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Landtagswahl Bayern: Bleibt Markus Söder Ministerpräsident?

Die CSU ist vor der Landtagswahl in Bayern im Umfragetief. Was passiert, wenn das Wahlergebnis am Sonntag ähnlich schlecht wird? Tritt Markus Söder dann zurück?
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Die CSU ist vor der Landtagswahl in Bayern im Umfragetief. Was passiert, wenn das Wahlergebnis am Sonntag ähnlich schlecht wird? Tritt Markus Söder dann zurück?  Foto: Armin Weigel/dpa
Die CSU ist vor der Landtagswahl in Bayern im Umfragetief. Was passiert, wenn das Wahlergebnis am Sonntag ähnlich schlecht wird? Tritt Markus Söder dann zurück? Foto: Armin Weigel/dpa

Kurz vor der Landtagswahl in Bayern am Sonntag, dem 14, Oktober, schauen viele in der CSU mit Sorge auf die Umfragen: Die Christsozialen liegen je nach Prognose zwischen 33 und 35 Prozent. Das ist denkbar weit von einer absoluten Mehrheit entfernt und selbst, wenn die Umfrageforscher alle zusammen daneben liegen - sie werden sich kaum um etwa 15 Prozent täuschen.

Fallen Wahlen schlecht aus, übernimmt häufig der Spitzenkandidat die Verantwortung - sprich, er tritt zurück. Bisher ist dahingehend nichts aus der CSU zu hören, auch Markus Söder äußert sich dazu nicht. Im Wahlkampf wäre das wohl auch kein gutes Signal, würde sich der Ministerpräsident und Spitzenkandidat schon darauf vorbereiten, zum Rückzug zu blasen.

Stattdessen wird die Schuld vorausschauend - denn die Wahrscheinlichkeit für einen desaströsen Sonntag ist hoch bei der CSU - nach Berlin geschoben. Die Groko sei der Grund für das Umfragetief, so Söder.Horst Seehofer wiederum schießt aus Berlin zurück und impliziert, dass Markus Söder schön selbst schuld ist - Seehofer habe sich nicht in den Wahlkampf eingemischt. Aber so weit zu gehen und die Zukunft seines Nachfolgers infrage zu stellen, das macht nicht einmal Seehofer.

Rücktritt nach der Landtagswahl: Das gab es schon einmal

Auch wenn es niemand ausspricht - die Frage, was mit einem angeschlagenen Ministerpräsidenten Söder nach einer vergeigten Wahl passiert, steht dessen ungeachtet im Raum. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass ein Rücktritt auch in Bayern nicht undenkbar ist. Vor ziemlich genau 10 Jahren, nach der Landtagswahl 2008, trat erst Parteichef Erwin Huber und nach ihm auch Ministerpräsident Günther Beckstein zurück. Der Grund: Der Verlust der Alleinherrschaft in Bayern. Die CSU erreichte damals nur 40 Prozent der Stimmen - ein Ergebnis, von dem die CSU im Jahr 2018 wohl nur träumen kann. Ob und wer sich nach der Wahl vortraut aus der CSU und am Stuhl von Markus Söder sägt, wird sich zeigen.

Einer jedenfalls scheint es nicht zu tun: Der CSU-Ehrenvorsitzende Edmund Stoiber rät dazu, am Ministerpräsidenten festzuhalten. "Nach der bayerischen Verfassung muss vier Wochen nach der Wahl die neue Regierung stehen. Und das ist dann die entscheidende Aufgabe unseres Ministerpräsidenten", sagte Stoiber dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland"