511 Nürnberger Land, 512 Roth, 601 Aschaffenburg-Ost, 602 Aschaffenburg-West, 603 Bad Kissingen, 604 Haßberge, Rhön-Grabfeld, 605 Kitzingen, 606 Main-Spessart, 607 Miltenberg, 608Schweinfurt, 609 Würzburg-Land, 610 Würzburg-Stadt

Update 23.30 Uhr: Was bedeutet die Landtagswahl für Söder, Bayern und ganz Deutschland?

Noch sind nicht alle Stimmen ausgezählt, doch schon stellt sich die Frage: Was bedeutet die Wahl für die Zukunft? Und wer sind die Gewinner und Verlierer? Machen Sie mit bei unserer Umfrage!

Update 23.17 Uhr: Der Kampf um die Direktmandate

In einigen Stimmkreisen ist es bis zuletzt knapp: So musste Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bei der Landtagswahl im Stimmkreis Erlangen-Stadt bangen - verteidigte dann aber doch sein Direktmandat: 32,5 Prozent der Wähler stimmten am Sonntag für Herrmann. Das waren 7,7 Punkte weniger als bei der Wahl 2013. Hubert Aiwanger, Spitzenkandidat der Freien Wähler, verpasste derweil sein Direktmandat.

Update 22.25 Uhr: Debakel für SPD - Jusos fordern Austritt aus Großer Koalition

Bedeutet das historische Desaster für die SPD in der bayerischen Landtagswahl auch das Aus für die Große Koalition in Berlin? So sieht es zumindest die Jugend der SPD: "Die ständigen Querelen in der Großen Koalition in Berlin haben verhindert, dass es im Wahlkampf um Sachthemen gehen konnte. Die Koalition mit CDU/CSU war ein Fehler und dies bewahrheitet sich nun in aller Härte für uns an diesem Wahlabend. Diese Koalition zu beenden, ist der einzig logische Schluss. Nur so können wir uns voll und ganz auf die Aufarbeitung der Ergebnisse und den Erneuerungsprozess konzentrieren. Abstruse Personaldebatten und Querschüsse helfen uns nicht weiter." - äußert sich die Juso-Landesvorsitzende Stefanie Krammer zum Wahlergebnis der Bayern-SPD.

Update 21.52 Uhr: Wahl in Bayern schadet auch der Berliner Koalition

Mit dem Ende der CSU-Alleinregierung in Bayern wird die schwarz-rote Koalition im Bund voraussichtlich noch weniger eigene Stimmen im Bundesrat haben als bisher. In der Länderkammer - neben dem Bundestag die zweite gesetzgeberische Instanz in Deutschland - verfügt das Regierungslager von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zwar bereits jetzt schon über keine eigene Mehrheit. Doch wird der Anteil für die Berliner Koalition nun noch weiter zurückgehen: von 22 auf 16 Stimmen.

Update 20.49 Uhr: Neueste Hochrechnung - CSU gewinnt, FDP bangt

CSU: 37,3 % (2013: 47,7 %)

Grüne: 17,8 % (2013: 8,6 %)

Freie Wähler: 11,5 % (2013: 9,0 %)

SPD: 9,6 % (2013: 20,6 %)

AfD: 10,6 % (2013: -)

FDP: 5,0 % (2013: 8,6 %)

Linke: 3,0 % (2013: 2,1 %)

Sonstige: 5,2 %

Update 20.26 Uhr: Was wäre, wenn... So ist das Wahlergebnis bei der U18-Wahl

Über die Sitzverteilung im bayerischen Landtag konnten sie nicht mitbestimmen. Doch die Ergebnisse sind trotzdem aufschlussreich: So wäre das Ergebnis, wenn nur Menschen unter 18 Jahren hätten wählen dürfen:

CSU: 24,19 %

Grüne: 23,28 %

SPD: 11,42 %

AfD: 8,27 %

FDP: 6,12 %

FW: 5,43 %

Linke: 4,29 %

Update 20.23 Uhr: Wahlparty und Euphorie bei den Grünen

Die Grünen sind die großen Gewinner in Bayern - die Partei wird zweitstärkste Kraft in Bayern. So erlebten und feiern die Grünen ihren Erfolg.

Update 20.08 Uhr: Von Debakel bis zu historischem Erfolg - die Reaktionen der Politiker

Für die FDP wird es eng. Für CSU und SPD hagelt es eine bittere Niederlage. Feiern können die Grünen und die AfD, die aber mit mehr Zustimmung gerechnet hatte. Wie reagieren die Parteien auf die Wahl in Bayern? Hier gibt es die Reaktionen.

Update 20.02 Uhr: Neuste Hochrechnung Ergebnis der CSU steigt

Nach den neusten Zahlen von infratest dimap hat die CSU nun immerhin 37,3 % der Stimmen geholt. Die Ergebnisse im Überblick:

CSU: 37,3 % (2013: 47,7 %)

Grüne: 17,8 % (2013: 8,6 %)

Freie Wähler: 11,6 % (2013: 9,0 %)

SPD: 9,5 % (2013: 20,6 %)

AfD: 10,7 % (2013: -)

FDP: 5,0 % (2013: 8,6 %)

Linke: 2,9 % (2013: 2,1 %)

Sonstige: 5,2 %

Update 20 Uhr: CSU-Chef Seehofer bevorzugt Koalition mit Freien Wählern

Wie geht es nun weiter in Bayern? CSU-Chef und Bundesinnenminister Horst Seehofer bevorzugt eine Koalition mit den Freien Wählern. Man sollte mit allen demokratischen Kräften reden. Auch meine Priorität wäre eine Koalition mit den Freien Wählern, wenn sie denn möglich ist", sagte Seehofer am Sonntagabend im BR. Zuvor hatte bereits Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erklärt, seine klare Priorität sei ein "bürgerliches Bündnis".

Update 19.48 Uhr: Reaktionen aus Bad Kissingen - "Mir bleibt die Spucke weg"

Auch im Stimmkreis Bad Kissingen sind die ersten Ergebnisse da. Die CSU liegt hier deutlich vorne. Freia Lippold-Eggen, Direktkandidatin der AfD in Bad Kissingen, gibt sich enttäuscht: "Mir bleibt die Spucke weg. Ich habe mit dem doppelten Prozentsatz gerechnet", sagte sie nach der Wahl. Für das "enttäuschende Ergebnis" macht sie auch die Medien verantwortlich: "Das war die Diffamierung durch die Presse. Die Leute haben Angst, uns zu wählen."

Update 19.41 Uhr: Wie haben die Franken gewählt? So sieht es in den Stimmkreisen Bamberg-Stadt und Land aus

Neben den Ergebnissen in Gesamtbayern sind auch die lokalen Ergebnisse sehr interessant. So sieht es zur Zeit in den Stimmkreisen Bamberg Stadt undBamberg Land aus.

Update 19.38 Uhr: Wie geht es nach der Wahl weiter? Welche Koalitionen sind möglich?

Die CSU kann nicht alleine regieren - trotzdem sieht Markus Söder einen klaren Regierungsauftrag der Wähler. Doch welche Koalitionen sind möglich? Für eine Koalition mit nur zwei Parteien kommen realistischerweise nur zwei Koalitionspartner in Frage: Die Freien Wähler und die Grünen. Doch wie realistisch ist das? Hier gibt es den Überblick über die möglichen Koalitionen im bayerischen Landtag.

Update 19.33 Uhr: Was wird aus Seehofer

Viele sehen das schlechte Abschneiden der CSu auch als klares Zeichen gegen CSU-Chef Hort Seehofer. Dass dieser freiwillig das Feld räumen wird, gilt aber als unwahrscheinlich: Aus Sicht der Politikwissenschaftlerin Ursula Münch wird CSU-Chef Horst Seehofer nach dem Absturz seiner Partei bei der Landtagswahl nicht freiwillig zurücktreten. "Ob er es durchhalten wird, hängt natürlich vom Druck aus der CSU in Bayern ab", sagte sie am Sonntagabend.

