Die Krankenhausampel ist seit September 2021 der neue Maßstab für Corona-Maßnahmen in Bayern. Bisher steht die Ampel noch auf Grün - trotz besorgniserregendem Rekord bei den Corona-Zahlen. Am Dienstag (2. November 2021) ist die Sieben-Tage-Inzidenz im Freistaat laut Robert-Koch-Institut (RKI) mit einem Wert von 248,9 so hoch wie nie zuvor. Doch auch bei der Belegung der Krankenhausbetten zeichnet sich inzwischen ein Trend ab.

Könnte die Krankenhausampel in Bayern bald schon umspringen? Die Zahl der hospitalisierten Corona-Fälle der vergangenen sieben Tage liegt derzeit laut dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bei 504 (Stand: 1. November 2021). Die Krankenhausampel würde erst ab 1.200 neuen Corona-Patienten in den Kliniken zu Gelb wechseln.

Krankenhausampel in Bayern geht auf "Warnstufe Rot" zu

Es ist aber durchaus wahrscheinlich, dass diese Warnstufe übersprungen wird und die Krankenhausampel direkt auf Rot springt. Wie die aktuellen Zahlen des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) zeigen, sind derzeit 458 Intensivbetten durch bestätigte Covid-19-Fälle belegt. Im Vergleich zur Vorwoche ist dieser Wert um knapp 30 Prozent angestiegen: von 350 Intensivpatienten auf 458.

Ganz oder nahezu voll belegt sind die Intensivstationen im Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen ebenso wie in weiten Teilen Oberbayerns. Auch im östlichen Niederbayern hat sich die Lage verschärft.  In einem Viertel der bayerischen Kommunen arbeiten die Krankenhäuser an der Kapazitätsgrenze.

Setzt sich diese Entwicklung fort, könnten in rund zwei Wochen bereits mehr als 600 Menschen mit Corona-Infektion auf den bayerischen Intensivstationen liegen. In diesem Fall stünde die Krankenhausampel auf Rot. 

Welche Maßnahmen greifen bei "Warnstufe Rot"?

Welche konkreten Maßnahmen sich daraus ergeben, ist derzeit jedoch noch nicht bekannt. Vonseiten des bayerischen Gesundheitsministeriums heißt es bislang lediglich, es werden in diesem Fall "spezifisch angepasste Maßnahmen [veranlasst], um die Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern."

Einige oberbayerische Landkreise, die bereits besonders stark vom Anstieg der Corona-Infektionen betroffen sind, haben nun eigenhändig die Corona-Maßnahmen verschärft. Dazu zählen etwa die Landkreise Mühldorf am Inn, Altötting, Traunstein, Berchtesgadener Land und Miesbach sowie in Stadt und Landkreis Rosenheim. Am Mittwoch (3. November 2021) will das bayerische Kabinett um Markus Söder ebenfalls über eine Verschärfung der Corona-Regeln in den "Hotspots" beraten. Ob auch eine drohende "Warnstufe Rot" auf der Krankenhausampel in den Gesprächen eine Rolle spielen wird, bleibt abzuwarten.