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Wahl in Bayern

Landtagswahl Bayern: FW und CSU zum Bürgerlichen Bündnis? Das sind die möglichen Koalitionen

Die Wahl in Bayern ist vorbei: Und die CSU muss sich nach der Absoluten Mehrheit 2018 nun wieder einen Koalitionspartner suchen. Wir haben die möglichen Bündnisse zusammengetragen.
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Update zur Wahl in Bayern am Montag, 15.10.2018 um 5.18 Uhr: Das vorläufige Endergebnis bestätigt, was sich bereits am frühen Abend des Wahlsonntages abzeichnete: Die CSU hat stark verloren und wird nicht mehr allein regieren können im Freistaat. Die Christsozialen müssen sich einen Partner suchen. Wahrscheinlich ist derzeit ein sogenanntes Bürgerliches Bündnis zwischen CSU und Freien Wählern (FW). Sowohl Ministerpräsident Markus Söder von der CSU als auch der FW-Chef Hubert Aiwanger haben sich positiv zu einer Koalition geäußert.

Die CSU ist abgestürzt, -10,4 % muss die Partei um Ministerpräsident Markus Söder und Parteichef Horst Seehofer hinnehmen. Doch auch die SPD hat am 14.10.2018 das schlechteste Ergebnis aller Zeiten eingefahren. Nur noch 9,7 % erreichen die Sozialdemokraten bei der Wahl 2018. Und die AfD schafft mit 10,2 % deutlich den Einzug in den Landtag.

 

Vorläufiges, amtliches Endergebnis:

CSU 37,3 %, Grüne 17,5 %, FW 11,6 %, AfD 10,2 %, SPD 9,7 %, FDP 5,1 %, Linke 3,2 %, Andere 5,5 %

Sitzverteilung

CSU 85, Grüne 38, FW 27, AfD 22, SPD 22, FDP 11

Viele Menschen fragen sich nun, wer den Freistaat künftig regieren wird. Welche Koalitionen sind in Bayern möglich? Im Moment wird von 205 Sitzen im Landtag im Maximilianeum ausgegangen.

Wahl in Bayern: Das sind die möglichen Koalitionen

 

 

Die CSU wird sich anschicken, die Regierungsbildung voranzutreiben. Rechnerisch möglich ist eine Koalition zwischen Christsozialen und Freien Wählern. Gemeinsam hätten die beiden Parteien 112 Sitze, eine dünne Mehrheit. Eine Koalition dieser beiden Parteien ist sehr gut vorstellbar. Söder habe auch schon angekündigt, am Montag bei Aiwanger anzurufen und in die ersten Gespräche über eine Sonderierung zu gehen.

 

  • CSU und Freie Wähler: 112 Sitze

     

    Ein stabileres Bündnis wäre für die CSU die Zusammenarbeit mit den Grünen. 123 Sitze hätte eine schwarz-grüne Koalition und damit eine gute Mehrheit. Doch ob die beiden Parteien wirklich zueinander finden, ist fraglich. Die Positionen liegen in manchen Punkten sehr weit auseinander wie beispielsweise in der Asyl- und Sicherheitspolitik. Auch der frühere CSU-Chef Erwin Huber äußerte sich am Sonntag noch sehr kritisch, was eine solche Verbindung angeht. "Die Sensation einer schwarz-grünen Koalition würde den Belastungen des politischen Alltags nicht standhalten, obwohl die Grünen zur Macht drängen", sagte Huber der "Passauer Neuen Presse" (Montag).

     

    • CSU und Grüne: 123 Sitze

       

      Für eine schwarz-rote Koalition reicht es nicht. SPD und CSU hätten gemeinsam nur 107. Bei insgesamt 205 Sitzen ist das zu wenig. So wird sich die Große Koalition des Bundes im Freistaat wohl nicht wiederholen.

       

      Erst das zweite Mal seit 1962 muss sich die CSU in Bayern einen Koalitionspartner suchen

      Die CSU in Bayern ist es nicht gewohnt, sich einen Partner zu suchen. Bis auf die Wahlperiode 2008 bis 2013, als die Christsozialen mit der FDP regierte, hatte die Regionalpartei immer eine Absolute Mehrheit im Freistaat.

      Machtkampf in der CSU: Muss Söder oder Seehofer zurücktreten?

      Auch wenn die Partei von Markus Söder und Horst Seehofer die stärkste Kraft ist, hat die CSU ein schlechtes Ergebnis eingefahren. Bis zum Wahlsonntag am 14.10.2018 hat die CSU alleine regiert. Nun ist das nicht mehr möglich. Es wird die Frage gestellt werden, wer in der Partei schuld ist am Debakel. Im Vorfeld versuchten sowohl Ministerpräsident Markus Söder als auch der Bundesinnenminister und Parteivorsitzende sich den Schwarzen Peter zuzuschieben. Stimmen wurden lauter, die personelle Konsequenzen fordern.