Update 19.15 Uhr: Neueste Reaktionen zu den Hochrechnungen

Direkt nach der Wahl ist die Wahrnehmung der Ergebnisse naturgemäß unterschiedlich: Während Söder einen klaren Regierungsauftrag für seine CSU sieht, identifizieren die Grünen den Wunsch der Wähler auf Veränderungen. Den sieht auch die AfD - Alice Weidel nimmt das Ergebnis gleich als Anlass, Neuwahlen im Bund zu fordern.

Update 19 Uhr: Wer ist Schuld am schlechten Abschneiden von CSU und SPD?

Die CSU und die SPD verlieren deutlich - aber warum? Wahlforscher sind sich einig: Der Unionsstreit und der Ärger um die Asylpolitik haben den beiden Volksparteien geschadet. So seien 81 Prozent der Wähler der Meinung, der Konflikt der letzten Monate vor allem um die Asylpolitik habe der Partei von Ministerpräsident Markus Söder geschadet, wie aus einer ersten Analyse der Forschungsgruppe Wahlen vom Sonntag hervorgeht.

Update 18.51 Uhr: Erste Erkenntnisse über Erststimmen - Debakel im Stimmkreis Forchheim

In den einigen Stimmkreisen gibt es bereits Erkenntnisse über die Wahlergebnisse. Dabei zeigen sich teils deutliche Unterschiede zu den Ergebnissen in Gesamtbayern: Im Stimmkreis Forchheim liegt beispielsweise Atila Karabag von der SPD bei nur 3,58 % der Erststimmen - und damit noch einmal deutlich unter dem Ergebnis der SPD in Bayern.

Update 18.31 Uhr: Meuthen und Gauland sehen "grandiosen Erfolg" der AfD

AfD-Chef Jörg Meuthen hat das Abschneiden seiner Partei bei der Landtagswahl in Bayern als "grandiosen Erfolg" bezeichnet. "Ich denke, dass wir mit diesem Ergebnis die deutlichsten Zuwächse aller Parteien haben", sagte er am Sonntag nach den Prognosen von ARD und ZDF. Auch AfD-Chef Alexander Gauland hat sich zufrieden mit dem Wahlergebnis seiner Partei in Bayern gezeigt. Mit den Freien Wählern gebe es aber in Bayern eine starke konservative Konkurrenz, machte Gauland am Sonntagabend mit Blick auf die ARD-Prognose deutlich.

Update 18.25 Uhr: Markus Söder äußert sich zum Wahlergebnis

Ministerpräsident Markus Söder gibt sich trotz des katastrophalen Abschneidens der CSU entspannt. Man habe einen klaren Regierungsauftrag. Die Gründe für die Wahlschlappe müsse analysieren und das Ergebnis müsse man mit Demut annehmen.

Update 18.20 Uhr: Erste Reaktionen der Gewinner und Verlierer

CSU-Fraktionschef Thomas Kreuzer hat das Wahlergebnis seiner Partei als "schlecht" bezeichnet. "Wir sind damit nicht zufrieden", sagte er nach Bekanntgabe der ersten Prognose am Sonntagabend im BR.

Zufrieden sind hingegen die Grünen: Die Grünen-Bundestagsabgeordnete und langjährige Parteivorsitzende Claudia Roth hat sich zufrieden über den Ausgang der Wahl in Bayern gezeigt. Man habe alle drei Wahlziele erreicht: ein zweistellige Ergebnis zu erlangen, zweitstärkste Kraft zu werden und die absolute Mehrheit der CSU zu verhindern, sagte Roth am Sonntagabend nach der Prognose in der ARD. Die Bayern hätten für einen Politikwechsel gestimmt.

Update 18.15 Uhr: Die CSU verliert die absolute Mehrheit - wie geht es jetzt weiter?

