• Söder zum Thema Impfpflicht auch für Kinder: "Das muss man diskutieren"
  • Experten sehen keine Schwierigkeiten
  • Bayerischer Ethikrat hat sich noch keine Meinung gebildet

In Österreich ist sie bereits beschlossen – die allgemeine Impfpflicht. Ab dem 1. Februar 2022 muss jeder Bürger gegen das Corona-Virus geimpft sein. Auch Kinder sind von der neuen Maßnahme betroffen, denn die Impfpflicht gilt für alle ab 14 Jahre. In Deutschland war es Markus Söder, der die Debatte um eine mögliche Impfpflicht ab 12 Jahren angestoßen hatte. "Das muss man diskutieren", sagte der CSU-Politiker im Bayerischen Rundfunk. "Generell wäre es natürlich gut, wenn die Impfpflicht zumindest bei denen, bei denen der Impfstoff schon erprobt ist - ab zwölf - auch stattfinden würde." Das würde schnell gehen und die Schulen „absolut sicher machen“. Söders Vorschlag stieß sowohl auf Fürsprecher als auch Kritiker. Die Politik ist sich bei dem Thema uneinig, mehr dazu lest ihr hier

Impfpflicht für Kinder - das sagt Markus Söder dazu

Söder betonte: "Ich habe nicht gesagt, es muss so sein." Dafür spreche aber, dass die Inzidenzen bei den Kindern und Jugendlichen besonders hoch seien, sie sich über Impfungen freuten und Impfungen in den Schulen gut umsetzbar seien. "Wichtig ist: Wer und wie, auch welche Altersgruppen, da haben wir uns jetzt darauf verständigt, da soll der Ethikrat einen Vorschlag machen. Ich halte das für richtig. Ich bin da offen in allen Bereichen."

Seit dem Sommer werden in Deutschland Kinder ab 12 Jahren geimpft. Erst kürzlich sprach die Ständige Impfkommission (Stiko) auch eine Empfehlung der Corona-Impfung für 5- bis 11-Jährige mit Vorerkrankungen oder Kontakt zu Risikogruppen aus. Noch bevor die neue Empfehlung verkündete wurde, äußerte der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebunds, Professor Frank Ulrich Montgomery, dass er keinen Grund gegen eine Corona-Impfpflicht auch für Kinder sehe - und das nicht erst ab 12. "Wenn die Stiko allerdings die Impfung von Kindern empfehlen sollte, gäbe es keinen Grund, nicht auch Kinder in die Impfpflicht einzubeziehen", sagte er gegenüber dem Nachrichtenportal ZDFheute. "Wir impfen 98 Prozent der Neugeborenen mit den Grundimpfungen und da ist sehr viel mehr drinnen als in dem einen Impfstoff gegen Corona", argumentierte Montgomery. "Ich verstehe den Aufstand gar nicht."

Der Münchner Soziologe und stellvertretende Vorsitzende des bayerischen Ethikrats Armin Nassehi findet es richtig, dass die Diskussion über eine Impfpflicht ab 12 Jahren angestoßen wurde. Eine allgemeine Impfpflicht sei immer die Ultima Ratio, sagte er dem BR. Wenn man dadurch aber künftig drastische Maßnahmen wie Lockdowns verhindern könne, sei eine Impfpflicht geboten - falls die Impfquote nicht durch andere Maßnahmen deutlich nach oben gebracht werden könne.

Kinder haben unter den Schulschließungen gelitten - Impfungen könnten das künftig verhindern 

Der Soziologe verwies darauf, dass Kinder besonders unter den Schulschließungen gelitten hätten - mit starken sozialen Folgen wie Ungleichheit und Familienstress. Daher ist für ihn klar: Wenn eine Impfpflicht ab zwölf "dabei helfen kann, dies auszuschließen oder unwahrscheinlicher zu machen, muss man sicher in diese Richtung denken". Das sei aber seine persönliche Meinung. Der bayerische Ethikrat habe sich zu dem erst gerade geäußerten Vorschlag noch keine Meinung bilden können. 

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