      Die Bayern wollen keine CSU-Alleinherrschaft mehr

      Bereits vor dem Wahlsonntag hatte sich dieses Ergebnis abgezeichnet. Die Menschen in Bayern wollen offenbar nicht mehr, dass die bayerischen Unionspartei allein im Freistaat regiert.

      71 Prozent der im aktuellen "Bayerntrend" Befragten sind der Meinung, dass eine Koalitionsregierung besser für den Freistaat wäre. Nur noch 23 Prozent halten eine CSU-Alleinregierung für besser.

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      Bayerische Landtagswahl 2018, Stand 13.10.2018: Diese Koalitionen sind theoretisch möglich

       

      • CSU und SPD: 107 Sitze
        • CSU und Grüne: Kämen zusammen auf 103 von 180 Sitzen im Bayerischen Landtag (57,2%). Der CSU-Fraktionsvorsitzende Thomas Kreuzer erklärte vor der Wahl jedoch, die CSU werde weder mit der AfD noch mit den Grünen koalieren.
        • CSU, AfD und SPD: Kämen zusammen auf 112 von 180 Sitzen im Bayerischen Landtag (62,2%). Nicht nur Thomas Kreuzer, sondern auch Markus Söder schloss eine Koaltition mit der AfD nach der Wahl kategorisch aus.
        • CSU, AfD und Freie Wähler: Kämen zusammen auf 112 von 180 Sitzen im Bayerischen Landtag (61,7%). Eine Koalation mit der AfD wird es laut CSU nicht geben.
        • CSU, AfD und FDP: Kämen zusammen auf 101 von 180 Sitzen im Bayerischen Landtag (56,1%). Auch dem steht jedoch die Ablehnung der AfD durch die CSU im Wege.
        • CSU, SPD und Freie Wähler: Kämen zusammen auf 110 von 180 Sitzen im Bayerischen Landtag (61,1%). Eine interessante Konstellation, wenn auch unrealistisch. Vielleicht tun sich ja CSU und Freie Wähler zusammen - ohne SPD?
        • CSU, SPD und FDP: Kämen zusammen auf 100 von 180 Sitzen im Bayerischen Landtag (55,6%). Eine eher unwahrscheinliche Konstellation. Auch ist noch nicht gesichert, dass die FDP die 5-Prozent-Hürde tatsächlich nimmt.
        • CSU, Freie Wähler und FDP: Kämen zusammen auf 99 von 180 Sitzen im Bayerischen Landtag (55,0%). Auch dieses Dreier-Bündnis ist theoretisch möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich.
        • CSU und AfD: Kämen zusammen auf 90 von 180 Sitzen im Bayerischen Landtag (50,0%). Laut CSU-Führung wird das nicht passieren.
        • CSU und SPD: Kämen zusammen auf 89 von 180 Sitzen im Bayerischen Landtag (49,4%). Angesichts des GroKo-Debakels in Berlin eher unwahrscheinlich.
        • CSU und Freie Wähler: Kämen zusammen auf 88 von 180 Sitzen im Bayerischen Landtag (48,9%). Tatsächlich eine realistische Option, könnte aber knapp werden.
        • CSU und FDP: Kämen zusammen auf 78 von 180 Sitzen im Bayerischen Landtag (43,3%). Ob die FDP wieder Lust auf Regieren hat, muss sich erst noch zeigen.
      • (Quelle: dawum.de)

         

        Söder warnt vor "völlig instabiler Regierung" nach der Wahl

        Ministerpräsident Markus Söder warnte vor der Wahl bereits vor einer "völlig instabilen Regierung" wie in anderen Bundesländern, und dass die Demokratie in Bayern "zu wackeln beginnt". Und fügte hinzu: "Ich will keine Berliner Verhältnisse im Bayerischen Landtag." Über eine theoretisch mögliche Koalition gegen die CSU sagte Söder: "Da kann ich mir nicht vorstellen, dass das Bayern verbessern hilft."

        CSU-Generalsekretär Markus Blume warnte, Bayern könnte nach der Landtagswahl am 14. Oktober unregierbar werden. "Die Umfrage ist ein Alarmzeichen. Es drohen Unregierbarkeit und instabile Regenbogenkoalitionen gegen die CSU", sagte er am Donnerstagabend. "Der Erfolgsweg Bayerns ist akut in Gefahr, Bayern droht zu kippen."