In Zukunft kann die CSU nicht mehr alleine regieren: Die Partei um Ministerpräsident Markus Söder verliert dramatisch: Nach aktuellen Hochrechnungen kommt die CSU auf 35,5 Prozent. Die SPD bricht ein und wird mit einem historisch schlechten Landesergebnis nur fünftstärkste Kraft.

Die CSU würde nach der ARD-Prognose 79 Sitze im neuen bayerischen Landtag bekommen. Die Grünen erhalten 40 Mandate. Die AfD liegt bei 24 Mandaten, die SPD bekommt 21 Sitze, die Freien Wähler 25. Die CSU könnte mit den Grünen oder den Freien Wählern koalieren. Die Wahlbeteiligung liegt demnach bei 72,5 Prozent.

Update 18.10 Uhr: Grüne und AfD sind Gewinner der Wahl

Im Vergleich zur Landtagswahl 2013 sind die AfD und die Grünen die großen Gewinner. Laut erster Prognose gewinnen die Grünen 9,9 %, die AfD sogar 11 %. Die großen Verlierer sind die beiden großen Volksparteien: Während die SPD 10,6 % verliert, sind es bei der CSU sogar 12,2 %.

Die Freien Wähler gewinnen 2,5 %, die FDP 1,7 % und die Linke 1,4 %.

Update 18 Uhr: Prognose und Hochrechnung um 18 Uhr - so hat Bayern gewählt

Um 18 Uhr haben die Wahllokale in ganz Bayern geschlossen. Die Experten veröffentlichen nun ihre Prognosen - diese werden nun ständig aktualisiert und hochgerechnet. So sind die aktuellen Ergebnisse der Landtagswahl 2018:

CSU: 35,5% (2013: 47,7 %)

Grüne: 18,5% (2013: 8,6 %)

FreieWähler: 11,5% (2013: 9,0 %)

SPD: 10 % (2013: 20,6 %)

AfD: 11% (2013: -)

FDP: 5 % (2013: 8,6 %)

Linke: 3,5 % (2013: 2,1 %)

Sonstige: 5 %

Update 17.45 Uhr: Hohe Wahlbeteiligung - viele unentschlossene Wähler machen Prognose schwierig

Aus vielen Stimmkreisen wird von einer hohen Wahlbeteiligung berichtet. Völlig offen ist dadurch, wie viele Parteien künftig im Landtag vertreten sein werden - es könnten den Umfragen zufolge bis zu sieben sein.

Die AfD ist wohl sicher drin, bangen müssen dagegen FDP und Linke - wobei die FDP in jüngsten Umfragen meist knapp über der Fünf-Prozent-Hürde lag und die Linke meist knapp darunter.

Allerdings haben vergangene Wahlen gezeigt, dass Umfragen heutzutage nur eine begrenzte Aussagekraft darüber haben, wie die Wahl tatsächlich ausgeht. Ein Grund ist, dass viele Wahlberechtigte bis zum Schluss unentschlossen sind, ob sie überhaupt zur Wahl gehen und wen sie dann wählen werden.

Update, 14.10.2018 17 Uhr: CSU Schuld an schlechten Umfragewerten der CDU?

Die Landtagswahl in Bayern ist noch nicht vorbei, da erhebt der hessische Ministerpräsident und CDU-Vize Volker Bouffier schwere Vorwürfe an die Schwester-Partei: "Die CSU war leider in den letzten Monaten für das Ansehen der Union insgesamt nicht besonders hilfreich", sagte der hessische Ministerpräsident der "Welt am Sonntag". In Hessen wird am 28. Oktober ein neuer Landtag gewählt. Umfragen zufolge wird es nicht für eine Fortsetzung der schwarz-grünen Landesregierung reichen.

Update, 14.10.2018 16.00 Uhr: Gute Wahlbeteiligung, hoher Anteil an Briefwählern

In Bayern hat am Sonntagmorgen die Landtagswahl begonnen. Seit Punkt 8.00 Uhr sind landesweit die Wahllokale geöffnet. Rund 9,5 Millionen Bürger, darunter 600 000 Erstwähler, sind aufgerufen, einen neuen Landtag für die nächsten fünf Jahre zu wählen. In München lag die Wahlbeteiligung nach Angaben der Stadt um 10.00 Uhr bei 35 Prozent - einschließlich der Briefwähler. Bei der Landtagswahl 2013 hatte die Wahlbeteiligung zum gleichen Zeitpunkt etwas darunter gelegen, bei 33,3 Prozent mit Briefwählern.

In Nürnberg wurde die Wahlbeteiligung inklusive der Briefwähler bis 10.00 Uhr mit 10,9 Prozent angegeben (2013: 8,6 Prozent). Dort gab vor rund zwei Dutzend Kameras auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Vormittag seine Stimmen ab. Vielerorts wurde von einer erhöhten Nutzung der Briefwahl berichtet.

Update, 14.10.2018 12.00 Uhr: Bei CSU-Wahlschlappe: Bleibt Söder Ministerpräsident?

"Für das Ergebnis übernehme ich die Verantwortung." So oder ähnlich wird es heute Abend in den Politiker-Interviews zu hören sein, falls das Ergebnis bei der Landtagswahl nicht wie gewünscht ausgefallen ist. Und genau das könnte auf die CSU zutreffen, die laut Prognosen weit von der erhofften absoluten Mehrheit entfernt liegt.

Es stellt sich also die Frage nach möglichen personellen Konsequenzen bei der CSU. Was passiert mit Markus Söder? Bleibt er Ministerpräsident? In diesem Zusammenhang sei an die Landtagswahl vor zehn Jahren erinnert. Damals traten Parteichef Huber und Ministerpräsident Beckstein im Nachgang zurück - das CSU-Ergebnis damals: 40 Prozent der Stimmen.

Update, 13.10.2018: Politikwissenschaftler: "Seehofer hat nur eine Chance, die Wahl unbeschadet zu überstehen"

Mit der Landtagswahl dürfte Bayern vor einer politischen Zäsur stehen. Laut allen Umfragen muss die CSU mit dem Verlust ihrer absoluten Mehrheit rechnen.

Aus Sicht des Berliner Politikwissenschaftlers Oskar Niedermayer hätte ein Einbruch der CSU vor allem Konsequenzen für Parteichef Horst Seehofer. "Seehofer hat nur eine Chance, die Wahl unbeschadet zu überstehen, wenn die CSU deutlich besser abschneiden würde als es die momentanen Umfragen nahelegen, sagte er dem "Handelsblatt". Die Partei habe sich zunehmend von ihrem Vorsitzenden entfremdet und werde die Schuld für eine Niederlage bei ihm suchen. Allerdings rechne er nicht damit, dass Seehofer das Feld kampflos räumen werde.

Update, 13.10.2018: Diese 7 Parteien haben Chancen auf den Einzug in den Landtag: die Ausgangslage vor der Wahl

Für sieben Parteien besteht die Chance auf einen Einzug ins Maximilianeum, sagen Wahlforscher: Während sich die CSU damit abfinden muss, dass die absolute Mehrheit Geschichte ist, stehen die Grünen als möglicherweise zweitstärkste Kraft vor einem historischen Erfolg. Die SPD dagegen muss sich auf das schlechteste Ergebnis seit 70 Jahren einstellen. Freie Wähler und AfD sind Umfragen zufolge sicher im neuen Landtag vertreten; für FDP und Linke wird es knapp. Zum ausführlicheren Blick auf die Lage der Parteien geht es hier.

Update, 12.10.2018: Diese Bamberger Kandidaten kommen wohl in den Landtag

Als sicher gelten dürfte der Einzug der Direktkandidaten der CSU. So sind Melanie Humlund Holger Dremel wohl gesetzt für Abgeordnetenplätze. Dremel ist der Nachfolger von Heinrich Rudrof im Stimmkreis Bamberg-Land, Melanie Huml tritt in Bamberg-Stadt an.

Daneben dürften es vor allem Kandidatenüber die Bezirkslisten in den Landtag nach München schaffen. Ursula Sowa verpasste 2013 als Listen-Zweite in Oberfranken den Einzug ins Maximilianeum, in diesem Jahr steht sie aber auf Platz 1. Dieser ist dank der Regelung zu Erst- und Zweitstimmen in Bayern nicht gesichert, die Wahrscheinlichkeit ist aber dank der guten Umfragewerte der Grünen und durch den guten Startplatz auf der Liste recht hoch, dass Ursula Sowa in den Landtag einzieht.

Die SPD hatte es schon immer schwer, dieses Mal wird es dank des Umfragetiefs nicht besser werden. Zuletzt zogen vor 15 Jahren Kandidaten aus Bamberg in den Landtag ein. Auch für Freie Wähler und AfD wird es knapp: Die Bamberger Kandidaten sind nicht auf den ersten Plätzen zu finden - da müssten die Parteien in Oberfranken schon starke Ergebnisse einfahren, um Abgeordnete nach München zu entsenden. Für FDP und Linke wird eher interessant, ob die Parteien überhaupt die Fünfprozenthürde überspringen.Paul Lehmann (Linke) steht auf Platz 1 der Oberfranken-Liste. Somit sind seine Chancen vorhanden, aber selbst, wenn die Linke über die Fünfprozenthürde kommt, wird es schwer für ihn, einen Sitz zu ergattern.

Update vom 12.10.2018: Parteibasis wendet sich gegen Seehofer

Droht nach der bayerischen Landtagswahl der große politische Schlagabtausch in der CSU? Die Partei scheint sich uneinig in der Causa Horst Seehofer zu sein. Im Fall des CSU-Vorsitzenden, gehen die Meinungen auseinander. Lesen Sie hier, wie der aktuelle Stand ist.

Update vom 12.10.2018: Kurz vor dem Wahlsonntag - so stehen die Parteien in den Umfragen

Mit Großkundgebungen von CSU und SPD neigt sich der Landtagswahlkampf in Bayern dem Ende entgegen. Beide Parteien sind kurz vor der Wahl am Sonntag in denkbar schwierigen Positionen. Laut Umfragen müssen sowohl die Christsozialen als auch die Sozialdemokraten mit schweren Verlusten rechnen.

Während bei der CSU der Verlust der absoluten Mehrheit längst zähneknirschend als unvermeidlich angesehen wird, geht es für beide Parteien im Grunde nur noch um die Höhe der Verluste. In Umfragen lag die CSU zuletzt bei Werten zwischen 33 und 35 Prozent, die SPD gar nur noch bei um die 11 Prozent.

FDP und Linke bangen um Einzug in den Landtag

Einem am Donnerstagabend veröffentlichten ZDF-"Politbarometer" zufolge kommen die Christsozialen derzeit auf 34 Prozent, das ist ein Prozentpunkt weniger als in der Vorwoche. Zweitstärkste Kraft bleiben die Grünen mit 19 Prozent - ein Plus von einem Prozentpunkt verglichen mit der vorherigen ZDF-Umfrage. Dahinter liegen jeweils unverändert die SPD mit 12 Prozent, die Freien Wähler mit 10 Prozent und die AfD mit ebenfalls 10 Prozent. Die FDP erreicht nach dem neuen "Politbarometer" 5,5 Prozent, die Linke liegt bei 4 Prozent (minus 0,5 Punkte). Beide müssen um den Einzug ins Landesparlament bangen.

Die in Bayern bislang allein regierende CSU lag auch in anderen Umfragen zuletzt zwischen 33 und 35 Prozent. Sie wird sich also wohl einen Koalitionspartner suchen müssen. Das stabilste Bündnis wäre eines mit den Grünen, aber auch andere Konstellationen sind möglich.

Bei der Landtagswahl 2013 war die CSU auf noch auf 47,7 Prozent der Stimmen gekommen, die SPD landete bei 20,6 Prozent, die Freien Wähler holten 9,0 Prozent und die Grünen 8,6 Prozent.

Update vom 11.10.2018: Zuschauer konfrontiert Söder in BR-Wahlarena mit Seehofer-Zitat

Am Mittwochabend stellte sich Markus Söder im Bayerischen Rundfunk im Rahmen der BR-Wahlarena ein letztes Mal vor der Wahl am Sonntag den Fragen der Zuschauer. Nach knapp einer Stunde der Sendung konfrontierte ein Zuschauer im Studio den amtierenden Ministerpräsidenten mit der Aussage Horst Seehofers "Migration ist die Mutter aller Probleme". Der Mann wies darauf hin, dass der Satz von der CSU-Spitze und nicht direkt von Markus Söder getätigt wurde, nannte die Aussage jedoch "ganz schön unverschämt".

Söder schaltete nach dem Vorwurf, mit welchem Recht er dies behaupten könne, sofort auf Verteidigung und erinnerte bestimmt daran, dass er den Satz nicht getätigt habe. Auf den erneuten Vorwurf des Zuschauers, dass Söder jedoch auch nicht dagegen protestiert habe, entgegnete Söder: Er müsse "nicht bei jedem Satz, den jeder sagt, protestieren." Im weiteren Verlauf fragten der Zuschauer und auch Moderatorin Ursula Heller mehrmals hartnäckig nach der Position Söders zur Aussage von Horst Seehofer. "Die Migration per se ist kein Problem", antwortete Söder und ergänzte erneut, dass er diesen Satz so nicht gesagt hat.

Die einseitige Ansicht von Seehofers Statement, die der Zuschauer im Folgenden nochmals zusammenfasste, wimmelte Söder mit den Worten "Sie sehen das zu negativ" ab. Unter Erwähnung der hohen Summen, die der Freistaat Bayern jedes Jahr in die Migration und Integration investiere, schloss Söder mit der Aussage, dass Bayern "das mit Abstand integrationsfreudigste Land in Deutschland" sei.

Update vom 11.10.2018: Neue Umfragewerte: CSU sinkt weiter - Grüne mit Rekordwert

Drei Tage vor den Landtagswahlen in Bayern zeigen die aktuellen Umfragen, dass der Negativ-Trend der CSU weiter anhält. Momentan läge die bis dato alleinregierende CSU nur noch bei 32,9 Prozent. Die Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für die Augsburger Allgemeine und Spiegel Online ergab außerdem einen Rekordwert für die Grünen. Demnach stünde die Partei aktuell mit 18,5 Prozent auf dem zweiten Rang. Drittplatzierter wäre die AfD mit 12,8 Prozent, was den erstmaligen Einzug in den Landtag bedeuten würde.

Die SPD dagegen würde sich mit 11 Prozent nur noch auf dem vierten Platz wiederfinden. Die Freien Wähler mit 9,8 Prozent, sowie die FDP mit 5,9 Prozent würden aktuell auch in den bayerischen Landtag einziehen. Die Linke bliebe mit 3,9 Prozent außen vor.

Somit ergäben sich zwei mögliche Koalitionen: Ein Zweierbündnis aus CSU und Grünen würde genauso für eine Mehrheit im Landtag reichen wie das Dreierbündnis aus CSU, Freien Wählern und FDP. Grünen-Chef Robert Habeck halte laut dpa eine schwarz-grüne Koalition grundsätzlich für denkbar, allerdings nur unter den richtigen Bedingungen. Besonders eine liberale und proeuropäische Politik sowie die Situation an den Grenzen seien hier von Bedeutung für mögliche Koalitionsverhandlungen.

Update 10.10.2018: Zugezogenen können für CSU zum Problem werden

Vor der anstehenden Landtagswahl steht die CSU um ihren Ministerpräsidenten Markus Söder mit dem Rücken zur Wand. Die seit Monaten sinkenden Umfrageergebnisse lassen auf keinen großen Erfolg hoffen. Ein Grund dafür könnten nach Bayern gezogene Wähler sein. Ein Experte erklärt jetzt im Interview, warum genau das problematisch für die CSU ist.